Aktuell
Home | Lokales | Ideen für Stadtfest im Zeichen der Partnerschaften gefragt
Beim Hansetag in Lüneburg sorgte im Jahr 2012 unter anderem eine Delegation aus der estnischen Partnerstadt Tartu für Farbtupfer. Ein Vorbild für künftige Stadtfeste? Foto: A/t&w
Beim Hansetag in Lüneburg sorgte im Jahr 2012 unter anderem eine Delegation aus der estnischen Partnerstadt Tartu für Farbtupfer. Ein Vorbild für künftige Stadtfeste? Foto: A/t&w

Ideen für Stadtfest im Zeichen der Partnerschaften gefragt

as Lüneburg. Partnerstädte als Motor fürs Stadtfest, diese Idee trug die CDU in den Lüneburger Rat. Bei der nächsten Feier im Juni werden zwar keine Delegationen aus befreundeten Städten wie Tartu, Clamart oder Naruto mit Aktionen und Auftritten neue Akzente setzen. Aber bei einer Enthaltung folgte der Rat am Donnerstag dem Vorschlag der Verwaltung, dass der Prüfantrag der Christdemokraten erst einmal an die Lüneburg Marketing GmbH weitergegeben wird.

„Es liegt einiges im Argen beim Stadtfest“, sagte CDU-Fraktionschef Niels Webersinn mit Blick darauf, dass es nach der letzen Feier Kritik hagelte. Deshalb sei man gefordert, wie auch bei den Städtepartnerschaften neue Impulse zu setzen. Das Fest könnte alljährlich unter die Patenschaft einer Partnerstadt gestellt werden und die Partner könnten so die Möglichkeit bekommen, mit Aktionen und Ständen mitzuwirken und das Fest zu beleben. Von der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft habe er bereits gehört, dass diese den Antrag der CDU begrüßen, auch die Schausteller sprächen sich dafür aus. Im Übrigen sei die Lüneburg Marketing GmbH (LMG) zuständig fürs Stadtfest in der Neuaufstellung und könne sich so auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Eckhard Neubauer (SPD) hielt dagegen, die LMG nehme ihr Kerngeschäft bestens wahr, die Stadtführungen seien stark nachgefragt, der Tourismus floriere und alle Veranstaltungen seien durchgeführt worden. Mit Blick auf das Stadtfest sei festzuhalten: es sei das größte in der Region, und die Kritik sei uralt. Gleichwohl enthalte der Prüfantrag ein wichtiges Thema: „Die Partnerschaften haben eine kulturelle Dimension.“ Aber der Prüfantrag komme zum falschen Zeitpunkt, denn die Verträge fürs nächste Stadtfest seien schon unterschrieben. Wenn der neue LMG-Chef gefunden sei, sollte man die Idee der CDU noch einmal diskutieren. Was Renate Rudolph (CDU) mit den Worten konterte: „Dann stellen Sie den Antrag.“

Die Attraktivität des Stadtfests hat gelitten, räumte auch Jens Kiesel (Rentnerpartei) ein. Deshalb seien neue Ideen gut. Er schlug vor, den Prüfantrag dahingehend zu erweitern, dass auch Delegationen von Städten aus Niedersachsen das Fest mitgestalten sollten. Für Andreas Meihsies, Fraktionschef der Grünen, ist die „Saat der Grünen aufgegangen“. Bereits im vergangenen Oktober hatte er bemängelt, Bier, Bratwurst und Banalitäten machten das Stadtfest aus. Ein neues Konzept müsse her, das Fest solle nur noch alle zwei Jahre stattfinden. „Aber es sollten nicht irgendwelche Ideen auf den Markt geworfen werden, sondern wir sollten den neuen LMG-Geschäftsführer abwarten.“ Im Übrigen sei das Ganze auch eine Frage der Finanzierung. Da hielt Michèl Pauly dagegen, dass er sich auch Wege vorstellen könne, wie das Fest mit den Städtepartnern auch ohne mehr Geld umgesetzt werden könnte. Doch Oberbürgermeister Ulrich Mädge verwies darauf, dass, wenn aus Japan eine Delegation komme, dies mit 40000 Euro zu Buche schlage. Partnerstädte zum Stadtfest einzuladen, könnte durchaus eine Belebung der Städtepartnerschaften sein. Doch er sei nicht überzeugt, dass zum Beispiel Musikgruppen aus den Städten wirklich ein Kick fürs Stadtfest seien.