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Zehn Tonnen Last hängen am Haken des Bruns-Krans, der den Waggon gestern Mittag in den Wandrahmpark vor dem Museum Lüneburg setzte. Foto: be
Zehn Tonnen Last hängen am Haken des Bruns-Krans, der den Waggon gestern Mittag in den Wandrahmpark vor dem Museum Lüneburg setzte. Foto: be

Mahnmal schwebt ein: Restaurierter KZ-Waggon am Wandrahmpark +++ plus LZplay-Video

us Lüneburg. Es war ein ungewohnter Anblick, der Passanten gestern Mittag am Wandrahmpark geboten wurde. Ein zehn Tonnen schwerer Einsenbahnwaggon wurde per Kran auf ein kleines Gleisbett im Park neben dem Lüneburger Museum gehievt, das bereits in den letzten Wochen für die Aktion vorbereitet worden war. Der Waggon soll an ein Verbrechen erinnern, das sich in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ereignete. Bei einer Bombardierung des Lüneburger Bahnhofs im April 1945 wurde ein Zug mit KZ-Häftlingen getroffen, die nach Bergen-Belsen gebracht werden sollten. Im Zuge der Bombardierung wurden mehrere Häftlinge von ihren Bewachern erschossen.

Die Geschichtswerkstatt Lüneburg hatte vor einigen Jahren bereits einen Waggon gleichen Typs von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg erworben, als Mahnmal soll er an die Ereignisse am Kriegsende erinnern. Im Rahmen eines Projekts von Job-Sozial wurde er im Lok-Schuppen an der Wittenberger Bahn wieder instand gesetzt.

Gestern Vormittag wurde er von dort per Tieflader an seinen Bestimmungsort zum Wandrahmpark transportiert. Passgenau wurde er dann von Mitarbeitern der Firma Bruns auf die Schienen gesetzt. Sybille Bollgöhn von der Geschichtswerkstatt war ebenfalls vor Ort: „Das ist ein großer Tag, ich freue mich sehr, dass der Waggon hier nun endlich angekommen ist.“

Noch ist der Waggon mit einer Plane verhüllt, die am Sonntag um 11.30 Uhr im Rahmen der offiziellen Einweihung des Mahnmals entfernt wird. Später soll er dann auch im Rahmen der Stadtrundgänge für Interessierte begehbar gemacht werden.

Kritik an dem Aufstellungsort gab es unterdessen vom Verein der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN). Der Waggon steht in direkter Nachbarschaft neben der Skulptur des springenden Rosses, das 1940 NS-Gauleiter Otto Telschow dort aufstellen ließ. Damit, so die VVN, würden die Opfer von damals erneut zu Opfern gemacht.

One comment

  1. Werner Schneyder

    Schön, dass das neue Museum mit der Geschichtswerkstatt zusammenarbeitet. Weiter so!