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Daria (7) beißt in eine Paprika, Sofia (6) wartet gespannt auf ihre Reaktion. Hinten schauen derweil Cassandra (6) und Dominik (6), welche Obst- und Gemüsesorten die LZ sonst noch mitgebracht hat. Foto: t&w
Daria (7) beißt in eine Paprika, Sofia (6) wartet gespannt auf ihre Reaktion. Hinten schauen derweil Cassandra (6) und Dominik (6), welche Obst- und Gemüsesorten die LZ sonst noch mitgebracht hat. Foto: t&w

Die Gurke ist eine Zucchini: Kinder probieren sich am Tag der gesunden Ernährung durch Obst- und Gemüsesorten

chm Lüneburg. Neugierig schiebt sich Avid ein Stück Gemüse in den Mund. Er kaut, schluckt und verzerrt das Gesicht: „Das schmeckt komisch“, findet der Sechsjährige. Für eine Gurke habe er das Stück zuerst gehalten, aber die schmecke ja süßer. Was also ist es dann? „Eine Zucchini!“, ruft Daria (7). Wie auch Cassandra, Sofia und Dominik, alle sechs Jahre alt, kennt sie sich mit Obst und Gemüse schon gut aus. Vor dem heutigen Tag der gesunden Ernährung war die LZ zu Gast in der Lüneburger Igelschule. Mit dabei: ein Korb voller Obst und Gemüse zum Probieren.

Kiwis, Grapefruits, Paprika, Radieschen, Kohlrabi Schüler der 1c haben die frische Kost vom Lüneburger Wochenmarkt gründlich geprüft und gekostet. Am Ende waren sich die Testesser einig: Süße Früchte wie Kiwis oder Bananen schmecken fast allen. „Super lecker“, findet Dominik die Pflaumen. Nicht so gut kommt der ungekochte Rhabarber an. „Zu sauer“, sind sich die Schüler einig.

Vitaminreiche Kost ist den Kindern nicht fremd, viele brächten zu ihrem Käse- oder Wurstbrot ein Stück Möhre oder Gurke mit, erzählt Klassenlehrerin Frauke Walz. Sie glaubt, dass sich ihre Erstklässler durchaus bereits für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung interessieren. „Die Kinder achten gegenseitig darauf, was der andere isst.“ Auch zu Hause bekämen viele gesundes Essen auf den Tisch. Einige Eltern bewirtschaften eigene Gärten schwierig wird es nur, wenn man wie Avid in einem Hochhaus wohnt.

Dass Obst und Gemüse für sie besser sind als zum Beispiel Süßigkeiten, wissen die meisten Erstklässler. Warum, können jedoch nur wenige sagen. In der ersten Klasse wird das Thema Gesundheit zwar unter anderem mal vom Schulzahnarzt angeschnitten, doch es bekommt vielleicht nicht die große Beachtung, die manche Experten fordern. Denn gerade bei jüngeren Kindern entwickelt sich der Geschmack noch, wodurch sie sich leichter an unbekanntes Essen gewöhnen. Es muss eben nicht immer der Griff zum gezuckerten Müsliriegel oder zur Milchschnitte sein, doch natürlich sind auch die in der Igelschule nicht selten zu sehen. „Die Kinder sind vom Lernen meist ziemlich hungrig“, hat Frauke Walz beobachtet. „Viele haben Süßigkeiten dabei, weil sie ganztags in der Schule sind.“ Groß sei deshalb die Vorfreude auf Leckerbissen wie Schokolade die werde oft mit Freude verzehrt. Auch die Kinder seien eben „schon Genussmenschen“, sagt ihre Lehrerin. Es sollte halt nur in Maßen bleiben. Und dass frisches Obst und Gemüse vom Markt auch gut schmecken kann, wissen Avid und seine Mitschüler spätestens jetzt.