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Während im Bundesdurchschnitt rund 30 Prozent der Bienenvölker den Winter wohl nicht überlebt haben, sind die Verluste im Landkreis Lüneburg deutlich geringer. Foto: A/sonja haase
Während im Bundesdurchschnitt rund 30 Prozent der Bienenvölker den Winter wohl nicht überlebt haben, sind die Verluste im Landkreis Lüneburg deutlich geringer. Foto: A/sonja haase

Lüneburger Imker optimistisch

lz Lüneburg. Beim Kreisimkerverein Lüneburg haben prozentual deutlich mehr Bienenvölker den Winter überlebt als im deutschlandweiten Durchschnitt. Das vermutet nach zahlreichen Fachgesprächen Ludwig Schwab, Vorstandsmitglied im hiesigen Imkerverein. Der Deutsche Imkerbund war kürzlich von Verlusten von rund 30 Prozent der Bienenvölker im bundesweiten Durchschnitt ausgegangen, normalerweise seien es nur zehn Prozent. Doch konkrete Angaben ließen sich hier vor Ort noch gar nicht machen, da sich die neue Bienen-Saison erst in den Startlöchern befinde, sagt Ludwig Schwab vom Kreisimkerverein. Aber auch 2014 war die Verlustquote im Landkreis nur halb so hoch wie im Bundesschnitt, das hatte seinerzeit eine anonymisierte Umfrage unter Imkern im Landkreis ergeben.

Der Grund für den Erfolg der Imkerinnen und Imker im Kreis Lüneburg könnte in der besonders guten, praxisorientierten Schulung des Kreisimkervereins Lüneburg für Anfänger und Forstgeschrittene begründet sein, sagt Schwab. „Gut ausgebildete Bienenhalter können ihren Bienenvölkern besser über schwierige Perioden hinweghelfen. Auch in den vergangenen Jahren lag die Überwinterungsrate der Bienenvölker im Raum Lüneburg erheblich über dem Durchschnitt.“

Hauptursache der Winterverluste sei erneut die Varroamilbe, ein Brutparasit, der vor 40 Jahren aus Südostasien nach Deutschland eingeschleppt wurde und inzwischen fast weltweit zu Bienenverlusten beiträgt. Der milde Winter 2013/14, der feuchtwarme Sommer 2014 und der vergangene warme Winter begünstigten die Vermehrung der Milben und erschwerten witterungsbedingt geeignete Therapien mit organischen Säuren.

Im Augenblick befinden sich die Bienenvölker in der „Auswinterung“. Sie unternehmen Reinigungsflüge und sammeln den ersten frischen Pollen von Krokussen, Schneeglöckchen, Winterlingen und anderen Frühlingsblühern. Schwab: „Bald werden Weidenbüsche besonders wertvollen Pollen und auch Nektar spenden. Das geht über in die Phase der Durchlenzung, in der die frisch erbrüteten Jungbienen langsam die überwinterten alten Bienen ablösen, es findet also ein Generationswechsel in den Bienenvölkern statt.“ Die Bienenkönigin legt dann jeden Tag bis zu 2000 Eier: Die Metamorphose über Larven und Puppen führt nach 21 Tagen zum Schlupf von bis zu 2000 Jungbienen je Bienenvolk. Im Mai der Zeit des rasanten Wachstums in den Bienenvölkern sei es dann leicht, durch Ableger oder Schwärme die Völkerverluste des vergangenen Winters auszugleichen.

Bei der Frühjahrsversammlung des Kreisimkervereins Lüneburg am Sonnabend, 4. April, um 14 Uhr im Sporthotel Adendorf, werden die Strategien einer erfolgreichen Imkerei diskutiert werden. Schwab: „Zu verbessern gibt es immer etwas.“ Dann wird es auch eine erneute Umfrage geben, um beispielsweise zu ermitteln, wie hoch die Winterverluste bei den Bienenvölkern tatsächlich waren.

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