Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Im Speicherviertel und im benachbarten Hanseviertel wird noch immer fleißig gebaut. Vieles ist schon verkauft, nicht aber die Wohnungen in den Gebäuden, die hinten rechts zu sehen sind. Foto: t&w
Im Speicherviertel und im benachbarten Hanseviertel wird noch immer fleißig gebaut. Vieles ist schon verkauft, nicht aber die Wohnungen in den Gebäuden, die hinten rechts zu sehen sind. Foto: t&w

Grundstücksmarktbericht: Immobilien werden immer teurer

ahe Lüneburg. Die Tendenz dürfte kaum überraschen: Denn wenn Kredite günstig wie nie zu haben sind und die Banken auf Erspartes so gut wie gar keine Zinsen mehr zahlen, suchen jene, die ein bisschen Geld auf der hohen Kante haben, nach alternativen Anlageformen. Da gilt die Immobilie nach wie vor als solides Investment, noch dazu in einer Zuzugsregion wie Lüneburg. Und wo die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen steigt, steigen angesichts des überschaubaren Angebotes auch die Preise: bei Ein- und Zweifamilienhäuser binnen eines Jahres um 8,6 Prozent, bei Reihen- und Doppelhaushälften um 6,9 Prozent, bei Eigentumswohnungen gar um 10,3 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt der Grundstücksmarktbericht 2015 für Lüneburg.

„Der Immobilienmarkt befindet sich im Ausverkauf, das Angebot ist rückläufig und die Preise steigen weiter an“, skizziert Viola Rickel die Situation vor Ort. „Kaufinteressenten zahlen mehr als je zuvor für Wohnungseigentum in der Hansestadt Lüneburg.“ Die Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Lüneburg und ihre Kollegen haben Daten aus insgesamt 2293 Kaufverträgen in ihre Analyse einfließen lassen. Der Umsatz auf dem Immobilienmarkt lag im Landkreis Lüneburg im Untersuchungszeitraum von November 2013 bis Oktober 2014 bei rund 457 Millionen Euro, das sei ein Minus von 5,8 Prozent. In die Untersuchungen fließen die Verkäufe von Wohnhäusern, Eigentumswohnungen, Büro- und Geschäftshäusern sowie Verkäufe von unbebauten Grundstücken ein.

„Trotz Umsatzminus floriert der Immobilienmarkt im Landkreis Lüneburg weiterhin“, sagt Viola Rickel. Die Preise für unbebautes Wohnbauland sind im Jahr 2014 in der Hansestadt um 10,3 Prozent gestiegen. Im östlichen und westlichen Landkreis war die Entwicklung ebenfalls bei positiven 2 bis 10 Prozent. Im Bereich Amt Neuhaus gab es gar ein deutliches Plus von 9,6 Prozent, allerdings bei sehr geringen Verkaufszahlen.

Für Ein- oder Zweifamilienhäuser im Landkreis Lüneburg wurden durchschnittlich zwischen 1108 Euro und 1947 Euro je Quadratmeter Wohnfläche gezahlt. Der durchschnittliche Kaufpreis eines freistehenden, zehn Jahre alten Hauses lag bei 304000 Euro. Für ein 37 Jahre altes Haus wurden durchschnittlich 199000 Euro gezahlt. Zum Vergleich: Im Kreis Lüchow-Dannenberg kostet ein zehn Jahre altes Haus 162000 Euro, ein 37 Jahre altes Haus 88000 Euro, im Kreis Harburg sind 361000 Euro beziehungsweise 261000 Euro fällig.

Der Bericht enthält eine Übersicht über die durchschnittlich verlangten Wohnungsmieten im Stadtgebiet. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass die Preise für unbebaute Gewerbeflächen im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gestiegen sind. Die Ackerpreise gehen ebenfalls nach oben um 10,3 Prozent. Die Grünlandpreise haben im Schnitt um 0,9 Prozent zugelegt.

Dem Gutachterausschuss gehören rund 60 Bausachverständige, Architekten, Bankfachleute, Immobilienmakler und – verwalter sowie landwirtschaftliche Sachverständige an. Der Grundstücksmarktbericht 2015 für die Landkreise Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen ist für 50 Euro plus Versandkosten beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung, Regionaldirektion Lüneburg, Adolph-Kolping-Straße 12, 21337 Lüneburg (Tel.8545165), zu haben. Als kostenpflichtige Down­loadversion steht der Bericht auf www.gag.niedersachsen.de im Internet zur Verfügung.