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Drei Hofstellen prägen den idyllischen Dorfkern von Rettmer, den will die Stadt auch trotz beschlossenen Bebauungsplans erhalten. Noch aber ist offen, wie und was dort gebaut werden darf. Foto: t&w
Drei Hofstellen prägen den idyllischen Dorfkern von Rettmer, den will die Stadt auch trotz beschlossenen Bebauungsplans erhalten. Noch aber ist offen, wie und was dort gebaut werden darf. Foto: t&w

Bauen im alten Dorfkern – Stadt will Grundstücke auf früheren Hofstellen in Rettmer ausweisen

us Lüneburg. Rettmer, Lüneburgs Ortsteil im Südwesten, ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist groß, auch der Pilgerpfad, Rettmers jüngstes Neubaugebiet, ist nahezu ausverkauft. Doch noch wird das Ortsbild vor allem durch drei alteingesessene, landwirtschaftliche Hofstellen im Dorfkern geprägt. Eine davon soll auch künftig landwirtschaftlich genutzt werden, zwei sind inzwischen aufgegeben worden. Die nun frei werdende Fläche will die Stadt „behutsam nachverdichten“. Der Einleitung eines entsprechenden Bebauungsplans hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt.

„Der bestehende Dorfgebiets­charakter soll im Großen und Ganzen beibehalten werden“, erläuterte Kathrin Böhme, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung, die Pläne der Stadt. Betroffen ist eine knapp fünf Hektar große Fläche zwischen der Lüneburger Straße und dem Klosterweg mit derzeit etwa zehn Gebäuden für Wohn- und landwirtschaftliche Zwecke. Während die im Norden gelegene Hofstelle weitergeführt werden soll, sind die beiden südwestlich davon gelegenen Höfe aufgegeben. „Wir vermuten, im hinteren südwestlichen Teil bauen zu können“, sagte Böhme. Da es zu Konflikten wegen Lärm- und Geruchsbelästigung kommen könnte, sollen mit der Aufstellung eines Bebauungsplans die jeweiligen Interessen abgewogen werde. „Wir wollen aber, dass die bestehende Hofstelle beibehalten wird.“ Noch aber sei man am Anfang des Verfahrens, das offen und transparent geführt werden soll.

Wie eine Bebauung aussehen könnte, dazu wollte sich die Stadt noch nicht äußern. „Wir haben hier erst mit einem dicken Pinsel einen Strich gezogen“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge in der Sitzung. Genauere Pläne werde die Stadt erst in den nächsten Verfahrensschritten auf den Tisch legen. Dann soll auch die Frage der Geschosshöhe der Neubauten Thema sein, ein Punkt, bei dem Birte Schellmann (FDP) nachhakte. Fünf- bis sechsgeschossige Gebäude schloss Mädge zwar aus, weiter aber wollte er sich auch aufgrund des Bestandsschutzes für ein vorhandenes viergeschossiges Gebäude nicht festlegen. Nicht zuletzt deshalb, um nicht etwaige Entschädigungszahlungen leisten zu müssen.

Zustimmung für die Aufstellung des Bebauungsplans „Alter Dorkern Rettmer“ kam aus allen Fraktionen. Ebenfalls einstimmig wurde eine Veränderungssperre beschlossen, um für die Zeit bis zur Verabschiedung des Bebauungsplans negative Einflüsse auf die vorhandene Bebauung dieser Fläche zu verhindern.

Rettmers Ortsvorsteherin Carmen Maria Bendorf zeigte sich nach der Sitzung erfreut: „Ich bin da sehr positiv, wir wollen ja das erhalten, was schön ist.“