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Mitten im Nadelwald sprießt eine junge Esskastanie, wird gemeinsam mit anderen Laubbaumsetzlingen in den kommenden Jahrzehnten einen Mischwald entstehen lassen. Foto: dth
Mitten im Nadelwald sprießt eine junge Esskastanie, wird gemeinsam mit anderen Laubbaumsetzlingen in den kommenden Jahrzehnten einen Mischwald entstehen lassen. Foto: dth

LZ-Blätterwald: Lebensaufgabe für Generationen

dth Reppenstedt/Dachtmissen. Spenden für 3228 neue Laubbäume in Dachtmissen haben bislang Privatpersonen, Vereine und Firmen übernommen, sagt Alexander Pillath, geschäftsführender Vorstand vom Verein Trinkwasserwald. Die Laubbaumsetzlinge (für jeweils fünf Euro, inklusive Vor- und Nachsorge) werden beim Familien- und Pflanzfest „LZ-Blätterwald“ am Sonntag, 22. März, dem internationalen Weltwassertag, um 12 Uhr gemeinsam in die Erde gebracht in Dachtmissen, Mechterser Berg. Jeder kann mitmachen: Einfach Baumpate werden und Spaten mitbringen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Vor Ort tatkräftig unterstützt wird das Pflanzfest unter anderem vom Verein Dorfgemeinschaft Dachtmissen und der Freiwilligen Feuerwehr Reppenstedt. Die Aktion soll helfen, über den Tag hinaus das Bewusstsein für die Ressourcen Wald und Wasser zu stärken. Logo Lz Blätterwald Blätterwälder Trinkwasserwald Foto:nh 23.02.2013

„Der globale Wasserbedarf in Bezug auf die Entnahme von Wasser wird bis 2050 voraussichtlich um rund 55 Prozent steigen. Vor allem wegen der steigenden Nachfrage der industriellen Fertigung (plus 400 Prozent), der thermischen Stromerzeugung (140 Prozent) und der Haushalte (130 Prozent)“, heißt es noch im vergangenen Weltwasserbericht 2014. Am 22. März wird die Unesco die nächste Analyse vorlegen. Bereits jetzt gelten schätzungsweise 20 Prozent der Grundwasserleiter weltweit als übernutzt. Langfristig könnte auch in Europa die Wasserverfügbarkeit ein kritisches Thema werden. In Niedersachsen wird Trinkwasser zu 85 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Zudem deckt die Hansestadt Hamburg rund 13 Prozent ihres Wasserbedarfs über Wasserwerke in der Lüneburger Heide und verkaufte bereits vor Jahren Wasser nach Lübeck, weil dortige Förderanlagen versalzten (LZ berichtete). Zur Sicherung des Trinkwassers trägt nicht nur ein umsichtiger Umgang mit dem „blauen Gold“ bei. Ein wichtiges Instrument ist auch die Waldwirtschaft. Dabei leistet vor allem Laubwald im Vergleich zu Nadelwald einen wesentlichen Beitrag zu einer besseren Grundwasserneubildung.

Der Trinkwasserwald-Effekt: Im Sommer bilden die Laubbäume ein schützendes Dach, verhindern, dass der Boden zu stark austrocknet. Und in den regenreichen Monaten des Jahres verlieren die Laubbäume ihr grünes Kleid, mehr Regenwasser kann direkt hindurch fallen und im Boden versickern. Im Gegensatz zu Nadelwald produziert Laubwald so pro Hektar rund 800000 Liter Grundwasser zusätzlich jedes Jahr. Bis der Effekt voll eintritt, dauert es nach der Pflanzung allerdings zehn bis 15 Jahre. Heiner Rupsch, Vorsitzender des LZ-Kooperationspartners Trinkwasserwald, sagt: „Wir erfüllen mit der Pflanzung von Laubbäumen eine Lebensaufgabe für künftige Generationen.“ Die Umwandlung von Nadel- und Laubwald gehört zur regulären Forstwirtschaft. Das Projekt „LZ-Blätterwald“ ist vergleichsweise dazu klein, aber es ist ein zusätzlicher Beitrag.

Gleichzeitig soll die gemeinsame Aktion ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen und das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes als Rohstofflieferanten und Lebensspender stärken. Bisher nahmen bei neun Pflanzfesten „LZ-Blätterwald“ seit 2007 rund 2200 Baumpaten vor Ort teil, noch mehr haben gespendet. Insgesamt halfen LZ-Leser mehr als 75000 neue Laubbäume im Landkreis Lüneburg, von Amelinghausen bis Bleckede, zusätzlich zu pflanzen.

Der LZ-Blätterwald wird maßgeblich von den Lüneburger Traditionsunternehmen DBL W. Marwitz Textilpflege und Bockelmann Holz unterstützt, mit jeweils 1000 Baumpatenschaften. Zudem spendet der Getränkehersteller Bionade für den LZ-Blätterwald in Dachtmissen für weitere 1000 Laubbäume, etwa Buchen und Traubeneichen. Familien und Vereine steuern weitere Spenden bei. Die Gemeinde Reppenstedt beteiligt sich und auch der Trägerverein des Lüneburger Wasserturms will 108 Laubbaumsetzlinge pflanzen. Weitere Baumpaten und Pflanzhelfer am 22. März sind herzlich willkommen. Forstfachlich wird der LZ-Blätterwald von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen begleitet.

Weitere Infos unter www.landeszeitung.de/blaetterwald/

Jeder kann Baumpate werden …

… für eine Spende von fünf Euro pro Baum. Für jeden gespendeten Laubbaum wird durch die Gemeinschaft ein Baum gepflanzt – inklusive Wildschutz und Anwuchsgarantie. Dabei hat jeder die Möglichkeit, seine gespendeten Bäume beim Pflanzfest selber in die Erde zu bringen. Wer sich für den Dachtmisser LZ-Blätterwald engagieren möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff Blätterwald an die Gemeinschaftsadresse von LZ und Trinkwasserwald: wald@landeszeitung.de oder eine Postkarte an die LZ-Redaktion, Am Sande 18, 21335 Lüneburg. Bitte unbedingt angeben: Name, Anschrift, Telefonnummer, die Zahl der gewünschten Baumpatenschaften (fünf Euro pro Patenschaft) sowie ob und mit wie vielen Personen Sie an der Pflanzaktion persönlich teilnehmen. Spenden in bar beim Pflanzfest selbst oder vorab per Überweisung an Trinkwasserwald e.V., Kennwort „LZ-Blätterwald“, Konto: 63 40 30, Sparkasse Lüneburg (BLZ: 240 501 10). Die IBAN lautet: DE 52 240 501 100 000 634 030.

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