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60 Jahre alt ist die Fähre Tanja. Seit 25 Jahren setzt das Schiff zwischen Neu Darchau und Darchau über die Elbe. Wirtschaftlich sinnvoll wäre mittelfristig der Kauf einer neuen Fähre oder die Grundüberholung der alten. Foto: rg
60 Jahre alt ist die Fähre Tanja. Seit 25 Jahren setzt das Schiff zwischen Neu Darchau und Darchau über die Elbe. Wirtschaftlich sinnvoll wäre mittelfristig der Kauf einer neuen Fähre oder die Grundüberholung der alten. Foto: rg

Elbfähre „Tanja“ kommt in die Jahre

rg Neu Darchau. Sie ist eine alte Dame, die Autofähre „Tanja“. 60 Jahre hat das Schiff auf dem Buckel, verkehrt seit 25 Jahren zwischen Neu Darchau und Darchau auf der Elbe. Und eigentlich müsste die „Tanja“ mittelfristig ersetzt oder zumindest grundüberholt werden. Doch entsprechende Planungen verhindert das Vorhaben des Landkreises Lüneburg, bei Neu Darchau eine Brücke zu bauen. Denn die würde die Fährverbindung überflüssig machen.

Noch ist nicht absehbar, ob die Brücke überhaupt gebaut wird. In den vergangenen Jahren sind die Kosten für das Projekt auf 45 Millionen Euro gestiegen und werden nach der jüngsten Prognose der Lüneburger Kreisverwaltung auch noch weiter steigen (LZ berichtete). Gleichwohl macht das Vorhaben einen Strich durch alle aktuellen Berechnungen der Gemeinde Neu Darchau, die Fähre zu erneuern.

Das Problem sei die sogenannte Fortschreibungsprognose für geplante Investitionen, sagt Klaus-Peter Dehde, SPD-Bürgermeister in Neu Darchau und erklärter Brückengegner. „Wenn man soviel Geld in die Hand nehmen will, muss sicher sein, dass diese Investition auch über einen geeigneten Zeitraum abgeschrieben werden kann, sonst gibt es kein grünes Licht von der Kommunalaufsicht.“ Im Fall eines Fähr-Neukaufs in Neu Darchau wären das geschätzte 2,5 bis drei Millionen Euro, die über 20 oder gar 30 Jahre abgeschrieben werden müssten. „Momentan können wir allerdings noch nicht einmal 100-prozentig sagen, ob die Fähre in fünf Jahren noch gebraucht wird“, erklärt Dehde. Ergo: keine neue Fähre für Neu Darchau.

Unter Zugzwang ist die Gemeinde zwar nicht. Erst im vergangenen Jahr hat die „Tanja“ für rund 200000 Euro eine neue Antriebs- und Steuertechnik erhalten, und auch Dehde glaubt, dass „die Fähre sicherlich noch zehn Jahre fahren kann“. Doch aus kaufmännischer Sicht und perspektivisch wären ein Neukauf oder eine Grunderneuerung sinnvoll. Allein wegen des deutlich höheren Treibstoffverbrauchs gegenüber modernen Fähren.

Auch zwei weitere Baustellen wird es in Neu Darchau und am gegenüberliegenden Elbeufer absehbar nicht geben: Wegen der Brückenpläne werden die Fähranleger nicht erneuert. Auf rund 1,5 Millionen Euro schätzt Dehde den Investitionsbedarf. Zu tragen hätten die Kosten die Straßenbaulastträger, also die Kreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg.