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Auf dem Gelände des ehemaligen Kalksandsteinwerks in Häcklingen soll Sand abgebaut werden. Ein Artenschutzgutachten könnte dem Vorhaben einen Strich durch die Planung machen. Foto: A/boldt
Auf dem Gelände des ehemaligen Kalksandsteinwerks in Häcklingen soll Sand abgebaut werden. Ein Artenschutzgutachten könnte dem Vorhaben einen Strich durch die Planung machen. Foto: A/boldt

Verschnaufpause für Häcklingen – Sandabbau erst ab 2016

us Lüneburg. Zu der gefürchteten Lkw-Lawine, die ursprünglich bereits ab April durch Häcklingen donnern sollte, wird es nicht kommen, vorerst jedenfalls nicht. „Frühestens ab Frühjahr 2016 kann mit der Wiederaufnahme des Sandabbaus begonnen werden“, teilte Volker Schulz, Bereichsleiter Umwelt, in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses mit. Zugleich machte er deutlich, dass selbst dieser Termin nicht automatisch den Startbeginn für die Arbeiten auf dem Gelände in Häcklingen bedeute. „Noch sind Fragen offen“, fasste Schulz seinen Bericht über den aktuellen Stand zum Vorhaben in Häcklingen zusammen.

Wie berichtet, plant die Sandabbau Häcklingen GmbH, ein Tochterunternehmen der Otto-Dörner-Gruppe aus Hamburg, die Fortführung des Sandabbaus, nachdem sie das Gelände der ehemaligen Heinrich-Meyer-Werke erworben hatte. Drei Millionen Kubikmeter Sand sollen dort je nach Konjunkturlage innerhalb von elf oder mehr Jahren abgebaut werden. Bei den Anwohnern stoßen die Pläne auf heftige Kritik, sie befürchten Belästigungen durch Lärm und Staub. Auch die Stadt Lüneburg als Entscheidungsträger hat bislang keinen Hehl daraus gemacht, von den Plänen nicht begeistert zu sein.

Antworten erwartet Schulz vor allem aus einem artenschutzfachlichen Gutachten, das Aufschluss geben soll, ob sich auf dem Gelände schützenswerte Tierarten wie Amphibien, Reptilien, Fledermäuse oder Brutvögel angesiedelt haben, seit der Betrieb auf dem Gelände im Jahr 2010 eingestellt wurde. Hierzu soll im Zeitraum Februar bis September dieses Jahres eine artenschutzrechtliche Kartierung des Geländes vorgenommen werden, mit der Durchführung wurde das Planungsbüro Leguan aus Hamburg beauftragt. Dem soll eine artenschutzfachliche Konflikt­analyse folgen, deren Ergebnis drei Varianten hervorbringen kann: Das Vorhaben kann durchgeführt werden, es muss abgebrochen werden oder es ist eine ergänzende Genehmigung zum bestehenden Planfeststellungsbeschluss erforderlich, wie Schulz ausführte.

Offen ist nach Auskunft von Schulz auch, an welchen Stellen auf dem Gelände die sogenannte Klassieranlage und der Umschlagplatz angesiedelt werden sollen. Diese Angaben seien für eine Bewertung der zu erwartenden Läm- und Staubemissionen relevant. „Das Unternehmen kann dazu aber noch keine Aussagen machen“, sagte Schulz.

Zwischenzeitlich aufgekommenen Hoffnungen, der im Jahr 2000 erteilte Planfeststellungsbeschluss für den Sandabbau sei nicht mehr gültig, erteilte Stadtdezernent Markus Moßmann allerdings eine Absage. Christiane Schubert, Vertreterin des BUND im Umweltausschuss, hatte in der Sitzung nachgefragt, ob es zutreffend sei, dass ein solcher Beschluss obsolet sei, wenn der Betrieb länger als zwei Jahre ruhe. „Eine solche Frist gibt es nicht, lediglich die Vorgabe, dass spätestens fünf Jahre nach Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses mit dem Betrieb begonnen werden muss“, erklärte Moßmann. Da der Betrieb damals aber noch von den Meyer-Werken aufgenommen worden sei, greife dieser Punkt nicht. Irrelevant sei auch, dass es jetzt um Sandabbau und nicht mehr um Kalksandstein-Herstellung gehe.

Bedeckt hielt sich die Stadt bei der Frage von Häcklingens Ortsvorsteher Dr. Uwe Plath, wie denn die von der Bürgerinitiative Blauer Himmel über Ilmenau auf dem Gelände beobachteten Aktivitäten zu bewerten seien und ob dies nicht Auswirkungen auf die Tiere habe, die sich dort im Zuge der Renaturierung des Geländes angesiedelt haben könnten. „Solange nicht der Sandabbau betroffen ist, ist der Eigentümer innerhalb der Grenzen des Gesetzes auf seinem Grundstück frei“, erklärte Schulz. Er informierte in diesem Zusammenhang auch darüber, dass die bestehende Förderbandanlage von dem Unternehmen in den letzten Wochen komplett oder teilweise abgebaut worden sei. Stadtdezernent Moßmann ergänzte, die Stadt habe die Hinweise der Bürgerinitiative an die Naturschutzbehörde weitergeleitet. Dort habe es geheißen, die Arbeiten auf dem Gelände seien mit der Behörde abgestimmt.