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Ist der Zaun unten, gelangt die Kröte auf ihrem Weg zum Tümpel ungehindert auf die Fahrbahn  ein gefährliches Unterfangen. Foto: mitschke
Ist der Zaun unten, gelangt die Kröte auf ihrem Weg zum Tümpel ungehindert auf die Fahrbahn ein gefährliches Unterfangen. Foto: mitschke

Lüneburg: Sabotage am Krötenzaun

ahe Lüneburg. Für Ulrich Markowski waren es „dreckige, vergilbte Plastikfetzen“, er wähnte einen Umweltfrevel, denn „den Sinn des Krötenschutzes erfüllt diese erbärmliche Konstruktion sicherlich nicht“, beklagte er in einem Schreiben an die LZ. Für Thomas Mitschke und Anika Hudewenz war es eine herbe Enttäuschung. Denn den Krötenzaun, den die beiden Naturschützer des Nabu mit Unterstützung eines palästinensischen Bewohners der Flüchtlingsunterkunft am Ochtmisser Kirchsteig aufgebaut hatten, war mutwillig zerstört worden.

Das Trio hatte den Zaun auf einer Länge von 300 bis 400 Metern errichtet. Denn die Krötenwanderung hat begonnen. „Viele Erdkröten zieht es jetzt zu den Tümpeln am Krähornsberg“, erzählt der Nabu-Vorsitzende Mitschke. Durch den Schutzzaun können die Tiere nicht auf die Straße, wo sie womöglich überfahren werden. Stattdessen bleiben sie am Zaun oder in den davor verbuddelten Eimern hängen. Morgens und abends tragen die Helfer sie dann auf die andere Straßenseite. Als Mitschke nun zum Krötentransport anrückte, entdeckte er den zerstörten Zaun. „Da hat jemand mutwillig die ganzen Stöcke, die zur Befestigung dienen, herausgerissen. Gerade für unsere junge Bundesfreiwilligendienstleistende Anika Hudewenz, die erst seit einem Monat bei uns arbeitet, ist eine solche Sabotage natürlich ein Schlag ins Gesicht. Außerdem war der Zaunbau für uns ein erster Schritt, die Flüchtlinge der Unterkunft am Kirchsteig mit in die Naturschutzarbeit einzubinden.“ Mitschke baute den zerstörten Zaun binnen vier Stunden wieder auf. „Hinrich Jacobi von der Unteren Naturschutzbehörde hat mir schnell und unbürokratisch mit Ersatzstöcken ausgeholfen.“

Während Markowski berichtet, dass er „in den 25 Jahren, die ich in Ochtmissen wohne, an dieser Stelle noch keine Krötenwanderung feststellen konnte“, hat Mitschke gleich mehrere Tiere abgelichtet, die just in der kurzen Phase, in denen der Zaun darnieder lag, den Weg über die Fahrbahn angetreten sind. „Sie wandern nur, wenn es warm und feucht ist.“ Er appelliert: „Autofahrer sollten dort in den nächsten drei Wochen besonders aufmerksam fahren. Und wer beobachtet, dass der Zaun zerstört wird oder wurde, sollte das uns oder der Polizei melden.“