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Auf der freien Fläche vor dem Johanneum könnte es bald eng werden. Hier soll ein Erweiterungsbau für die Schule entstehen, außerdem wollen Stadt und Landkreis auf dem Areal eine Wettkampfhalle errichten. Foto. be
Auf der freien Fläche vor dem Johanneum könnte es bald eng werden. Hier soll ein Erweiterungsbau für die Schule entstehen, außerdem wollen Stadt und Landkreis auf dem Areal eine Wettkampfhalle errichten. Foto. be

Am Johanneum wird es eng: Erweiterungsbau geplant

us Lüneburg. Lüneburgs grüne Innenstadtflächen sind dünn gesät, freies Gelände wird gern für Wohn- und Gewerbeansiedlungen in Anspruch genommen. Nun soll es die Fläche am Johanneum gleich doppelt treffen. Nachdem kürzlich erst der Landkreis mit Plänen zur Errichtung einer Sporthalle in Schulnähe aufhorchen ließ, hat jetzt die Stadt nachgelegt: Sie will dort einen Erweiterungsbau für Lüneburgs ältestes Gymnasium errichten, das erst 1978 aus Kapazitätsgründen nach Kaltenmoor umgesiedelt wurde. Und die Stadt drückt aufs Tempo: Schon Mitte 2017 soll der erste Bauabschnitt fertig sein. Der Bauausschuss hat für den Bebauungsplan jetzt grünes Licht gegeben, um einen Teil der Fläche für die Schule zu sichern.

„Die Schule kommt an ihre Grenzen“, erläuterte Stadtbaurätin Heike Gundermann die Pläne für die Erweiterung in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Doch da scheint die Schule längst angekommen, denn seit langem schon nutzt sie mehrere Räume in der benachbarten IGS Kaltenmoor. Die aber braucht mit Beginn der vierzügigen Oberstufe die Räume künftig selbst und gibt damit den Takt für die Neubau-Pläne am Johanneum vor.

Angesiedelt werden soll der Neubau zwischen der bestehenden Schulsporthalle und der Theodor-Heuss-Straße, einer Fläche, die der Stadt gehört. Mit knapp fünf Millionen Euro Kosten rechnet die Stadt, eine Summe, die auch Auswirkungen auf das Architektenhonorar hat. Weil das „weit über 211000 Euro“ betragen werde, wie Gundermann erklärte, muss die Vergabe für die Beauftragung eines Architektenbüros europaweit ausgeschrieben werden, bis zum 22. Juli soll die Suche abgeschlossen sein. „Bis dahin werden wir auch wissen, wieviel Räume benötigt werden und wie groß sie sein sollen“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Zwischen zehn und 15 Räume sind in der Diskussion, derzeit gebe es dazu noch Abstimmungsbedarf mit der Schule. Ab Frühjahr 2016 soll mit den Arbeiten begonnen werden, der erste Bauabschnitt soll Mitte 2017 fertiggestellt sein, der gesamte Bau Ende 2018.

Wie Gundermann erklärte, hätte sie gern auch die Planungen für die von Stadt und Landkreis ins Auge gefasste Errichtung einer neuen Sport- und Wettkampfhalle auf diesem Gelände mit berücksichtigt. „Mir wäre ein Verfahren auch lieber gewesen als zwei“, erklärte die Stadtbaurätin. Allerdings gebe es bei der Sporthalle noch viele offene Fragen, auch mit Blick auf die Parkplatzsituation, die Verkehrsanbindung oder die Lärmentwicklung. Zwar ist dafür eine Machbarkeitsstudie geplant, die Schule aber benötige die Räume deutlich früher.

Ob Probleme mit dem Naturschutz absehbar seien, wollte Andreas Meihsies (Grüne) wissen. „Noch nicht“, erklärte Gundermann, im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange werde man sich aber auch mit den Naturschutzverbänden abstimmen. Susanne Puschmann (Grüne) regte an, auch einen kritischen Blick in die Zukunft zu werfen: „Was ist, wenn in 20 Jahren die Schülerzahlen wieder zurückgehen?“ In Anlehnung an andere Länder empfahl sie, nicht benötigte Schulen in Wohnräume umzuwandeln. Dies lehnte Mädge aus wirtschaftlichen Erwägungen zwar ab, statt Umbau aber verfolge die Stadt das Ziel des Rückbaus. So sollen nur rund 60 Prozent des Gebäudes „Stein auf Stein“ errichtet werden, der Rest mittels Holzrahmenbau oder ähnlicher Konstruktionen für eine Haltbarkeit von rund 20 Jahren ausgelegt werden.

Am Ende erfolgte das Votum des Bauausschusses für die Aufstellung des Bebauungsplans „Erweiterung Johanneum“ einstimmig.

Gedränge an der IGS
Mit Beginn des kommenden Schuljahres wird die IGS Kaltenmoor erstmals eine Oberstufe haben. Vier elfte Klassen wird es dann geben, für die aber keine Räume zur Verfügung stehen. Zwar will das Johanneum, das derzeit neun, ab dem kommenden Schuljahr sogar zehn Klassen aus Platzgründen dorthin ausgelagert hat, diese in eigenen Räumen unterbringen. Das aber wird nach Auskunft von Friedrich Suhr, Schulleiter des Johanneums, erst mit Fertigstellung des geplanten Erweiterungsbaus für das Johanneum möglich sein. Er rechnet daher mit einer Übergangszeit von zwei Jahren, in denen die Klassen „zusammenrücken“ müssen. „Im letzten Jahr wird es mit Sicherheit kneifen“, ist Suhr überzeugt, da dann bereits ein weiterer Schuljahrgang an die IGS drängt. „Es wird eine Herausforderung für die Planung werden.“ Die könne laut Suhr beispielsweise so aussehen, dass Klassen mit Kurs-Unterricht, die selbst keine eigenen Klassenräume mehr benötigen, stundenweise auf freie Räume verteilt werden. „Es wäre besser gewesen, wenn wir ein Jahr früher mit der Planung begonnen hätten. Zusammen mit der IGS haben wir frühzeitig darauf hingewiesen.“ ↔us

One comment

  1. Wird bei „Wettkampfhalle“ hier wenigstens schon auch mit Blick auf die SVG geplant? Oder ignoriert man den Bedarf an einer „tauglichen“ Halle im Stadtgebiet und plant „nur“ eine normale Schulsporthalle?