Aktuell
Home | Lokales | „Spargel wird teurer“
Seit dem 1. Januar gilt auch für Erntehelfer der Mindestlohn, das sorgt nach Aussagen der Spargelbauern für höhere Lohnkosten und damit steigende Preise für das Edelgemüse. Foto: A/be
Seit dem 1. Januar gilt auch für Erntehelfer der Mindestlohn, das sorgt nach Aussagen der Spargelbauern für höhere Lohnkosten und damit steigende Preise für das Edelgemüse. Foto: A/be

„Spargel wird teurer“

off Neetze/Thomasburg. Kurz vor Beginn der Spargelsaison kündigt der Zentralverband Gartenbau höhere Preise an. „Spargel wird teurer“, heißt es in einer aktuellen Meldung. „Voraussichtlich zehn Prozent mehr wird der Deutschen liebstes Freilandgemüse in der bevorstehenden Saison kosten müssen.“ Grund sei der seit Januar geltende Mindestlohn. Wie viel teurer der Spargel im Kreis Lüneburg wird, können Landwirte wie Heinrich Steinhauer noch nicht sagen. Doch fest steht auch für den Thomasburger: „Die steigenden Lohnkosten lassen sich nur durch höhere Preise auffangen.“

7,40 Euro Bruttostundenlohn müssen Landwirte ihren Ernte­helfern in diesem Jahr zahlen, am Ende der Übergangszeit zum 1. Januar 2017 soll der Mindestlohn dann auf 8,50 Euro steigen. „Eine Steigerung der Lohnkosten trifft uns Spargelbauer besonders stark“, sagt der Vorsitzende der Vereinigung der Spargelbauern in Niedersachsen, Dietrich Paul. „Immerhin machen die Lohnkosten schon jetzt 50 Prozent der Gesamtkosten aus.“ Auch für ihn ist klar: Um eine Steigerung der Lohnkosten um 8 bis 10 Prozent und den erhöhten Dokumentationsaufwand auffangen zu können, „müssen die Spargelpreise steigen“. Fraglich sei nur, „ob sich das auch tatsächlich durchsetzen lässt.“

Pauls Befürchtung: Der Lebensmitteleinzelhandel macht die Preissteigerung nicht mit und die Landwirte bleiben auf den Kosten sitzen. „Wer seinen Spargel direkt vermarktet, hat es vielleicht ein bisschen einfacher.“ Doch auch dort schauen Verbraucher auf den Preis, auch dort herrscht Konkurrenz. Steinhauers Konsequenz aus der Situation: „Ich lasse die Saison erstmal auf mich zukommen.“ Ähnlich sieht es Kollege Peter Strampe aus Neetze, „der Markt wird zeigen, ob unser Spargel zu teuer ist oder nicht“. Entscheidend sei allerdings auch, was die Kollegen machen. „Denn wenn nur einer die Preise erhöht, wird sich das kaum durchsetzen lassen.“

In den vergangenen Jahren war der Spargelpreis relativ stabil, lag je nach Qualität und Einkaufsstätte pro Kilogramm im Schnitt zwischen fünf und acht Euro. Bei einer Preissteigerung von 10 Prozent müssten Verbraucher künftig zwischen 50 und 80 Cent pro Kilogramm Spargel mehr zahlen. Ob das reicht, um die gestiegenen Produktionskosten aufzufangen? „Schwer zu sagen“, so Heinrich Steinhauer, „wir müssen jetzt erstmal sehen, was die Saison bringt.“

Der Thomasburger, der auf den Einsatz von Folien verzichtet, hofft, den ersten Spargel am 20. April stechen zu können. Peter Strampe hingegen geht davon aus, noch in diesem Monat mit der Ernte zu beginnen. Die ersten Saisonarbeitskräfte sind auf seinem Hof in Neetze bereits angekommen, schneiden Heidelbeersträucher und verlegen Folien auf den Spargelfeldern. Die Arbeit bleibt für sie dieselbe wie immer mit einem Unterschied: Sie wird besser bezahlt.