Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Auch in Lüneburger Kitas soll am Mittwoch, 18. März 2015, gestreikt werden. Ein entsprechender Hinweis der Gewerkschaft Ver.di an die städtische Verwaltung trifft bei Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge auf "völliges Unverständnis". Foto: t&w
Auch in Lüneburger Kitas soll am Mittwoch, 18. März 2015, gestreikt werden. Ein entsprechender Hinweis der Gewerkschaft Ver.di an die städtische Verwaltung trifft bei Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge auf "völliges Unverständnis". Foto: t&w

Mädge kritisiert Ver.di: Streik auch an Kitas in Lüneburg geplant

sp Lüneburg. Noch bevor die zweite Tarif-Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst (Kommunen) am 23. März in Münster überhaupt beginnt, ist klar: Auch in Lüneburger Kitas soll gestreikt werden, und zwar am Mittwoch, 18. März 2015. Ein entsprechender Hinweis der Gewerkschaft Ver.di an die städtische Verwaltung trifft bei Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge auf „völliges Unverständnis“. Mädge sitzt bei den Tarifverhandlungen für die deutschlandweite Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) mit am Tisch. Seine Kritik: „Die Gewerkschaften warten nach der ersten Sondierung nicht einmal das Angebot der Arbeitgeber ab. Stattdessen greifen sie schon jetzt zu dem, was allerletztes Mittel sein sollte: nämlich per Streik in Kitas Druck auf Familien auszuüben, die auf eine verlässliche Betreuung angewiesen sind. Das nenne ich Mitgliederwerbung auf dem Rücken von Eltern und Kindern.“

Die Forderungen der Gewerkschaften speziell für den Sozial- und Erziehungsdienst beurteilt Mädge als „überzogen“. Die Gewerkschaften fordern für Sozialarbeiter und Erzieher deutlich höhere Eingruppierungen, zum Teil um bis zu sieben Entgeltgruppen mehr. „Das wären dann Gehaltszuwächse von teilweise über 20 Prozent“, kritisiert Mädge. „Das allein würde für die Hansestadt Lüneburg 1,8 Mio. Euro Mehrausgaben jährlich bedeuten.“ Vor allem aber fürchtet der Lüneburger Verwaltungschef um die Ausgewogenheit im Tarifgefüge des Öffentlichen Dienstes: „Die Gehaltssteigerungen im Sozial- und Erziehungsdienst waren zuletzt höher als die bei den anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Die Tarifparteien haben hier bereits 2009 Sonderregelungen vereinbart.“ In der Folge sei das Gehalt von Erzieherinnen in der häufigsten Entgeltgruppe bzw. Stufe um 814 Euro auf 3289 Euro monatlich ab März 2015 gestiegen – ein Plus von 33 Prozent innerhalb von sechs Jahren. Für die übrigen Beschäftigten nach dem Tarif für den Öffentlichen Dienst betrage die Steigerungsrate gerade einmal 15,2 Prozent. Mädge appelliert darum: „Wir müssen jetzt das Gefüge insgesamt im Blick behalten.“

Zur Frage, welche städtischen Kitas genau vom avisierten, ganztägigen Streik am kommenden Mittwoch betroffen sind, und welche Notbetreuungen gegebenenfalls berücksichtigt werden, wird die Hansestadt Lüneburg die Informationen der Gewerkschaft Ver.di bekannt machen, sobald sie im Rathaus vorliegen.

2 Kommentare

  1. Die Bedingungen für ErzieherInnen waren schon vor zehn Jahren unangenehm, die Streiks kann ich absolut nachvollziehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist verdis Laune, das ganze so kurzfristig aufzuziehen, dass man mit der Unterbringung der Kinder ein echtes Problem bekommt. Es ist ja nicht so, als hätte man nicht selbst auch verbindliche Termine, an die man sich zu halten hätte und die man dann nachholen müsste.

    • ich würde die frage stellen: warum hat sich in den letzten jahren so wenig daran geändert? solange politiker denkmäler brauchen, wird sich im kern nichts ändern. das geld wird andersweitig verbraucht. die sprechblase: kinder sind unsere zukunft, ist eben nur eine sprechblase.