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Der stellvertretende Vorsitzende des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord, Henning Hornbostel (v.l.), Verbandsgeschäftsführer Stefan Büsching und Georg Sander von der Nordzucker AG in Uelzen freuen sich über die Rekordkampagne. Foto: bau
Der stellvertretende Vorsitzende des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord, Henning Hornbostel (v.l.), Verbandsgeschäftsführer Stefan Büsching und Georg Sander von der Nordzucker AG in Uelzen freuen sich über die Rekordkampagne. Foto: bau

Rübenernte lässt Bauern strahlen – Erfolgreichste Kampagne aller Zeiten wird nur durch Preisverfall am Zuckermarkt getrübt

bau Reinstorf. Die Rübenanbauer in der Region blicken dank idealer Wetterbedingungen und einer reibungslosen Verarbeitung auf die erfolgreichste Rübenernte aller Zeiten zurück. „Wir haben rund 28 Prozent mehr Zucker vom Hektar geerntet als im Schnitt der vergangenen Jahre“, sagte Henning Hornbostel, stellvertretender Vorsitzender des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord e.V., bei der Winterversammlung des Verbandes und der Nordzucker AG in Reinstorf. Gleichzeitig hat laut Hornbostel der drastische Preisrückgang am Zuckermarkt nur Rübenpreise unter Vorjahresniveau zugelassen.

Georg Sander, Leiter des Agri Center in der Zuckerfabrik Uelzen, bezeichnete die abgelaufene Kampagne vor den rund 50 Anwesenden ebenfalls als sehr erfreulich. „Trotz der langen Kampagne waren die Rüben bis zum Ende gut zu verarbeiten.“ Schon die Aussaat Mitte März erfolgte laut Sander unter sehr guten Bedingungen. Ein schnelles Auflaufen der Rübensamen und eine optimale Niederschlagsverteilung hätten dann zu den hohen Zuckererträgen geführt. „In den Regionen Nordheide und Lüneburg haben die Landwirte zwischen 14,5 und 14,8 Tonnen Zucker je Hektar geerntet.“ 2013 hatte der Zuckerertrag noch unter dem Durchschnitt von knapp über elf Tonnen pro Hektar gelegen.

Stefan Büsching, Geschäftsführer des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes, berichtete über die regelmäßigen Kon­trollen des Verbandes bei der Qualitätsbewertung der Zuckerrüben. Dort gehe es um das Rübengeld der Landwirte, und daher habe diese Arbeit einen hohen Stellenwert für die Rübenanbauer. Büsching ergänzte, dass der Zuckerrübenanbau gegenüber vielen anderen Feldfrüchten bei entsprechend hohen Erträgen rentabel sei. Damit der Anbau auch weiter wettbewerbsfähig bleibe, animierte Büsching die Rübenanbauer dazu, alle Reserven zu nutzen, um einen möglichst hohen und stabilen Zuckerertrag zu erzielen.

Mit Blick auf das anstehende Frühjahr und die nahende Aussaat sagte Dr. Andreas Windt von der Nordzucker AG: „Nach dem Rekordjahr 2014 raten wir unseren Anbauern, für 2015 ihre Zuckerrübenflächen deutlich einzuschränken, um Zuckerbestände abbauen zu können. Jetzt gilt es, die Märkte im Auge zu behalten und eng an der Vertragsmenge zu planen.“ Für die kommenden Jahre zeigte sich Windt zuversichtlich, dass Nordzucker sich mit den Rübenanbauern wettbewerbsfähig und marktorientiert aufstellt.

Vor dem Hintergrund der Brüsseler Beschlüsse zur Abschaffung der Zuckerquotenregelung ab 2017 steht die Rüben- und Zuckerbranche vor erheblichen Herausforderungen. Anstelle der bisher existierenden Mengen- und Preisgarantien werden Vertragsbedingungen und Rübenpreise ab 2017 direkt zwischen Zuckerunternehmen und Zuckerrübenanbauerverbänden ausgehandelt. Wegen des weniger regulierten Marktes sei künftig mit stärkeren Preis- und Mengenschwankungen zu rechnen.