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Die Grafik zeigt, wie sich der Wolf von Osten nach Westen ausbreitet. Insgesamt leben in Deutschland 31 Rudel, in Niedersachsen sind es bislang fünf. Grafik: nh/nabu
Die Grafik zeigt, wie sich der Wolf von Osten nach Westen ausbreitet. Insgesamt leben in Deutschland 31 Rudel, in Niedersachsen sind es bislang fünf. Grafik: nh/nabu

„Der Wolf ist kein Kuscheltier“ – Mehr als 450 Besucher bei Info-Veranstaltung in Bleckede

ml Bleckede. Peter Pabel wohnt mitten in der Göhrde. „Ich lebe gern neben dem Wolf, brauche ihn aber nicht auf der Terrasse als Kuscheltier“, sagt der Förster und Wolfsberater.

Sebastian Körner ist freilebenden Wölfen an vielen Tagen im Jahr so nah wie kaum ein anderer Mensch in Deutschland. „100-prozentige Sicherheit gibt es im Umgang mit dem Wolf nicht. Doch Angst habe ich keine“, versichert der Biologe und Tierfilmer.

Stefan Erb wiederum gesteht, blauäugig gewesen zu sein. Bis vor eineinhalb Jahren. „Dann war der Wolf da, und vier Schafe waren tot“, berichtet der Schäfer vom Bleckeder Heisterbusch.

Jeder der drei hat unterschiedliche Erfahrungen mit dem Wolf gemacht. Positive wie negative. Auch sind sie sich nicht immer einig, wie Ereignisse bewertet, welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden müssen. Und doch streitet das Trio am Sonntagnachmittag in Bleckede für eine gemeinsame Sache: Unter dem Titel „Der Wolf ist zurück in der Region“ wollen sie im Verbund mit vier weiteren Referenten eine sachliche Diskussion über den Räuber etablieren. Mehr als 450 Zuhörer im Bleckeder Haus belegen: Der erste Schritt ist gemacht.

Verbreitung

Im Jahr 2011 gab es den ersten Nachweis einer sesshaften Wolfsfähe auf den Truppenübungsplätzen um Munster. 2012 wurde auch ein Rüde im Territorium nachgewiesen. Insgesamt sind derzeit fünf Rudel und zwei Paare in Niedersachsen dokumentiert. Unter anderem im Raum Munster, auf dem Truppenübungsplatz Bergen und im Wendland. Hinzu kommen Einzelnachweise auch in den Kreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Heidekreis 2013 und 2014. Weitere Infos für Niedersachsen unter www.wildtiermanagement.com. Die Prognose von Wolfsberater Peter Pabel: „Der Wolf wird weiter nach Westen vordringen, in die dichtbesiedelte Kulturlandschaft.“

Das Territorium eines Wolfsrudels kann in der Größe variieren, liegt in Deutschland aber zwischen 250 und 350 Quadratkilometern, das entspricht einer Fläche von 16 mal 16 beziehungsweise 19 mal 19 Kilometern. Das Territorium ist Lebensgrundlage für ein Rudel. Will ein Jungwolf dort sesshaft werden, muss er die Alttiere vertreiben. Deshalb wandern die jungen Wölfe derzeit weiter nach Westen, sind wie am Wochenende bereits in den Niederlanden gesichtet worden.

Rudel

„Das Wolfsrudel ist vergleichbar mit einer Kleinfamilie“, sagt Tierfilmer Sebastian Körner. Zu der Familie gehören Vater und Mutter sowie einjährige Tiere und die Welpen. In den niedersächsischen Rudeln sind bislang drei bis sieben Welpen jährlich geboren worden. „Die Vorstellung, dass mehrere erwachsene Wölfe im Rudel jagen, um auch größere Tiere erlegen zu können, ist ein Mythos“, sagt der Biologe. Er hat beobachtet: „Übernehmen Wölfe die Verantwortung für ein Rudel, wächst ihre Vorsicht und sie vermeiden Probleme.“

Welpen hingegen sind neugierig, müssen erst ihre eigenen Erfahrungen machen. Auch kennen sie Gerüche wie den des Menschen anfangs nicht. Von den Eltern 23 Stunden am Tag allein gelassen, leben sie auf sogenannten Rendezvous-Plätzen. In Munster ist es Körner das erste und bislang einzige Mal gelungen, Elterntiere und Welpen gemeinsam zu filmen. „Schon die geringste Veränderung der Umgebung macht die Eltern misstrauisch“, sagt der Tierfilmer.

