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Gut besucht war am Sonnabend die Lopautalhalle in Amelinghausen. Rund 350 Brandschützer und Gäste waren zur Jahresversammlung der Kreisfeuerwehr gekommen, informierten und unterhielten sich. Foto: t&w
Gut besucht war am Sonnabend die Lopautalhalle in Amelinghausen. Rund 350 Brandschützer und Gäste waren zur Jahresversammlung der Kreisfeuerwehr gekommen, informierten und unterhielten sich. Foto: t&w

Feuerwehren im Kreis Lüneburg rücken 2014 rund 1100-mal aus

emi Amelinghausen. Nach wochenlanger Trockenheit, hohen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit brach im August 1975 im Kreis Gifhorn ein Feuer aus, das sich schnell ausbreitete. Zeitweise bekämpften 13000 Feuerwehrleute aus neun Bundesländern, 11000 Soldaten sowie Helfer weiterer Organisationen die meterhohen Flammenfronten.

Mit eindringlichen Worten erinnerte Torsten Hensel am Sonnabend gleich zu Beginn der Jahresversammlung der Kreisfeuerwehr in der Amelinghausener Lopautalhalle an die größte Waldbrandkatastrophe Norddeutschlands.

„In diesem Jahr jährt sie sich zum 40. Mal“, sagte Lüneburgs Kreisbrandmeister vor rund 350 Brandschützern und Gästen in seiner Begrüßungsrede. „Seit vielen Jahren haben wir Glück, aber wir dürfen die Waldbrandgefahr nicht unterschätzen.“

Das zurückliegende Jahr sei dagegen insgesamt sehr ruhig gewesen, berichtete der 49-Jährige. Die 95 Feuerwehren im Landkreis rückten im Jahr 2014 zu 1127 Einsätzen aus. Ein ex­trem geringer Wert nur im Jahr 1998 waren es noch weniger.

„Seit 1993 wurden durchschnittlich 1356 Einsätze durch die Feuerwehren im Landkreis abgearbeitet, mit den 1127 lagen wir deutlich unter dem langjährigen Mittel“, sagte der Kreisbrandmeister. Im Vergleich zum Jahr 2013 (1316 Einsätze) ergibt sich ein Rückgang von rund 14 Prozent.

Feuer war im vergangenen Jahr in rund einem Viertel der Fälle Grund der Alarmierung. Die Statistik verzeichnet 306 Brände, darunter 22 Gebäude-, vier Dachstuhl-, 28 Zimmer- und Keller-, 49 Container-, 30 Fahrzeug- und 32 Wald- und Flächenbrände. Küchenbrände, häufig ausgelöst durch Essen auf dem Herd, schlagen mit 29 zu Buche.

Alles in allem ergeben sich so 37 Brandeinsätze weniger als im Jahr 2013, ein Minus von 11 Prozent. Die Flammen richteten einen Schaden von rund 3,4 Millionen Euro an. Demgegenüber konnten die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden durch ihr Eingreifen Werte von 25,1 Millionen Euro erhalten.

Bei allen Einsätzen befreiten die Brandschützer 369 Personen aus Notlagen. So öffneten sie beispielsweise 151 Türen für Polizei und Rettungsdienst, schnitten bei 16 schweren Verkehrsunfällen eingeklemmte Männer, Frauen und Kinder aus ihren Fahrzeugen, retteten Menschen, bargen Tote, rückten zu 65 Sturm- und 86 Wasserschäden aus.

Kritik übte der Kreisbrandmeister in seiner Rede an den Plänen zum Konzept der Feuerwehrausbildung. In Celle- Scheuen sollte die „Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz“ (NABK) errichtet werden, führte Torsten Hensel aus, Trainings-, Bildungs-, Technik- und Sportzentrum sollten gebündelt an einem Standort entstehen, um eine moderne Ausbildung zu gewährleisten. Übrig geblieben seien unter der neuen Landesregierung jedoch nur „leere Versprechungen“.

Wegen Finanzierungsproblemen seien nun nämlich zwei Standorte im Gespräch, Lehrgangsteilnehmer müssten demnach pendeln.

„Für uns nicht nachvollziehbar!“, schimpfte der 49-Jährige. „Jede Kommune nimmt für Fahrzeuge, Ausrüstung, Digitalfunk und Feuerwehrhäuser erhebliche Haushaltsmittel in die Hand. Und das Land Niedersachsen kriegt es nicht hin, für 130000 Feuerwehrleute eine Akademie an einem Standort für 80 Millionen Euro zu errichten!“

Die Landtagsabgeordneten unter den Gästen forderte Kreisbrandmeister Torsten Hensel auf, sich für die Ein-Standort-Lösung und die finanziellen Mittel einzusetzen. Dafür erntete er von seinen Kameraden tosenden Applaus.