Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Bis zu 25 Zentimeter groß sind die Stinte, die Fischer Wilhelm Grube derzeit aus der Elbe zieht. Normalerweise werden sie nur bis zu 20 Zentimeter lang. Foto: be
Bis zu 25 Zentimeter groß sind die Stinte, die Fischer Wilhelm Grube derzeit aus der Elbe zieht. Normalerweise werden sie nur bis zu 20 Zentimeter lang. Foto: be

Stint-Saison ist eröffnet

emi Hoopte. Nicht nur besonders früh dran, sondern mit bis zu 25 Zentimetern auch ungewöhnlich groß sind die Stinte, die Fischer Wilhelm Grube in den vergangenen Tagen aus der Elbe gezogen hat. Rund 300 Kilogramm der Delikatesse gingen dem Hoopter zuletzt in die Reusen — nächste Woche rechnet der erfahrene Berufsfischer schon mit bis zu 500 Kilogramm. Der frühe Saison-Beginn liegt am milden Winter. „Auf der Elbe war nicht einmal Eis“, erklärt der 59-Jährige. „Normalerweise geht es erst im März los und dann etwa bis Mitte April.“ Noch mindestens bis Ostern kommen Feinschmecker also voll auf ihre Kosten.

Derzeit startet Grube vor allem in der Mittagszeit seinen Bootsmotor, um die im Strom ausgelegten Reusen zu kontrollieren. Noch ist die Hochzeit nicht erreicht, aber wenn Mitte März die Wassertemperatur bei etwa acht Grad liegt, können auch einmal 1000 Kilogramm Stint in den Fangvorrichtungen am Flussgrund zappeln. An Land wird den Fischen der Kopf entfernt, danach werden sie ausgenommen, gründlich gewaschen und gesalzen. Die meisten von ihnen kommen in Roggenmehl gewendet und mit Speck gebraten auf den Tisch so isst auch der Elbfischer den rund 20 Zentimeter großen Edelfisch am liebsten. Und das täglich. „Er ist ja nur kurze Zeit da, das muss man ausnutzen“, sagt er.

Nur während der wenigen Wochen im Frühjahr verlassen die etwa drei Jahre alten Fische das Salzwasser der Nordsee und der Unterelbe, schwimmen den Strom hinauf und legen dort ihren Laich ab. Wilhelm Grube ist der einzige Berufsfischer, der an der Elbe zwischen Hamburg und Geesthacht große Mengen an Stint fängt. Denn nur wenige Schwärme ziehen weiter als bis zur Geesthachter Staustufe und damit in die Reviere seiner Berufskollegen.

Mit dem Fisch versorgt der 59-Jährige nicht nur sein eigenes Lokal am Hoopter Elbdeich, sondern auch Restaurants in Lüneburg und im großen Umkreis. „Am Wochenende ist bei uns schon die Bude voll“, berichtet der Fischer. „Und ab nächster Woche gehts richtig rund!“