Aktuell
Home | Lokales | Es bleibt bei Tempo 100
Es ist zu laut, finden Anwohner der Ostumgehung. Sie fordern im Bereich Lüne-Moorfeld ein Tempolimit. Doch das wird nicht kommen. Foto: t&w
Es ist zu laut, finden Anwohner der Ostumgehung. Sie fordern im Bereich Lüne-Moorfeld ein Tempolimit. Doch das wird nicht kommen. Foto: t&w

Es bleibt bei Tempo 100

ca Lüneburg. Gekämpft, gehofft, verloren wie in einer Traueranzeige könnte man am Ende die Bemühungen um Tempo 80 auf der Ostumgehung im Bereich Lüne-Moorfeld so zusammenfassen. Denn die Geschwindigkeitsreduzierung dürfte auf absehbare Zeit ein Wunsch bleiben, damit gilt weiterhin 100 km/h. Anwohner wollen den Verkehr abbremsen, weil sie sich davon weniger Lärm versprechen. Doch im Rathaus geht Sprecherin Suzanne Moenck davon aus: „Es gibt keine Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Bundesstraße.“ Das sei aus Sicht Hannovers aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Rückblick. Anfang 2012 hatte die Stadt ein Tempolimit anordnen wollen. Autos sollten auf 80, Lastwagen auf 60 km/h gedrosselt werden. Dem widersprach die zuständige Straßenbaubehörde, und auch das Verkehrsministerium war der Meinung, dass die Reduzierung kaum weniger Lärm bedeutet und es zudem aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, die Geschwindigkeit zu senken.

Das ließ Anwohner Borwin Pahl nicht ruhen. Für seine Nachbarn holte er sich Unterstützung aller Ratsfraktionen und wandte sich mit einer Resolution an den Petitionsausschuss des Landtags. Tatsächlich kamen Abgeordnete zur Hörprobe und zeigten Verständnis: Das Ministerium möge die Lage erneut beurteilen. Trotz Regierungswechsels in Hannover blieb die Verwaltung aber bei ihrer Einschätzung, und auch ein Gespräch mit Verkehrsminister Olaf Lies brachte kein Umschwenken.

Stadtsprecherin Moenck sagt: „Aus Sicht der Stadt sind die bestehenden Möglichkeiten ausgeschöpft. Das heißt aber nicht, dass wir die Beurteilung des Ministeriums teilen. Im Gegenteil wir halten unsere Anordnung von Anfang 2012 nach wie vor für richtig.“ Und: Aufgrund der ablehnenden Haltung des Ministeriums könne nun eine für die Anwohner spürbare Lärmminderung erst mit dem Bau der A 39 kommen: „Gerade diesen Zeitraum wollte die Hansestadt mit ihrer verkehrsbehördlichen Anordnung überbrücken. Insgesamt eine für die Anwohner und die Stadt sehr unbefriedigende Situation.“

One comment

  1. wieso glaubt man eigentlich, dass man mit dem gesunden menschenverstand gegen die politik ankommen kann?