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Nach einem kurzen Intermezzo mit einem fremden Männchen im Nest ist das Erbstorfer Storchenpaar wieder vereint. Foto: düllberg
Nach einem kurzen Intermezzo mit einem fremden Männchen im Nest ist das Erbstorfer Storchenpaar wieder vereint. Foto: düllberg

Alte Liebe rostet nicht: Storchenpaar wieder vereint

off Erbstorf. Kaum hat sie begonnen, ist die neue Erbstorfer Storchenliebe auch schon wieder vorbei. Nach einem kurzen Intermezzo mit einem fremden, unberingten Männchen teilt sich Storchendame „DEW1X706“ ihr Nest wieder mit „DEW1X122“ dem Storch, mit dem sie in Erbstorf seit 2006 insgesamt 19 Junge groß gezogen hat. Ob der unbekannte Liebhaber freiwillig aufgegeben hat oder „DEW1X122“ Nest und Partnerin zurück erkämpfen musste, kann Vogelkundler Heinz Georg Düllberg nicht sagen. „Ich weiß nur, dass am Sonntag wieder das alte Männchen im Nest saß.“ Und nicht nur das: Düllberg hat sie prompt bei der Paarung gefilmt.

Ob der Frieden im Nest von Dauer ist, müsse man allerdings abwarten, sagt Storchenexperte Düllberg. „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es auch jetzt noch zu Kämpfen zwischen altem und jungem Männchen kommt.“

Wie berichtet, ist das Storchenweibchen „DEW1X706“ nach ihrer Rückkehr aus dem Winterquartier letzte Woche zunächst eine Liaison mit einem unberingten Männchen eingegangen. Von ihrem Partner der vergangenen neun Jahre war weit und breit nichts zu sehen. Schlimmstenfalls, fürchtete Düllberg, hat „DEW1X122“ den Winter nicht überlebt. Doch jetzt ist klar: Das Männchen hat sich lediglich ein wenig verspätet.

„Da Störche nest- aber nicht partnertreu sind, verbringen sie den Winter nicht unbedingt gemeinsam“, sagt Düllberg. Aufgrund verschiedener Sichtungen der beringten Störche weiß der Lüneburger aber, dass es sich bei beiden um Westzieher handelt. „Auf dieser Route über Frankreich in die Winterquartiere nach Spanien oder Nordafrika ist die Überlebenschance deutlich höher“, sagt er. Wesentlich gefährlicher sei die Ostroute über den Balkan, die Türkei, das Jordantal bis nach Ost- und Südafrika. „Auf diesem Weg überqueren die Störche viele Bürgerkriegsgebiete“, sagt Düllberg, „und dort werden sie oft einfach aus Langeweile abgeschossen.“

Das Erbstorfer Storchenpaar verbringt den Winter offenbar in Spanien, „es liegen Beobachtungsmeldungen aus Badajoz, Toledo und Madrid vor“, sagt Düllberg. Beringt wurden die Tiere 2003 und 2004, „das Männchen am 13. Juni 2003 in Donop im Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen), das Weibchen wurde im August 2003 mit einer Zehenverletzung im Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) aufgegriffen, im Wildpark Eekholt gepflegt und am 14. Juni 2004 dort ausgewildert.“

Das Nest in Erbstorf besetzte das Männchen das erste Mal bereits 2005 mit einem unberingten Weibchen. Bruterfolg hatte das Paar allerdings nicht, „damals wurde das Gelege bei einem Storchenkampf am 11. Mai zerstört“, sagt Vogelkundler Düllberg.

Deutlich mehr Glück hatte „DEW1X122“ mit seiner neuen Partnerin, bis auf 2011 zogen sie jedes Jahr zwischen einem und drei Jungen groß. Eine Erfolgsgeschichte, an die das Storchenpaar in diesem Jahr anknüpfen könnte getreu dem Sprichwort: „Alte Liebe rostet nicht.“

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