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Von der alten Japanischen Kirsche ist nur noch der Baumstumpf geblieben. Foto: nh
Von der alten Japanischen Kirsche ist nur noch der Baumstumpf geblieben. Foto: nh

Japanische Kirsche musste weichen

rast Lüneburg. Die alte Japanische Kirsche an der Ecke Herder- und Kantstraße war mit ihren rosafarbenen Blüten in jedem Frühjahr eine Augenweide, doch jetzt ist sie verschwunden. Die Lüneburger Wohnungsbau GmbH hat sie fällen lassen. Die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gegeben gewesen, heißt es. Das bezweifelt Bettina Wehdemeier-Pusch, die in der Nähe wohnt und die das Alter des Baumes auf etwa 50 Jahre schätzt: „Die Wohnungsbaugenossenschaft führte im letzten und führt in diesem Jahr eine umfangreiche energetische Sanierung der fünf Wohnblocks an der Herderstraße durch.“ Als Grund für die Fällung mutmaßt sie: „Für die Baumaschinen, die während der energetischen Sanierung eingesetzt werden, ist es sehr viel einfacher, das etwa sieben Meter entfernt liegende Haus zu umfahren, wenn eben kein Baum mit großer Krone dort steht.“

Dem widerspricht LüWoBau-Geschäftsführerin Heiderose Schäfke: „Das hat damit nichts zu tun. Die Standsicherheit war gefährdet.“ Bettina Wehdemeier-Pusch sagt, es sei nichts zu sehen gewesen, was auf eine Krankheit des Baumes hätte deuten können: „Fußgänger waren durch den Baum weder gefährdet noch gestört.“ Dazu erwidert Heiderose Schäfke: „Wir sind gehalten, regelmäßig die Standsicherheit der Bäume zu prüfen, gucken jeweils im Herbst und beantragen das Fällen, wenn es notwendig ist, bei der Stadt. Das Fällen geschieht immer vor der bevorstehenden Brut- und Setzzeit. Von außen war tatsächlich nichts zu sehen, aber der Stamm war gerissen, die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet. Mir persönlich hat es um diesen Baum sehr leid getan, er war wirklich schön.“ Aber in Kauf zu nehmen, dass er vielleicht einen spazieren gehenden Altenheimbewohner oder ein Kind erschlägt, sei unverantwortlich.

Die Stadt hatte den Antrag geprüft, sich die Japanische Kirsche genau angesehen. Pressesprecherin Suzanne Moenck verdeutlicht: „Dieser laut Baumschutzsatzung eigentlich geschützte Baum war nicht mehr standsicher.“ Heiderose Schäfke: „Uns wurde hier eine Ausnahmegenehmigung nach Paragraph 6 der Baumschutzsatzung erteilt.“ Und diese Genehmigung erhält auch eine Auflage: „Wir müssen einen Baum mit einem Stammumfang von mindestens 16 bis 18 Zentimetern neu pflanzen.“