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Landesforstmitarbeiter Peter Wendt hält den Forst-Tracker in der Hand, mit dessen Hilfe die Polizei Holzdieben schnell auf die Schliche kommt. Foto: kre
Landesforstmitarbeiter Peter Wendt hält den Forst-Tracker in der Hand, mit dessen Hilfe die Polizei Holzdieben schnell auf die Schliche kommt. Foto: kre

GPS-Sender zur Vorbeugung gegen Holzdiebstahl

kre Lüneburg/Barendorf. Wer Böses im Sinn hat, der könnte in diesen Tagen in der Neuen Forst durchaus in Versuchung geführt werden: Denn dort liegen zurzeit haufenweise feinste Eichen- und Buchenstämme. Wertholz genauso, wie Industrie- und Brennholz. Fein säuberlich am Wegesrand zu Poltern gestapelt. Doch mal eben schnell mit dem ,,Klau-Fix“ einem kleinen Anhänger vorfahren und aufladen, was einem nicht gehört, das sollte man sich tunlichst zweimal überlegen. Die Niedersächsischen Landesforsten haben nämlich technisch aufgerüstet. Mit einem kleinen, mobilen Sender dem sogenannten Forst-Tracker kommen Förster und Polizei den Holzdieben jetzt schnell und sicher auf die Spur.

,,Viele halten den Holzdiebstahl noch immer für ein Kavaliersdelikt“, glaubt Barendorfs Revierförster Oliver Christmann, zuständig auch für die Neue Forst: ,,Doch Diebstahl ist Diebstahl und wird entsprechend juristisch verfolgt und geahndet.“

Zur Vorbeutung von Holzdiebstahl setzen die Landesforsten auf dieses kleine Gerät, ein sogenannter Forst-Tracker. Foto:
Zur Vorbeutung von Holzdiebstahl setzen die Landesforsten auf dieses kleine Gerät, ein sogenannter Forst-Tracker. Foto:

Bislang konnten die Holzdiebe vielleicht noch darauf vertrauen, dass nicht alles eingeschlagene Holz in den weitläufigen Waldrevieren des Forstamtes von den Förstern überwacht werden konnte, doch diese Zeiten sind dank des Forst-Trackers vorbei. ,,Bei dem Gerät handelt es sich um einen GPS-Sender von der Größe einer Streichholzschachtel“, erläutert Reiner Baumgart, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Das Gerät wird unauffällig an versteckter Stelle in einem zur Abfuhr liegenden Baumstamm oder in einem Brennholzpolter eingebaut. ,,Wenn das Holz bewegt oder abtransportiert wird, sendet der Tracker eine E-Mail oder SMS an den zuständigen Revierförster. Der kann dann über eine Website im Internet die Fahrtroute anhand des GPS-Signals genau verfolgen und die alarmierte Polizei direkt bis auf den Hof zu den Holzdieben führen.“

Wie viele der kleinen High-Tech-Geräte in den Niedersächsischen Landesforsten eingesetzt werden, will Peter Wendt, beim Forstamt Sellhorn für den Holzverkauf zuständig, nicht sagen: „Wir setzen auf die abschreckende Wirkung, weil die Leute jetzt wissen, dass wir die Geräte haben und sie auch einsetzen.“ Und Reiner Baumgart erklärt: „Wir werden nicht hinnehmen, dass Einzelne den Wald illegal als Selbstbedienungsladen nutzen.“ Der Erfolg gibt den Förstern Recht: So ertappten hessische Förster jüngst einen Fuhrunternehmer beim illegalen Abtransport des Holzes auf frischer Tat.