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Der Landkreis Lüneburg richtet sich auf eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners über einen längeren Zeitraum ein. Allerdings ist die Produktion des bislang verwendeten Biozids eingestellt worden. Foto: A./t&w
Der Landkreis Lüneburg richtet sich auf eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners über einen längeren Zeitraum ein. Allerdings ist die Produktion des bislang verwendeten Biozids eingestellt worden. Foto: A./t&w

Sprühattacke gegen Eichenprozessionsspinner

kre Lüneburg/Lüchow. Kontrolle ist gut, Vorsorge ist besser: Deshalb wird der Landkreis Lüneburg wie schon in den vergangenen beiden Jahren gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen. „Erfahrungen zeigen, dass man bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners einen langen Atem braucht“, sagt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer. In Österreich etwa habe man über zehn Jahre gebraucht, um eine signifikante Reduzierung der für den Menschen gefährlichen Schmetterlingslarven zu erzielen.

Das Problem: Der Eichenprozessionsspinner frisst wenn er in großer Anzahl auftritt nicht nur ganze Eichenalleen kahl, sondern ist auch für den Menschen eine Gesundheitsgefahr. Die giftigen Brennhaare der Schmetterlingsraupen können bei Kontakt unangenehme al­lergische Reaktionen hervorrufen von Ausschlägen und Reizungen über Augenjucken bis hin zu Atembeschwerden.

Im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg dagegen wird die Kreisverwaltung 2015 als „Beobachtungsjahr“ einstufen. ,,Wir werden in diesem Jahr keine vorbeugenden Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionssspinner an den Kreisstraßen durchführen“, erklärt Baudezernentin Maria Schaaf. In den vergangenen beiden Jahren sei intensiv bekämpft worden. Jetzt wolle man erst einmal den Erfolg dieser Maßnahmen überprüfen.

Weiter nördlich, im Landkreis Harburg, ist man dagegen ebenfalls skeptisch, ob die Bekämpfungsmaßnahmen der vergangenen Jahre bereits den gewünschten Erfolg gebracht haben: An mehr als 50 Eichen entlang der Kreisstraße 37 Richtung Vierhöfen, der Kreisstraße 78 Richtung Radbruch und der Landesstraße 217 wurden Nester der Raupen im vergangenen Jahr gesichtet. „Wir werden je nach Befund reagieren“, erklärt Harburgs Kreissprecher Johannes Freudewald. Großflächig befallene Bäume würden gegebenenfalls mit einem Häutungshemmer besprüht, ,,kleinere Nester von einer Fachfirma abgesaugt“, erklärt Freudewald die geplante Strategie des Nachbarkreises gegen die gefährlichen Plagegeister.

In Lüneburg aber will die Kreisverwaltung auch dieses Jahr die Raupen des Eichenprozessionsspinners mit dem Biozid Dimilin 80 WG bekämpfen. Dabei müssen die Experten rechtzeitig agieren, noch bevor die Raupen aus ihrem Kokon geschlüpft sind. Tragen sie erst die mikroskopisch kleinen Brennhaare ist es zu spät, denn die Haare sondern das gefährliche Nesselgift ab. Abhängig vom Wetter soll die Bekämpfungsaktion im Landkreis Lüneburg im April/Mai anlaufen vom Boden und mit einem Hubschrauber aus der Luft.

Das Problem: Die Zulassung für das Mittel ist ausgelaufen, der Hersteller hat die Produktion eingestellt. Allerdings dürfen Mittel, die noch auf dem Markt vorhanden sind, bis zum 30. Juni nächsten Jahres eingesetzt werden. Deshalb hatte der Kreistag bereits im vergangenen Jahr grünes Licht für eine überplanmäßige Ausgabe gegeben, damit die Verwaltung noch 80 Kilogramm auf dem Markt vorhandenes Dimilin 80 WG erwerben konnte. Nur: Was passiert, wenn die Mittel aufgebraucht sind? „In diesem Jahr reicht das Dimilin noch, danach werden wir nach einer Alternative suchen“, sagt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer.

Entlang welcher Straßen der Hubschrauber zur Schädlingsbekämpfung im Kreis unterwegs ist, erfahren Interessierte schon jetzt im Geoportal des Landkreises Lüneburg im Internet. Zu finden ist der Link zum Geoportal auf der Startseite des Kreises unter www.landkreis-lueneburg.de. Im Geoportal gibt es rechts unter anderem den Menüpunkt Inhalte. Dort können unter „Zuschaltbare Themen“, „Gesundheit“ und „Eichenprozessionsspinner“ auch die geplanten Hubschrauberstrecken abgerufen werden.

2 Kommentare

  1. Frank Strohsack

    Was bitte ist denn ein „Einchenprozessionsspinner“?