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Harburgs Landrat Rainer Rempe (l.) war Gastgeber für den Marktplatz des Projektes „Smart Region“, hier mit MdL Andrea Schröder-Ehlers und Gesundheitsholding-Chef Rolf Sauer, der ein Netzwerk für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorschlägt. Foto. jj
Harburgs Landrat Rainer Rempe (l.) war Gastgeber für den Marktplatz des Projektes „Smart Region“, hier mit MdL Andrea Schröder-Ehlers und Gesundheitsholding-Chef Rolf Sauer, der ein Netzwerk für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorschlägt. Foto. jj

Metropolregion wirft Netz nach EU-Millionen aus +++ plus Videos und Fotos

jj Lüneburg. Wann geht es einer Wirtschaftsregion gut, wann gilt sie als robust? Sicher nicht, wenn sie am Fördertropf der EU hängt, provoziert Volker Krause. Seine Impulsrede beim „Smart Region“-Marktplatz der Innovationen in der Burg Seevetal war von kritischen Passagen durchzogen. Eigentlich wollen die Wirtschaftsförderer der Süderelbe AG für die Metropolregion mit ,,Smart“-Projekten den für Niedersachsen 300 Millionen Euro schweren EU-Fonds für regionale Entwicklung anzapfen.

Doch Krause, Geschäftsführer und Gesellschafter der Bolsener Mühle bei Uelzen, fordert vor allem, auf die gesunde Mischung von großen und kleinen Betrieben in einer Region zu achten und nicht so sehr auf die Fördertöpfe. ,,Es muss auch ohne gehen.“ Krause ist zudem ein Freund von Projekten, die von der Basis kommen, die organisch wachsen und nicht aufgepropft werden. Und er weiß, wo der Kern einer Wirtschaftsregion liegt: beim produzierenden Gewerbe. Ist der Kern heiß, ist auch der Boden für Handwerk und Dienstleister golden. Mit Fördergeld könne schließlich auch viel Unsinn angestellt werden. So erdete er die rund 200 Teilnehmer.

 

Den Impuls hätten sich die Süderelbe-Manager sicher dynamischer vorgestellt. Schließlich haben sie für ,,Smart Region“ Kompetenz an Bord geholt: Berater von „Prognos“ und „CIMA“, zwei Schwergewichte bei Zukunfsthemen. Die „Smart Region“, gewachsen aus vielen Ideen, geht am Ende mit einer Handvoll von Projekten an den Start um die EU-Millionen, Ideen aus „Kompetenzfeldern“ wie Gesundheits- und Sozialwirtschaft, Energie- oder Landwirtschaft, Digitale Medien und Kreativwirtschaft. Und zwar in den Kreisen Harburg, Stade, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen sowie der Hansestadt Lüneburg.

In Seevetal waren die Landräte, Kommunal- und Landespolitiker, Verwaltungs- und Verbandsexperten gefordert, die Projektideen, die dort präsentiert wurden, zu schärfen.  Lüneburgs Gesundheitsholding-Chef Rolf Sauer zum Beispiel arbeitet an einem Netzwerk aller Beteiligten der Metropolregion in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Das Kind kennt seine Ärzte, Lehrer, Sporttrainer, manche auch schon das Jugendamt, aber kennen sich diese Beteiligten untereinander, findet ein Austausch statt für Therapie und Nachsorge?“ Im Gegensatz zum Arzt erlebt der Fußballtrainer das Kind in einer alltäglichen Situation und kann darüber berichten, Voraussetzung aber sei der genannte Austausch. Für Sauers Holding ist die Metropolregion ideal geschnitten, sie hat in allen Kreisen Standbeine.

Anker fürs Pilotprojekt wäre die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) in Lüneburg, gemeinsam mit niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern. Die KJPP besitzt den Versorgungsauftrag für die gesamte „Smart Region“ und den Heidekreis. Als Teil der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Lüneburg bestehen Tageskliniken in Lüneburg und Stade sowie kinder- und jugendpsy­chiatrische Institutsambulanzen in Lüneburg, Stade und Buchholz in der Nordheide. 2015 ist die Eröffnung einer Tagesklinik im Heidekreis sowie im Kreis Uelzen geplant. Alle Akteure, die an der Behandlung und Betreuung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher beteiligt sind, sollen für die Plattform gewonnen werden.

Landrat Manfred Nahrstedt macht es eine Nummer kleiner: Er könnte sich einen virtuellen Kaufmannsladen für Produkte aus der Arche Region Neuhaus vorstellen, zum Beispiel entwickelt von der Leuphana, die auch in Seevetal vertreten war.