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Zwar haben Michael Krämer-Gfrörer und seine Kollegen in der Postfiliale an der Adendorfer Von-Stauffenberg-Straße gut zu tun, dennoch soll die Filiale Ende Juni geschlossen werden. Foto: be
Zwar haben Michael Krämer-Gfrörer und seine Kollegen in der Postfiliale an der Adendorfer Von-Stauffenberg-Straße gut zu tun, dennoch soll die Filiale Ende Juni geschlossen werden. Foto: be

Post im Adendorfer Zentrum schließt

pet Adendorf. Pakete aufgeben, Briefmarken kaufen, Porto-Ermittlung und auch Bankgeschäfte erledigen das alles und noch mehr können die Adendorfer seit 1999 in ihrem Ortszentrum, in der Postfiliale im Aktivmarkt Bergmann in der Von-Stauffenberg-Straße. Aber nur noch bis zum 30. Juni dieses Jahres. Denn Inhaber Volker Bergmann hat den Vertrag mit der Deutschen Post gekündigt.

Verschiedene Postleistungen werden zwar auch im Marktkauf an der Artlenburger Landstraße und im Paketshop der Bäckerei Hesse in der Dorfstraße angeboten, ob es aber auch künftig im Zentrum der knapp 11000 Einwohner zählenden Gemeinde eine Poststelle gibt und wenn ja, wo, das ist noch ungewiss.

Im November vergangenen Jahres hatte Bergmann den Vertrag mit der Post gekündigt. „Die Poststelle hatten wir seit 1999, seit der Eröffnung des Geschäfts, im Haus“, erklärt der Kaufmann. Bis dahin hatte die Post eine eigene Filiale im Kirchweg.

„Der Aufwand und auch die Verantwortung standen am Ende aber in keinem Verhältnis mehr zu den Einnahmen“, sagt Volker Bergmann. Mit Öffnungszeiten von Montag bis Sonnabend und einem Personalaufwand von 75 bis 80 Stunden pro Woche sei man von einer Kostendeckung weit entfernt. Man habe der Post auch angeboten, eine Fläche im Markt an der Von-Stauffenberg-Straße anzumieten, habe aber keine Reaktion bekommen.

Bürgermeister Thomas Maack ist über das Aus für die Postfiliale in der Von-Stauffenberg-Straße informiert. „Ich habe auch schon mit dem zuständigen Mitarbeiter der Post in Hannover gesprochen. Ein Ergebnis gibt es aber noch nicht.“ Eine „große Gemeinde wie Adendorf“ brauche im Zentrum unbedingt eine Poststelle, erklärt Maack.

„Wir wollen unser Ortszentrum weiterentwickeln. Da ist es doch klar, dass da eine Poststelle ebenso dazu gehört wie etwa ein Lebensmittelmarkt oder die Sparkasse.“ Er sei auch bereit, der Post zu helfen, einen Nachfolger und Räumlichkeiten für die Postfiliale in der Von-Stauffenberg-Straße zu finden. „Ich habe auch kein Problem damit, selbst loszugehen und mit Geschäftsleuten zu sprechen, ob sie sich vorstellen können, die Post zu übernehmen. Aber ich habe noch keine Resonanz von der Post bekommen.“

Maike Wintjen von der Pressestelle Hamburg der Deutschen Post bestätigt, dass die Filiale in der Von-Stauffenberg-Straße geschlossen wird. Sie sagt: „Unsere Gebietsleitung arbeitet derzeit bereits an einer Nachfolgelösung. Wir führen bereits Gespräche, aber für genauere Angaben ist es derzeit noch zu früh.“

3 Kommentare

  1. Postkunde (wie wir alle)

    Ich sage nur: 2,2 Milliarden Euro Gewinn im letzten Jahr. Gewinnversprechen an die Aktionäre für die kommenden Jahre in gleicher Höhe oder wenn möglich auch mehr! Möglich macht man das durch Outsourcing und Vergabe von Dienstleistungen an Subunternehmen und Einrichtung sogen. Postargenturen wie in diesem Fall. Der kleine Mann und die kleine Frau zahlt die Zeche durch schlechteren Service einerseits und geringerer Entlohnung andererseits. Gutes Beispiel ist auch die Schaffung der neuen DHL Deliivery GmbH´n, durch die nach und nach die Paketzustellung übernommen wird. Entlohnung nicht mehr nach Posttarif, sondern nach regional ausgehandelten Tarifen des Speditionsgewerbes. Das ist halt der Preis, den man für Privatisierungen ehemaliger Staatskonzerne zahlen muss. In diesem Sinne, mehren wir gemeinsam das Kapital der Shareholder. 😉

  2. Was den Service betrifft kann ich Ihnen nicht zustimmen, sondern habe genau gegenteilige Erfahrungen. Früher gab es in unserem Stadtteil eine Postfiliale. Sie war i.d.R. mit zwei Beamten besetzt. Meistens war jedoch immer nur ein Schalter geöffnet. Mit einer fast schon beneidenswerten Ruhe und manchmal auch Unfreundlichkeit wurden die Kunden „bedient“. Heute haben wir in einem Schreibwarengeschäft eine Postagentur. Die Mitarbeiter sind sind fix, freundlich, hilfsbereit und äußerst kompetent. Und selbst bei starkem Andrang gibt es keine langen Schlangen oder Wartezeiten. Zuvor in der Postfiliale waren lange Warteschlangen bis vor die Tür keine Seltenheit. Kurzum: Der Service ist nach meinen Erfahrungen deutlich besser geworden.

    • Postkunde (wie wir alle)

      Grundsätzlich haben Sie recht, nur das Problem ist doch, dass keine vernünftigen Aufwandsentschädigungen an die Agenturnehmer gezahlt werden. Was nützt es da, dass die Mitarbeiter in den EDEKA- / Schreibwaren- und sonstigen Geschäften fix und freundlich sind, wenn sich das ganze nicht rechnet und die Veträge gekündigt werden. Soll denn, wie in einigen Orten in der Vergangenheit schon passiert, die Gemeinschaft der Postnutzer zusätzlich bezahlen, damit die Post im Ort bleibt? Ich meine mich zu erinnern, dass es Bürgermeister gab, die in ihren Amtsstuben einen Postschalter eingerichtet hatten, der von Mitarbeitern (auf Steurkosten) der Gemeide betrieben wurde.
      Was halten Sie denn davon, das Briefe teilweise nicht zeitgerecht zugestellt werden, weil im Personalsektor gespart wird und es für Urlaubs- und Krankenvertretungen kein Personal mehr gibt. Oder, dass Subunternehmer mit irgend welchen Autos durch die Gegend fahren und die Post (Briefe und Pakete) für einen Minimallohn bei Kunden abholen und Briefkästen leeren.
      Vor nicht einmal 10 Jahren hätte man die Polizei alamiert, wenn ein nicht gelbes Auto an einem Briefkasten stand und jemand die Post dort herausholte. Heute machen das Subunternehmer, die teilweise die von der Post übernommenen Leistungen noch einmal an einen weiteren Subunternhmer (in der Regel Scheinselbständige) vergeben. Und das Geld, was da dann ankommt, das reicht hinten und vorne nicht für diesen Menschen. Das habe ich gemeint mit der Privatisierung von Staatskonzernen. Am Ende zahlen wir doch drauf, siehe die jährlichen Portoerhöungen.