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Das Schiff hängt am Haken. Nun muss es auf das Trockendock, Instandhaltungsarbeiten müssen erledigt werden. Foto: t&w
Das Schiff hängt am Haken. Nun muss es auf das Trockendock, Instandhaltungsarbeiten müssen erledigt werden. Foto: t&w

Der Ewer ist gelandet +++ Lüneburger Salzschiff wird überholt +++ plus LZplay-Video

ca Lüneburg. Uwe Rohde klettert vom Bock des schweren Autokrans und guckt erstmal. Der Lüneburger hat mit seinem Kran häufiger Yachten an Land gehoben: „Aber das hier ist was Besonderes.“ Der Ewer muss in die Inspektion, ein paar Holzböcke und Balken-Streben auf dem Gelände der Kläranlage an der Bockelmannstraße bilden gleich neben der Ilmenau das Trockendock. Drei Stunden haben Horst Brechert und seine Freunde vom Ewer-Verein gebraucht, um alles aufzustellen. Es sieht wackelig aus für zehn Tonnen Last. Doch die Crew ist sich sicher: „Das trägt.“ Schließlich stand das flache Boot bei seinem Bau schon einmal auf so einer Konstruktion.
Rohde steuert den Kran in Position, richtet ihn aus. Dicke Bohlen auf dem Boden sorgen für einen sicheren Stand der Seitenstützen. Jetzt sind die ehrenamtlichen Ewer-Fahrer gefragt. Sie müssen zwei blaue Gurte unter das zehn Meter lange Boot ziehen. Feinarbeit. Ziehen, zerren, zurren. Das dauert, bis es sitzt. Kommandos, Rohde lässt die Drahtseile im Kran laufen, richtet den Ausleger aus, zieht, das Schiff schwebt, setzt sich auf die Konstruktion. Die ächzt, aber hält.

Die nächsten Tage hat die neunköpfige Ewer-Mannschaft zu tun. Einer, der anpackt, ist Bernd Strauch. Er sagt: „Wir müssen das Unterschiff saubermachen, unter Wasser bildet sich Bewuchs, der muss runter.“ Zudem soll das Boot kalfatert werden: Die Männer füllen die kleinen Zwischenräume zwischen den Planken vorsichtig mit Hanf aus, versiegeln mit Teer. Auch ein neuer Anstrich ist fällig. Knapp zwei Wochen soll alles dauern. Dann ist Uwe Rohde wieder gefragt: Der Ewer schwebt zurück in die Ilmenau.

Das Schiff ist ein Nachbau nach altem Vorbild, es wurde Ende 2009 vom Stapel gelassen. Ewer sind „Lastesel“ gewesen. Vom 14. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts transportierten sie Salz über die Ilmenau in Richtung Lübeck und Hamburg. Im 16. und 17. Jahrhundert waren mehr als 50 dieser Schiffe in Lüneburg beheimatet. Die Ewer hatten eine Länge von 15 bis 20 Metern und konnten bis zu 20 Tonnen laden.