Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Mit der Umstrukturierung des Schulsystems müssen die Berufsschulen neue Alternativen suchen
Die Achtklässler Florian (l.), Tim (2.v.r) und Phil lassen sich von Berufsfachschüler Martin in die Elektrotechnik einweisen. Foto: kre
Die Achtklässler Florian (l.), Tim (2.v.r) und Phil lassen sich von Berufsfachschüler Martin in die Elektrotechnik einweisen. Foto: kre

Mit der Umstrukturierung des Schulsystems müssen die Berufsschulen neue Alternativen suchen

kre Lüneburg. Es gibt viele Wege, junge Menschen an die Berufswelt heranzuführen. Eine Möglichkeit ist nun wohl Geschichte: Die sogenannten ,,Schnuppertage“ für Achtklässler fanden in dieser Form jetzt zum letzten Mal an den Berufsbildenden Schulen I bis III statt. Aber nicht etwa, weil sich der Schnupper-Unterricht nicht bewährt hat im Gegenteil. Seit mehr als sieben Jahren hatten die Berufsschulen die Achtklässler für jeweils zwei Tage zu sich eingeladen allein 168 Schüler waren es in diesem Jahr, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zwei verschiedene Berufsfelder kennenlernen durften.

Die Streichung „hängt damit zusammen, dass viele allgemeinbildende Schulen im Kreis in den vergangenen Jahren zu Oberschulen umgewandelt worden sind“, erläutert Regina Rydzyk von der Georg-Sonnin-Schule (BBS II), Ansprechpartnerin der Initiative ,,Region des Lernens“. Das hätte zur Folge, dass künftig deutlich mehr Jugendliche die Schnuppertage an den Berufsschulen nutzen würden, ,,da an den Oberschulen die Haupt- und Realschüler jahrgangsbezogen zusammen unterrichtet werden“, erklärt Regina Rydzyk, die fürchtet: ,,ein größerer Schüleransturm würde unsere Kapazitäten sprengen und letztlich keinem was bringen.“ Weder den Achtklässlern noch den Jugendlichen an den BBS, die die Gastschüler während des zweitägigen Schnupperunterrichts betreuen.

Ziel des Projekts war es, den Achtklässlern einen ersten Einblick in verschiedene Berufsfelder zu geben: An der BBS I konnten sich die Achtklässler an der Berufsfachschule Handel informieren, an der BBS II in den Bereichen Bau-, Elektro- und Holz,- Metall- und Textiltechnik informieren, außerdem den angehenden Friseuren und Kosmetikerinnen in der Abteilung Körperpflege über die Schulter schauen und an der BBS III erste Eindrücke in den Fachschulen Gastronomie, Hauswirtschaft und Pflege sammeln.

Die Schnuppertage sollten „mit dazu beitragen, die Berufsorientierung und Berufswahlentscheidung der Achtklässler frühzeitig zu fördern“, erläutert Rydzyk, die in dem bisherigen Projekt noch einen weiteren Vorteil sieht: ,,Wer bei uns schon einmal in die Werkstätten hineingeschnuppert hat, dem fällt die zielgerichtete Suche nach einem Praktikumsplatz mit Sicherheit leichter.“

Weil Rydzyk und ihre Kollegen von dem in langen Jahren erprobten „Modell“ überzeugt sind, wollen sie das Angebot nicht einfach sterben lassen, sondern auch künftig anbieten. Wenn auch in abgeänderter Form, womöglich durch die Bereitstellung zusätzlicher Unterrichtsstunden. ,,In anderen Landkreisen gibt es bereits diese sogenannten Unterrichtsverbünde“, erklärt Regina Rydzyk.