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Vertriebstrainer Stephan Heinrich gab Tipps, wie der Kunde besser zu erreichen ist: Der Händler sollte die Sicht des Kunden einnehmen. Foto: t&w
Vertriebstrainer Stephan Heinrich gab Tipps, wie der Kunde besser zu erreichen ist: Der Händler sollte die Sicht des Kunden einnehmen. Foto: t&w

Mehr Schwung für die Stadt-Werbung

ca Lüneburg. Oberbürgermeister Ulrich Mädge weiß, dass es in Handel und Gas­tronomie grummelt. Manchem Händler und Wirt schmecken die Abgänge in Serie bei der Marketinggesellschaft und deren dickes Minus in der Kasse gar nicht. Wohl auch deshalb hat der Verwaltungschef am Mittwochabend bei der Jahresversammlung der Handelsorganisation LCM in der Diele der „Krone“ eine Botschaft für die Geschäftswelt: Im Herbst solle ein neuer Geschäftsführer antreten, sein Schwerpunkt sollen Citymanagement und Veranstaltungen sein, denn im Tourismus laufe es gut. Die Gesellschafterversammlung werde jetzt einen neuen Aufsichtsrat wählen, der dann die Weichen für ein Auswahlverfahren stellt. Mädge unterstrich zudem, dass die Stadt und die ihr angeschlossene Kurmittel GmbH als Geldgeber den Löwenanteil des Etats beisteuern mehr Geld aus dem Stadtsäckel werde es aber nicht geben.

Zuvor hatte LCM-Vorsitzender Heiko Meyer aus Sicht des Handels eine Einschätzung der wirtschaftlichen Situation gegeben. In Kurzform: Den meisten Betrieben gehe es gut, doch die Konkurrenz durch das Internet mache manchem zu schaffen. Der „Dienst am Kunden“, der vor allem in den inhabergeführten Geschäften geboten werde, locke Besucher an. Gerade deshalb sei es von „herausragender Bedeutung“, dass Veranstaltungen und Aktionen sowie eine Betreuung des Handels betrieben werden, dafür bedürfe es eines Citymanagers. Auch müsse man sich vorbereiten auf „die Zeit nach den Roten Rosen“, seit Jahren wirkt die ARD-Nachmittagsserie wie ein Magnet auf Lüneburg-Besucher.

Bekanntlich waren der Marketinggesellschaft Führungskräfte von Bord gegangen: Geschäftsführer Stefan Prusch­witz hatte Lüneburg vergangenes Jahr verlassen, die Bilanz war durch ein Minus von gut 130000 Euro verhagelt. Aufsichtsratschef Dirk Michael Habor hatte später ebenso das Handtuch geworfen wie Citymanager Martin Zießnitz. Mädge räumte ein, dass es Probleme auch beim Personal gegeben habe. In den vergangenen Monaten habe man die Gesellschaft „bis auf die Sohle durchforstet“. Nun könne man einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und neue Strukturen angehen.

Es gab Anerkennung. Meyer lobte, dass die Stadt bis Ende des Jahres die Bäckerstraße komplett mit neuem Pflaster auslegen will. Zudem hätten Veranstaltungen, an denen der Handel beteiligt war, eine gute Resonanz gefunden, etwa die Kunst-Giebel-Aktion, die Modenschau in den Räumen des noch im Werden begriffenen Museums und die Veranstaltungen und Märkte in der Weihnachtszeit.

Für Kurzweil sorgte Vertriebs­trainer Stephan Heinrich, der den Händlern unter anderem riet, den Kunden in seiner Verwirrung zu lassen: Wer verunsichert sei, vertraue eher der Kompetenz des Verkäufers. Applaus ernteten die Schauspieler Burkhard Schmeer und Kerstin Kessel, die sich mit Witz dem Thema „Kunde König und der ungeschützte Geschäftsverkehr“ widmeten.

Wahlen standen ebenfalls auf dem Programm. Dirk Michael Habor verließ den Vorstand nach 18 Jahren, Horst Bergmann, der als Karstadt-Filialleiter in den Ruhestand gegangen ist, kandidierte nicht wieder. En bloc wählte die Versammlung dann den neuen Vorstand: Den Vorsitz hat wieder Heiko Meyer inne, ihm zur Seite stehen Modehändlerin Ines Kruse und der neue Karstadt-Chef Eberhard Wedler. Als Schatzmeister fungiert weiterhin Schuh-Spezialist Cornelius Schnabel, das Amt des Schriftführers übt erneut Frank-Peter Jahns aus, der beruflich die Peek & Cloppenburg-Filiale leitet.