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Seit drei Wochen helfen die Schüler der Lüneburger Georg-Sonnin-Schule (BBS II) rund um ihren Lehrer Markus Dierssen bei der Sanierung der alten Dorfscheune in Edendorf. Foto: t&w
Seit drei Wochen helfen die Schüler der Lüneburger Georg-Sonnin-Schule (BBS II) rund um ihren Lehrer Markus Dierssen bei der Sanierung der alten Dorfscheune in Edendorf. Foto: t&w

Lüneburger Georg-Sonnin-Schüler bauen Fachwerk-Wände in Edendorfer Dorfscheune

emi Edendorf. Die Ziegelsteinfassade der alten Dorfscheune sieht bereits aus wie neu. Rund 180 Gefache haben die Edendorfer dafür mit vereinten Kräften zugemauert, vier Doppelfenster wurden eingebaut. Ein besonderer Hingucker sind die Natursteine in der Ostwand neben dem Scheunentor eine Idee des Künstlers Clemens Botho Goldbach, der 2011 zusammen mit der Dorfgemeinschaft die künstliche Ruine „Edena“ schuf. Während draußen noch Kleinigkeiten erledigt werden müssen, wird im Inneren des Gemäuers derzeit noch fleißig gewerkelt: Jetzt haben acht Schüler der Berufseinstiegsklasse Bautechnik der Lüneburger Georg-Sonnin-Schule (BBSII) an den Fachwerk-Trennwänden gearbeitet.

Berufsschullehrer Markus Dierssen wirft geräuschvoll die Motorsäge an. Ein ohrenbetäubendes Kreischen ertönt, Späne fliegen, dann fällt ein Stück vom großen Holzbalken ab. Im hinteren Bereich der Scheune zeigt Schüler Johannes Schult auf das Tagwerk: In einer Ecke auf dem Boden liegen große und kleine Steine wild durcheinander: „Die haben wir heute schon mit der Brechstange aus den Gefachen rausgebrochen“, sagt der 17-Jährige. „Außerdem haben wir Winkel auf den Stützbalken angebracht, auf die kommen später die Querbalken.“ Anschließend werden die Zwischenräume wieder mit Steinen aufgefüllt. Die Fachwerk-Wände sollen später einen Lagerraum umschließen.

Doch auch danach wartet auf die Schüler noch jede Menge Arbeit. Markus Dierssen kündigt an: „Demnächst werden wir Luken bauen und die geschnitzten Pferdeköpfe auf dem Dach erneuern.“ Für den Berufsschullehrer ist es Ehrensache, bei der Sanierung zu helfen, schließlich stammt er aus dem kleinen Edendorf, das zur Gemeinde Bienenbüttel gehört.

Seit dem Wochenende packen auch wieder viele weitere Bürger mit an, um die alte Scheune auf dem Basse-Hof in Eigenleistung auf Vordermann zu bringen. Die meisten sind Mitglieder im gemeinnützigen Verein „Unser Edendorf“, der sich vor zwölf Jahren im Zuge der Aufnahme Edendorfs in das Dorferneuerungsprogramm gegründet hat.

Rund 2700 Arbeitsstunden seien schon in die Sanierung der Scheune geflossen, sagt Edendorfs Ortsvorsteher Hans-Jürgen Franke. Die Renovierung ist Kern des Projektes „Von Stein zu Stein Von der Dorfscheune zum Steingrab Edendorf“, das mit Leader-Mitteln in Höhe von 22000 Euro gefördert wird. 20000 Euro übernimmt zusätzlich die Gemeinde Bienenbüttel.
Mit Hochdruck legen alle Helfer jetzt noch einmal letzte Hand an, denn am 27. Juni ab 14 Uhr soll die Scheune mit einer großen Feier, Musik und Ausstellungen eingeweiht werden. Noch werden Nachwuchs-Künstler dafür gesucht, Interessierte können sich über die Homepage www.unser-edendorf.de bei den Verantwortlichen melden.

Der Termin der Eröffnung wurde im Übrigen nicht zufällig gewählt. Inzwischen konnte anhand des Spruches über dem Eingang rekonstruiert werden, dass das Gebäude im Juni 1855 errichtet wurde. So wird das alte Gemäuer pünktlich zum 160-jährigen Bestehen in neuem Glanz erstrahlen.