Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Am Ebensberg soll am Ortsausgang zwischen der Erbstorfer Landstraße und der Zufahrt zum Sportplatz des TuS Erbstorf ein Neubaugebiet entstehen. Mit den Eigentümern der Fläche muss die Stadt noch eine Einigung erzielen. Foto: A/t&w
Am Ebensberg soll am Ortsausgang zwischen der Erbstorfer Landstraße und der Zufahrt zum Sportplatz des TuS Erbstorf ein Neubaugebiet entstehen. Mit den Eigentümern der Fläche muss die Stadt noch eine Einigung erzielen. Foto: A/t&w

Ebensberg: Wohnen in Kaserne statt neu bauen

as Lüneburg. Neubaugebiete an der Peripherie der Stadt, so wie am Ebensberg geplant, passen nicht zur heutigen Stadtentwicklung. Diese Ansicht vertritt Friedhelm Feldhaus, Sprecher des Vereins Aktion Lebensberg. Als Alternative dazu könnte sich der Verein vorstellen, dass die Kasernengebäude auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne (TKK) als Wohngebäude nachgenutzt werden. Diese „Idee“ präsentierte Feldhaus bei einer Info-Veranstaltung des Vereins zum geplanten Neubaugebiet, zu der rund 65 Bürger ins Vereinsheim des TuS Erbstorf gekommen waren. Doch es wird nur eine Überlegung bleiben.

Als Gäste eingeladen waren Heiko Dörbaum (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses und Ortsvorsteher für den Ebensberg, und Andreas Meihsies, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat, die zu den aktuellen Planungen für das Neubaugebiet Stellung nehmen sollten. Die haben sich allerdings seit dem Stand von Oktober 2014 nicht verändert. Damals hatten Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Dörbaum bei einer Bürgerversammlung im Stadtteilhaus ELMplus informiert. Dörbaum erinnerte jetzt daran, dass es bereits vor 20 Jahren einen Aufstellungsbeschluss für die Fläche am Ebensberg gegeben habe. Zur Bauleitplanung kam es damals nicht, weil die Querung der Bahnstrecke unter anderem ein Problem war. Inzwischen seien im Westen der Stadt mehrere Baugebiete entstanden. Die rot-grüne Gruppe habe geguckt, wo mit Blick auf das vorhandene landschafts-ökologische Gutachen von Anfang der 90er-Jahre Bebauung im Osten der Stadt möglich ist. Dörbaum machte aber auch deutlich, dass erst noch mit den Eigentümern der Flächen für das geplante Neubaugebiet am Ebensberg eine Einigung erfolgen müsste. Danach muss es zu einem neuen Aufstellungsbeschluss kommen. Ob und wie viele Wohneinheiten dort entstehen könnten, lasse sich derzeit nicht sagen. Eine Erschließung solle jedenfalls über die Erbstorfer Landstraße erfolgen, eine weitere Prämisse sei der Schutz des Raderbaches.

Meihsies erklärte, dass man Wachstum „ökologisch und sozialpolitisch“ gestalten wolle. Die grüne Stadtratsfraktion spräche sich im Sinne des landschafts-ökologischen Gutachtens dafür aus, dass nicht die gesamte Fläche bebaut werden solle, allerdings müsse eine verdichtete Bebauung stattfinden nach dem Motto: Mehr Menschen auf weniger Fläche. Wenn sich die Eigentümer einigen, solle ein städtebaulicher Wettbewerb stattfinden, „um qualitativ Gutes zu entwickeln“. Bei den Planungen würden die Bürger mit einbezogen.

Zu den Überlegungen des Vereins Aktion Lebensberg, die Kasernengebäude als Wohnraum nachzunutzen, stellte Heiko Dörbaum klar: Das Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“ wird am Standort Theodor-Körner-Kaserne bleiben und somit weiter die Gebäude nutzen. Das Verteidigungsministerium habe der Stadt mitgeteilt, dass die Freigabe von Teilflächen frühestens 2018 erfolgen könnte. Bestehende Sportflächen möchte die Stadt dann bekanntlich nutzen und auf Teilflächen Gewerbegebiet entwickeln. „Aber es wird keine Erschließung über den Ebensberg geben, und man müsste ein Schutzgebiet schaffen“, versprach der SPD-Politiker.