Gefahr für Menschen

Grundsätzlich entwickelt der Wolf, je älter er wird, eine große Scheu vor Menschen. Während Welpen Menschen eher neugierig und interessiert begegnen, meiden Alttiere den Kontakt. Im Falle einer Begegnung sollten Menschen auf sich aufmerksam machen, den Wolf direkt ansprechen.

Gefährlich wird es, wenn ein Wolf die Scheu vor Menschen verliert. Dies ist meist dann der Fall, wenn er angefüttert wird. Das bedeutet: Der Mensch vermutet in der Nähe des Menschen Nahrung. Dies kann auch unbewusst geschehen, indem Picknickreste im Wald liegen gelassen werden. Erwartet ein Wolf beim Kontakt mit einem Menschen Futter und erhält es nicht, ist aggressives Verhalten die Folge. „Um abschätzen zu können, welche Tiere auffällig sind und welche nicht, müssen alle Beobachtungen gemeldet werden“, fordert Tierfilmer Körner.

Schutzstatus

Der Wolf ist durch internationale Abkommen und nationale Gesetze streng geschützt. Weder darf er getötet noch ihm Lebensraum verwehrt werden. Gleichwohl sind seit 2004 insgesamt 15 Fälle in Deutschland dokumentiert, in denen Wölfe illegal getötet worden sind. Die Dunkelziffer hält Tierfilmer Sebastian Körner für hoch, „da ein schwer verwundeter Wolf in der Regel nicht gefunden wird. Auch legen unnatürlich häufige Wechsel an der Spitze von Rudeln in der Lausitz den Verdacht nahe, dass Rüden getötet wurden.“

Behörden

Trotz des hohen Schutzstatus des Wolfes sind den Behörden nicht die Hände gebunden. In Bleckede sagte Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt: „Die Sicherheit der Menschen steht immer an erster Stelle.“ Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz hat nach der Wolfssichtung in einem Wohngebiet bei Wildeshausen das Vorgehen der Behörden verdeutlicht: Auffällige Tiere werden betäubt, einfangen und mit einem Sender ausgestattet. Wird ein Tier wieder freigelassen, soll es durch „unangenehme Reize“ merken, dass ihm der Mensch nichts Gutes will. Der Sender gebe anschließend Aufschluss darüber, wo sich der Wolf aufhalte. Lasse sich das Tier nicht vertreiben und zeige es aggressives Verhalten gegenüber dem Menschen, sei eine Tötung im Falle eines „rechtfertigenden Notstands“ zulässig.

Jagd

Unklar ist noch, welche Auswirkungen die Rückkehr des Wolfes auf die Jagd hat. Während Förster Peter Pabel es für möglich hält, dass rund ein Drittel der bisherigen Jagdstrecken durch Wölfe geschafft werden, hat sich diese Annahme laut Tierfilmer Körner in der Lausitz nicht bestätigt. Dort unterliegen die Strecken den üblichen Schwankungen, sind insgesamt aber nicht zurückgegangen. Auch habe er nicht beobachten können, dass der Wolf das Wild vertreibe. „An den Rendezvous-Plätzen, die ich gefilmt habe, hat auch immer Wild gelebt.“

Nutztierhaltung

Unter den Nutztierhaltern gehen die Meinungen über den Rückkehrer laut Bleckedes Schäfer Stefan Erb weit auseinander. Das Spektrum reiche von rigoroser Ablehnung über Blauäugigkeit bis hin zur Bereitschaft der Koexistenz, sagt das Mitglied im Vorstand des Landesschafzuchtverbandes Niedersachsen. Gleichzeitig warb er um Verständnis für seine Kollegen: „Der Schafbestand in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren um 25 Prozent geschrumpft.“ Folge fehlender Nachfolger und bürokratischen Mehraufwands. „Der Wolf ist für viele das i-Tüpfelchen auf eine ohnehin schon schwierige Situation“, sagt Erb.

In der „Richtlinie Wolf“ des Umweltministeriums in Hannover ist geregelt, dass Nutztierhalter 80 Prozent Förderung für präventive Maßnahmen zum Schutz ihrer Herden wie Elektrozäune und Herdenschutzhunde erhalten. „Elektrozäune versprechen einen hohen Schutz, Betriebe in den Wolfsgebieten hatten bislang keine Probleme“, urteilt Erb. Es müsse gutes Material eingesetzt und professionell aufgebaut werden. Skeptisch ist der Berufsschäfer, ob kleinere Betriebe in der Archeregion und Hobbyhalter ihre Tiere dauerhaft schützen können.

