Aktuell
Home | Lokales | A21: Imagefilm für Autobahnbau
Die Grafik zeigt den Verlauf der geplanten Autobahn 21 im Osten der Metropolregion Hamburg bis zur A 39 (rot) sowie die sogenannte Querspange zur A 7 (gelb). Grafik: IHK
Die Grafik zeigt den Verlauf der geplanten Autobahn 21 im Osten der Metropolregion Hamburg bis zur A 39 (rot) sowie die sogenannte Querspange zur A 7 (gelb). Grafik: IHK

A21: Imagefilm für Autobahnbau

ml/pet Lüneburg. Bis Anfang 2016 soll in Berlin der Referenten-Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) vorgelegt werden. Das Ziel ist eine Blaupause für die bundesweite Entwicklung der Infrastruktur in den kommenden Jahren. „Ein Schwerpunkt der Verkehrspolitik des Bundes ist es, die Qualität und Substanz der Bestandsnetze durch Erhaltung zu sichern“, heißt es einerseits im Bundesverkehrsministerium, andererseits aber auch: „Bei Neu- und Ausbau stehen vor allem gesamtwirtschaftlich positive Investitionen im Vordergrund, die … zur Beseitigung von Engpässen oder besseren Hinterlanderschließung von Häfen und Flugdrehkreuzen beitragen.“

Vor diesem Hintergrund sind im Raum Lüneburg zuletzt vor allem der Bau der Autobahn 39 Lüneburg-Wolfsburg vorangetrieben und die Diskussion über die Alternativen der Bahn zur umstrittenen Y-Trasse befeuert worden.

Doch im Windschatten dieser Milliarden-Projekte wollen Akteure aus der Region noch ein weiteres Vorhaben in den Fokus der Bundestagsabgeordneten in Berlin rücken: Schon seit Jahren fordern die Industrie- und Handelskammern (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, Braunschweig, Hamburg und Lübeck sowie der Nordland-Autobahn-Verein und der ADAC Hansa die Realisierung der Autobahn 21 als Entlastung Hamburgs. Zudem erhoffen sich die Autobahnbefürworter wirtschaftliche Impulse für die östliche Metropolregion. Am Freitag wird in Geesthacht der Imagefilm „A21 Jetzt!“ vorgestellt produziert von und mit Akteuren aus Lüneburg.

„Der Film ist nicht für eine breite Öffentlichkeit gedacht, sondern soll unserer Forderung auf originelle Weise in der Bundeshauptstadt Nachdruck verleihen“, sagt Martin Krause von der IHK Lübeck. Produziert wurde der sechs Minuten lange Streifen von der Lüneburger Werbeagentur „borowiakziehe“, zu Wort kommen neben Bürgermeistern und Pendlern auch Unternehmer wie Klaus Bockelmann, Geschäftsführer der Bockelmann-Holz GmbH, die ihren Sitz im Lüneburger Industriegebiet Hafen hat.

Als überaus wichtige Verbindung unter anderem für den Güterverkehr, der über die Ostsee in Richtung Süden geht, sieht Bockelmann eine künftige A21. „Verkehr, der sich bisher durch das Nadelöhr Hamburg oder über Bundesstraßen quält.“ Auch für umfangreiche Holztransporte seines Unternehmens aus dem westlichen Mecklenburg-Vorpommern in Richtung Uelzen und weiter in Richtung Süden wäre eine A21 seiner Einschätzung nach eine wesentliche Entlastung.

In Schleswig-Holstein soll die A21 die Bundesstraße 404 zwischen der A-1-Anschlussstelle Bargteheide und der A-24-Anschlussstelle Schwarzenbek ersetzen und von dort aus weiter nach Süden geführt werden. Bei Geesthacht soll die A21 die Elbe über eine neue Brücke queren und auf der Trasse der B404 in den Kreisen Lüneburg und Harburg an die A39 bei Handorf angeschlossen werden. Als weitere Option ist eine sogenannte Querspange vorgesehen, die eine Verbindung zur A7 im Westen herstellt.

„Die A21 könnte das bestehende Verkehrsnetz erheblich entlasten, im Osten Hamburgs bei Störfällen und in der Urlaubszeit eine wichtige Bypass-Funktion übernehmen“, heißt es seitens der Initiative „A21 – Jetzt!“. Auf heftigen Widerstand gestoßen waren die Pläne zuletzt vor allem in den Samtgemeinden Bardowick, Gellersen und Salzhausen, die von der Querspange durchschnitten würden.

Aktuell sind die Chancen für eine Realisierung des Verkehrsprojektes jedoch gering. Denn gelistet sind die Pläne bislang im weiteren Bedarf des BVWP. Umgesetzt werden aber nur Maßnahmen, die im vordringlichen Bedarf stehen -und auch nur dann, wenn Mittel dafür bereitgestellt werden. Ziel des Zusammenschlusses aus IHK, Autobahnverein und ADAC ist deshalb, das Vorhaben durch ausreichend Werbung in den vordringlichen Bedarf zu befördern. In diesem Fall könnte zumindest die Planung für die A21 beginnen.

Doch zunächst stellt die Ini­tiative den Film „A21 – Jetzt!“ vor. Termin ist am Freitag, 27. Februar, um 11 Uhr im Kleinen Theater Schillerstraße, Schillerstraße 33, in Geesthacht.

One comment

  1. Die sogenannten „Akteure in der Region“ sollten sich endlich auch mal für den Ausbau des Bahnknotens Hamburg einsetzen. Im gesamten Großraum Hamburg gibt es lediglich eine einzige Bahn-Elbquerung an den Elbbrücken (wenn man mal Lauenburg absieht)! Ständig kommt es zu Verzögerungen, der Hamburger Hauptbahnhof ist vollkommen überlastet. Zehntausende Bahnpendler bekommen das täglich mit. Ich selber bin Metronompendler und habe häufig in Hamburg Verspätung.

    Wenn gleichzeitig Milliarden Euro für immer mehr Autobahnquerungen ausgegeben werden passt das nicht zusammen. Leider haben Bahnpendler überhaupt keine Lobby. Hauptsache ist wohl, dass der LKW-Verkehr rollt.