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In der Kfz-Werkstatt im Technologiezentrum Lüneburg schraubt der Auszubildende Vladislav Kern an einem Auto. Er lernt in einer Männerdomäne. Foto: nh
In der Kfz-Werkstatt im Technologiezentrum Lüneburg schraubt der Auszubildende Vladislav Kern an einem Auto. Er lernt in einer Männerdomäne. Foto: nh

Auto-Werkstatt bleibt Männerdomäne

lz Lüneburg. Keine Veränderung bei den beliebtesten Ausbildungsberufen im Handwerk: Spitzenreiter war auch 2014 der Kfz-Mechatroniker. 847 junge Menschen haben 2014 in diesem Beruf einen neuen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Die Werkstätten bleiben eine klare Männerdomäne, denn nur 45 dieser neuen Azubis sind Frauen. Auf den Plätzen zwei und drei in der Beliebtheitsskala gab es ebenfalls keine Veränderungen. Neue Elektroniker-Azubis gab es 503, neue Lehrlinge im Beruf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 472. Auch diese beiden Berufe sind unverändert überwiegend in männlicher Hand. Anders bei dem Viertplatzierten: 302 von insgesamt 328 neuen Friseuren sind weiblich. Friseur bleibt damit bei jungen Frauen der beliebteste Ausbildungsberuf im Handwerk. Platz fünf belegt das Tischlerhandwerk mit insgesamt 311 neuen Ausbildungsverträgen, darunter 27 Frauen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 5340 neue Ausbildungsverträge im Bezirk der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade abgeschlossen und damit fast genauso viele wie im Jahr davor (5376). „Das ist ein Ergebnis, über das wir uns sehr freuen“, sagt Kammerhauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer. Anders als in anderen Bezirken sei der Nachwuchsmangel offenbar im Kammerbezirk noch nicht vollends angekommen. Auffällig sei aber, dass sich rund 40 Prozent der neuen Ausbildungsverträge auf die fünf beliebtesten Ausbildungsberufe verteilen. „Offenbar ist die Vielfalt der Ausbildungsberufe im Handwerk noch nicht deutlich genug geworden. Hier müssen wir noch stärker tätig werden“, findet Sudmeyer. Ebenfalls bemerkenswert sei, dass mittlerweile überdurchschnittlich viele Schüler mit Realschulabschluss, Fachabitur oder Abitur eine Ausbildung in einem der fünf beliebtesten Berufe begonnen hätten.

Gleich geblieben ist der Frauenanteil unter den Berufsanfängern im Handwerk: Mit 1222 weiblichen Auszubildenden, also rund 23 Prozent, entspricht er dem Wert des Vorjahres. Auch ihren Vorlieben sind die jungen Frauen treu geblieben. Den Friseuren auf Platz eins folgen auf Platz zwei und drei die Bäckereifachverkäuferin und die Kauffrau für Büromanagement, ehemals Bürokauffrau, mit 219 beziehungsweise 109 neuen Auszubildenden. Mit weitem Abstand folgen schließlich die Zahntechniker mit 57 und die Augenoptiker mit 48 neuen Lehrlingen.

Über freie Lehrstellen oder Praktikumsplätze informiert die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer, zu finden unter www.hwk-bls.de im Internet. Sie ist auch als App unter dem Stichwort „Lehrstellenradar“ verfügbar.