Kritisch sieht Erb den Einsatz von Herdenschutzhunden: „Die Tiere sind teuer, der Umgang mit ihnen ist bisweilen schwierig und sehr zeitintensiv.“

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10 Kommentare

  1. Wie ist es zu rechtfertigen, Wölfe sich ungehindert ausbreiten zu lassen, wenn nicht verhindert werden kann, dass diese „angefüttert“ werden ?
    An allen Rastplätzen und öffentlichen Plätzen (die nicht immer mitten in Städten liegen) sind zugängliche Mülleimer zu finden, in denen nicht selten Lebensmittelreste entsorgt werden. Der Mensch tendiert auch leider dazu, seine Abfälle entlang der Straßen zu „entsorgen“. Wenn die Straßenmeisterei hier nicht regelmäßig sauber macht, kann man schöne Berge finden. Gutes Beispiel: die B4 in Richtung Norden aus der Stadt raus.
    Von vermeintlichen Tierfreunden, die Wölfe durch Futter anlocken wollen, um sie zu Gesicht zu bekommen, rede ich jetzt mal gar nicht. Aber auch diese gibt es.
    Wenn dieses Anfüttern aber nicht auszuschließen ist, nimmt man eine relativ hohe, an den Menschen gewöhnte weil angefütterte Wolfspopulation und damit einhergehend eine erhöhte Gefährdung der Bevölkerung langfristig in Kauf.
    Wie gedenkt man dieses zu unterbinden ?

  2. Woher nehmen die sogenannten Wolfsexperten denn ihr Wissen, dass Wölfe angefüttert werden?
    Ist es nicht vielmehr so, dass der Wolf in Deutschland gezwungen ist in der Nähe des Menschen zu leben?
    Wölfe sind sehr lernwillige Tiere, die lernen innerhalb von 1,5 Generationen ganz neue Verhaltensweisen und das bedeutet für Lüneburg, der Wolf sieht den Menschen nicht als Gefahr, daher meidet er seine Nähe nicht.

    Warum ändern die Wolfs“experten“ alle paar Monate ihre Aussagen und müssen sich der Realität anpassen, die so von kritischen Stimmen vorher gesagt wurden.
    Das sich jetzt eine ganze Schar an Experten und Beratern aus der Verantwortung stehlen will und erkennt, dass es keine Frage ist mehr ob sondern wann es zu einem Zwischenfall mit dem Menschen kommt, ist beschreibend für diese Gruppierung.
    Die Verharmlosung eines Wildtiers in den letzten 10 Jahren, das ein Raubtier ist und bleibt, nimmt kein Ende.

    Was mich erschreckt, dass die Presse nicht im geringsten kritisch ist bei einem so relevanten Thema.
    Schaut man die Berichte und Artikel der letzten Jahre an, so stellte sich in allen Dingen heraus, das uns etwas vorgegaukelt wurde.
    Wo bleibt das journalistische? Es gibt Biologen die warnen, warum fragt die niemand?
    Noch kam es zu keinem Unfall, ich erwarte von der Politik, das diese dafür sorgt, dass das auch so bleibt und das wird bei dem bislang eingeschlagenen Weg nicht so bleiben.

    • bei uns werden jedes jahre etwa 10 menschen durch kühe getötet. wo bleibt da ihr protest? kann es sein, das kühe so schlecht abzuschießen sind, weil die bauern etwas dagegen haben?

      • „Etwa 10 menschen“ ??!! Geht´s etwas genauer, Herr Bruns ? Und wo ist „bei uns“ zu lokalisieren ? Die Zahl scheint mir- wie so viele halbgare Aussagen Ihrerseits – direkt vom Reppenstedter Stammtisch zu kommen.

        • „Etwa 10 menschen“ heißt mehr als keiner, aber weniger als 80 Millionen. Und „bei uns“ heißt bei uns, also nicht bei euch und auch nicht bei den anderen. Ist das nicht genau genug für einen, der sicher nicht einmal näherungsweise exakt zu sagen wüßte, wo der „Reppenstedter Stammtisch“ eigentlich steht, und warum er „halbgar“ nennt, was Klaus vielleicht „halbroh“ gemeint hat?

          Exklusiv für Sie hier aber dennoch die besten Party-Tips zum Wochenende:

          Vor der Party, die Checkliste: a) Duschen, besonders den Genitalbereich gründlich reinigen (die Hoffnung stirbt zuletzt) b) Sicherstellen, daß Ihrem Smartphone noch genügend Datenvolumen für Selfies zur Verfügung steht c) Klamotten: egal, heutzutage können Sie als top-ironischer Trend-Dekonstruktivist sowieso jeden Scheiß anziehen.

          Der In-Cocktail der Saison (Early 2015): Teuer Gin, teures Tonic-Water, zwei Süßstoff, Holundersirup, fünf Würfel Zucker, Mountain Dew, Red Bull. Mischverhältnis: 2x^3=666. Beim Trinken Nase zuhalten.

