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Die Urlaubsregion Lüneburger Heide verzeichnet Rekordzahlen bei den Übernachtungen. Seit 2011 liegt der Wert über der Fünf-Millionen-Marke. Und soll in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Grafik: LHG, kleinebrahm
Die Urlaubsregion Lüneburger Heide verzeichnet Rekordzahlen bei den Übernachtungen. Seit 2011 liegt der Wert über der Fünf-Millionen-Marke. Und soll in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Grafik: LHG, kleinebrahm

Besucherrekord in der Heide – Urlaubsregion zählt rund 5,2 Millionen Übernachtungen

dth Lüneburg. Noch nie zuvor haben so viele Touristen innerhalb eines Jahres in der Urlaubsregion Lüneburger Heide übernachtet wie 2014. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Landesamtes für Statistik in Hannover hervor. So freut sich die 2007 geschaffene Tourismus-Agentur „Lüneburger Heide GmbH“ (LHG) über rund 5,2 Millionen Übernachtungen. Dabei stiegen die Übernachtungszahlen 2014 in der Heide sogar über den Landesdurchschnitt. Während das gesamte Land Niedersachsen um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegte, machte die Lüneburger Heide ein Plus von 1,9 Prozent. Damit scheint aber zumindest bei der Inlands-Nachfrage das Ende der Fahnenstange erreicht. Jetzt will Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der LHG, erstmals auch gezielt im Ausland für die Heide-Region werben.

„Die Zahlen belegen, dass die Lüneburger Heide im Marketing nach wie vor auf der vor einigen Jahren begonnenen Erfolgswelle schwimmt“, sagt Ulrich von dem Bruch. Bereits 2011 hatten die Übernachtungszahlen die magische Fünf-Millionen-Grenze überschritten und steigen seitdem weiter.

Nach Angaben des Landesamtes für Statistik ist die Heide unter den beliebtesten niedersächsischen Urlaubsregionen auf Platz zwei. Mit insgesamt rund 7,5 Millionen war 2014 nur die Nordseeküste noch gefragter. Im Gegensatz zur Urlaubsregion am Meer sei die Lüneburger Heide kein Ziel für den Haupturlaub, sagt von dem Bruch und beruft sich dabei auf Marktanalysen. „Die Lüneburger Heide ist ein Zweitreiseziel.“ Damit konkurriere die Region beispielsweise mit dem Schwarzwald, dem Bayerischen Wald, dem Münsterland oder dem Sauerland um Gäste. Von dem Bruch: „Unsere Kernquellmärkte sind Nordrhein-Westfalen, Berlin und die Neuen Bundesländer. Da kommen rund Dreiviertel unserer Gäste her.“

Auch der Anteil der Auslandsgäste steige, wenngleich die Auslandsmärkte bisher strategisch nicht von der Lüneburger Heide GmbH bearbeitet wurden. Das soll sich nun ändern, nachdem das Potenzial im Inland weitgehend ausgeschöpft scheint. Von dem Bruch: „Wir haben immerhin einen Bekanntheitsgrad von 86 Prozent.“ 2015 werde nun erstmals die Lüneburger Heide auch gezielt in Dänemark und der Schweiz als Urlaubsregion beworben.

Gesellschafter der LHG sind die Landkreise Harburg, Celle, Lüneburg, Uelzen und Heidekreis, sowie die Städte Lüneburg, Celle und Bad Bevensen. Ferner das Heide Park Resort, der Serengeti Park und das Südsee Camp. In dem Bereich stieg seit Gründung der LHG die Zahl der Übernachtungen um 651969. Laut von dem Bruch entspreche das bei einem durchschnittlichen Ausgabevolumen von 104 Euro pro Gast und Übernachtung einem zusätzlichen Umsatz von rund 67 Millionen Euro für die Region in den vergangenen sieben Jahren.

Derzeit vermarktet die LHG als Dachmarkenorganisation auf ihrer Internetseite insgesamt 1126 Beherbergungsbetriebe. In ihren Broschüren und Katalogen sind es insgesamt bis zu 1500. Dabei setzt die LHG auf vier Produktwelten rund um Natur- sowie Gesundheitstourismus, Städte und Erlebnisparks. Einen zentralen Beitrag für den Natur-Tourismus leistet der Verein Naturpark Lüneburger Heide. Für 2015 hofft von dem Bruch die guten Übernachtungszahlen von über fünf Millionen halten zu können. „Man muss realistisch bleiben, einmal ein schlechter Sommer und die Zahlen sind hin.“ Im Fokus stehe zudem, auf die Trends bei der Digitalisierung zu reagieren, da die Touristen vermehrt mit Smartphones und Tablet-PC herumlaufen. So sollen etwa Apps und Internetauftritt überarbeitet werden.

„Verstaubtes Image abgelegt“
Unkoordinierter Einsatz von Ressourcen, ein zu wenig klares Bild der Lüneburger Heide, eine zu breite Attraktivitätsvielfalt, zu wenig Leuchttürme, fehlende Qualität in der Gastronomie und der Beherbergung und ein zu ausgeprägtes Kirchturmdenken. Das waren nur einige Kritikpunkte, die das Europäische Tourismus Institut (ETI) in Trier den Touristikern der Landkreise Soltau-Fallingsbostel, Celle, Gifhorn, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg, Uelzen und Verden via Gutachten ins Stammbuch schrieb.
Das war 2007 und lieferte unter anderem Wirtschaft und Politik die Vorlage zur Gründung der Lüneburger Heide GmbH, die im Januar 2008 ihre Arbeit aufnahm. Allerdings wurde die Urlaubsregion seinerzeit räumlich enger gefasst, ohne die Landkreise Rotenburg, Verden, Lüchow-Dannenberg und Gifhorn. Das Landesamt für Statistik rechnet in seiner jährlichen Erhebung aber immer noch mit den vier Landkreisen als Teil der Urlaubsregion Lüneburger Heide und kommt für die Gesamtregion 2014 somit sogar auf 6,1 Millionen Übernachtungen bei mehr als als 2,1 Millionen Gästeankünften. So oder so ist es ein Rekordwert.
Dazu sagt Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt: „Ich finde, die Lüneburger Heide GmbH und ihr Geschäftsführer Herr von dem Bruch haben unsere Region touristisch gut voran gebracht. Das wird durch die wieder vorgelegten positiven Zahlen deutlich. Die Lüneburger Heide hat ihr verstaubtes Image ablegen können und neue Zielgruppen erreicht.“ Aber: „Ich persönlich würde mir eine stärkere Vermarktung unserer Region in der Metropolregion Hamburg wünschen. Denn dort leben viele Menschen, die uns innerhalb kürzester Zeit gut erreichen können.“
Auch die Hansestadt Lüneburg als Gesellschafter und Mitbegründer der Lüneburger Heide GmbH bewertet die Zahlen positiv. Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagt: „Diese Entwicklung ist sicher auch ein Verdienst der GmbH, die gute Arbeit leistet. Dieser Aufwärtstrend bestätigt unseren Beschluss, die Zusammenarbeit fortzusetzen.“ Und: „Es gibt eine funktionierende Zusammenarbeit von Lüneburg Marketing GmbH und der Lüneburger Heide GmbH, zum Beispiel im Bereich Zimmervermittlung und bei Messen, wo es entweder gemeinsame Stände gibt oder die eine GmbH die andere mitvertritt. Verbesserungen sind immer möglich. Aber wir sollten da erst einmal die Neustrukturierung der städtischen Lüneburg Marketing GmbH abwarten.“

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