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Ausbilder Gerd Erdmann und Kurshelferin Anna Blöckner zeigen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. Foto: t&w
Ausbilder Gerd Erdmann und Kurshelferin Anna Blöckner zeigen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. Foto: t&w

Erste-Hilfe-Kurse werden kürzer

chm Lüneburg. Ausbilder und Teilnehmer müssen sich umstellen: Ab dem 1. April dauern die Erste-Hilfe-Grundausbildungen und die Schulungen für betriebliche Ersthelfer anstatt zwei nur noch einen Tag. Um eine Unterrichtseinheit länger wird dagegen der Auffrischungskurs. Insgesamt umfassen alle drei Kurse dann jeweils neun Unterrichtseinheiten. Das macht sie kompakter und zeitsparender als bisher.

Beschlossen haben die Änderungen die Berufsgenossenschaften und die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) bereits im September vergangenen Jahres. Was verändert sich inhaltlich an den Kursen? „Der Schwerpunkt wird auf dem Erkennen lebensbedrohlicher Störungen liegen“, sagt Gerd Erdmann, Ausbilder beim Arbeiter-Samariter-Bund, Kreisverband Lüneburg, der Mitglied der BAGEH ist. Die Ersthelfer sollen in der Lage sein, Verletzte so lange am Leben zu halten, bis Rettungshelfer eintreffen. Aus diesem Grund „fällt viel Theorie weg“, erklärt ASB-Geschäftsführer Harald Kreft. Die kompakten Kurse seien somit praxisorientierter. Grundlagen wie die stabile Seitenlage und die Wundversorgung werden jedoch auch weiterhin vermittelt. Die Qualität der Kurse werde unter den Kürzungen nicht leiden, betont Kreft. Er glaubt, dass mehr Leute sich dazu motivieren können, an einer gestraffteren Ausbildung teilzunehmen. Ziel sei es, Ersthelfer darauf vorzubereiten, im Ernstfall intuitiv zu handeln. Das laufe vor dem Hintergrund ab, dass viele Erste-Hilfe-Maßnahmen in den vergangenen Jahren vereinfacht wurden, ergänzt Erdmann.

Irene Skrobanek, Erste-Hilfe-Koordinatorin beim Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Lüneburg, betrachtet die Änderungen mit gemischten Gefühlen. Positiv bewertet sie die veränderte Rolle der Ausbilder. Diese sollen Teilnehmer dank der neuen Richtlinien eher begleiten und weniger referieren als bislang. Als Nachteil sieht sie, dass das DRK ab April ein doppeltes Angebot hat: Verkürzt werden vorerst nur die Grundausbildung und die Schulung für betriebliche Ersthelfer. Betroffen sind demnach vor allem Schüler und Arbeitnehmer. Anwärter für einen Lkw- oder Busführerschein müssen nach wie vor zweitägige Kurse machen. „Das könnte potenzielle Teilnehmer verwirren“, vermutet Skrobanek. Mit der Zeit werde sich das neue Angebot jedoch einspielen, zumal weitere Umstellungen für Führerscheinbewerber möglich seien.

One comment

  1. Hallo,
    die Information von Frau Skrobanek (Anwärter für einen Lkw- oder Busführerschein müssen nach wie vor zweitägige Kurse machen) ist so nicht ganz korrekt.

    Auch der verkürzte Erste Hilfe Kurs über 9 UE reicht für die LKW und Busführerscheine aus. Ein Rundschreiben der Bezirksregierungen liegt uns vor.

    mfg
    Erste Hilfe Ausbildung Sickelmann EHAS
    Klaus Sickelmann