          Meiden Sie in jedem Fall Veranstaltungen, die mit einem „berühmten DJ aus NYC“ o.s.ä. beworben werden und dafür Wucherpreise beim Einlaß verlangen. Die Wahrheit ist: DJs sind allesamt und ohne eine einzige Ausnahme skrupellose Aufschneider, die abends auf Ihre Kosten große Kasse machen. Sie liegen täglich bis zwölf auf Steuerkosten im Bett, gehen dann ein Eis essen, in den Zoo und laden sich am frühen Abend schnell noch eine Spotify-Playlist herunter, die sie „im Club“ dann abspielen und dazu albern auf nicht angeschlossenen Gerätschaften herumfummeln.

          Vorsicht beim spontanen Geschlechtsverkehr mit fremden Wolfsfreunden: Sie könnten sich verlieben.

          Niemals zuhause feiern! Einer Ihrer Gäste macht garantiert Ärger, regt sich stundenlang über Veganer auf, pinkelt vom Balkon, zerhaut Ihnen mit einem Schwert den Parkettboden und schlimmeres. Am besten einfach niemanden einladen, Rolladen runter, Fernseher an (Empfehlung: Tagesschau), Dosenbier und Tütenchips. Und ab Mitternacht eine milchstraßengroße Kaskade von Lz-Posts über Wolf- und Katzendreck ins Netz stellen.

    • @ Mark Rössler

      In Jonesboro, Arkansas, USA, ist der 53-jährige Anti-Wolf Society-Organizer, ein High-School-Lehrer für Mathematik, im September 2007 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte einen Jäger im Wald niedergeschlagen und mit einer Kartoffelharke zerfleischt, wobei er ein paar Haarbüschel aus dem Balg eines ausgestopften Canis lupus, die er im örtlichen Naturkundemuseum gestohlen hatte, verstreut am Tatort zurück ließ und anschließend selber die Polizei informierte. Sein einziges Motiv war, den Behörden, die seine Warnungen über fünfundzwanzig Jahre nicht beachtet hatten, nachzuweisen, dass Wölfe für den Menschen eine tödliche Gefahr darstellen.

    • Tja,

      lupus est homo homini, non homo (= Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch.) hatte schon Titus Maccius Plautus geschrieben (Asinaria, 495).

      Fragt sich nur, ob er dem Wolf da nicht Unrecht tat.

  3. „Woher nehmen die sogenannten Wolfsexperten denn ihr Wissen, dass Wölfe angefüttert werden?“

    Die googeln sich zusammen, was Ihnen in den Kram passt. Alles, was nicht passt, ignorieren sie einfach. Und dann wiederholen sie sich ununterbrochen – Jahre lang. Ganz genau so, wie Sie es auch machen.

    Denn die Hauptsache ist doch nicht, Recht zu haben, sondern Recht zu behalten, nicht wahr, Mark Rössler?

  4. „Die Vorstellung, dass mehrere erwachsene Wölfe im Rudel jagen, um auch größere Tiere erlegen zu können, ist ein Mythos”, sagt der Biologe.
    Es ist besorgniserregend oder einfach nur irritierend, dass man nach 1 min Google-Suche das Gegenteil von dem findet, was einem der „Biologe“ als fundierte Information verkaufen will:

    Epic wolf hunt caught on camera

    http://www.bbc.co.uk/nature/15385364

    • Jaja, die lieben „Experten“ …
      Aber Hauptsache, man hat einen Satz in den Medien untergerbacht, die die Fangemeinde möglichst oft wiederholt, damit er in den Köpfen hängen bleibt. Dann ist der Wahrheits- und Faktengehalt eigentlich schon egal.

      Wer über das letzte Jahr hinweg die Prognosen und Hinweise der offiziellen Stellen aufbewahrt hat, der dürfte heute über die Flyer aus dem letzten Jahr nur verwundert seinen Kopf schütteln. Was wurde nicht alles geschrieben von menschenscheu, Harmlosigkeit für Weidetiere, nein, und an Rinder traut sich ein Wolf schon mal gar nicht ran, die sind viel zu wehrhaft.
      Und jetzt ist alles das längst eingetreten und trotzdem müssen sich immer noch diejenigen als Spinner bezeichnen lassen, die davor schon zuvor gewarnt haben ? Und die, die bei dem Unsinn ertappt wurden, sind weiterhin die „Fachleute“ ?
      Man muss die Welt ja nicht verstehen, um in ihr zu leben. Aber manchmal macht es einige Dinge doch sehr viel einfacher. Vor allem, ohne ideologische Brille.