Aktuell
Home | Lokales | Ilmenau | Bewegung in Melbecker Ortsmitte – Planungen für Supermarkt-Neubau laufen
Noch ist es nur eine Simulation, doch so soll später einmal der neue Supermarkt mit angeschlossener Sparkasse in Melbeck aussehen. Geplanter Baustart: Frühjahr 2016. Grafik: nh/op.
Noch ist es nur eine Simulation, doch so soll später einmal der neue Supermarkt mit angeschlossener Sparkasse in Melbeck aussehen. Geplanter Baustart: Frühjahr 2016. Grafik: nh/op.

Bewegung in Melbecker Ortsmitte – Planungen für Supermarkt-Neubau laufen

kre Melbeck. Eine Ära neigt sich in Melbeck dem Ende zu. Und doch bleibt fast alles so, wie es ist: Nur neuer, größer und moderner. Ende Juni werden Sylvia David und ihre Tochter Katja Burmann den Edeka-Aktiv-Markt in Melbeck abgeben an das Ehepaar Meyer: Die beiden neuen Marktbetreiber sind keine Neulinge im Geschäft, im Gegenteil: Ihnen gehören bereits die Edeka-Aktiv-Märkte in Bienenbüttel und in Bad Bevensen. Melbeck wird also der dritte Markt in ihrem Portfolio werden.

Mit dem Betreiberwechsel werden aber noch nicht Abriss und Neubau des bisherigen Edeka-Supermarktes in Melbeck einhergehen. „Sie werden das Geschäft im alten Gebäude erst einmal weiterführen“, berichtet Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner, der von dieser Idee durchaus angetan ist: „Familie Meyer hat so die Möglichkeit, ihre neuen Kunden und deren Einkaufsgewohnheiten und -wünsche kennenzulernen.“

Erst im Frühjahr 2016 soll es dann losgehen mit Abriss und Neubau. Knapp 2000 Qua­dratmeter wird die Verkaufsfläche des neuen Marktes aufweisen, damit deutlich größer als der aktuelle Edeka-Markt sein. Dazu kommen 650 Quadratmeter Nebenflächen, 110 Quadratmeter für einen Bäcker, außerdem soll auch noch Platz für einen Imbiss im neuen Markt geschaffen werden. Ans Hauptgebäude angedockt wird auch die Sparkasse mit einer 295 Quadratmeter großen Filiale mit eigenem Eingang, die zu den Geschäftszeiten aber auch aus dem Supermarkt-Inneren betreten werden kann. Wie berichtet, plant die Sparkasse Lüneburg ihre Aktivitäten in Melbeck auszuweiten, zieht dazu ihr Personal aus Deutsch Evern ab, sobald der Neubau fertiggestellt ist.

Doch die Bauzeit bringt auch Probleme: Denn mit dem Abriss fällt für Monate der größte Nahversorger im Ort weg. Hübner weiß: Ein Problem vor allem für ältere Mitbürger und für die, die kein eigenes Auto haben, um mal eben schnell zum Einkaufen zu fahren. „Wie wir diese Zeit am besten überbrücken können, darüber sind wir mit der neuen Betreiberfamilie noch im Gespräch“, sagt Bürgermeister Hübner. Denkbar wäre, dass ein Einkaufs-Shuttle nach Bienenbüttel oder auch ein Lieferservice organisiert wird.

Geklärt werden muss auch, wo während der Bauzeit die Post ihre Räumlichkeiten bezieht, denn auch die wird durch den Abriss des alten Marktes „heimatlos“. „Und für die Lotto-Annahmestelle haben wir auch noch keine Alternative gefunden“, vervollständigt Hübner die Liste der noch zu klärenden Fragen.

Dafür tut sich allerdings etwas in direkter Nachbarschaft des Supermarktes: Die M&M Immobilien GmbH hat das knapp 5000 Quadratmeter große Areal des Hotels „Zum Lindenhof“ erworben. Eine begehrte Immobilie, die in der Vergangenheit immer wieder auch das Interesse anderer Investoren geweckt hatte. Dass jetzt ein Unternehmen der Manzke-Gruppe das Gelände gekauft hat, begrüßt Hübner: Eberhard Manzke und Peter Cohrs, der den neuen Edeka-Supermarkt bauen und an die Meyers verpachten wird, „kennen sich und kooperien gut miteinander“, glaubt der Melbecker Rathauschef.

Geplant sind auf dem Areal zwischen Wiesenweg/Uelzener Straße und Edeka-Supermarkt größere Wohneinheiten für Familien sowie kleinere Wohnungen, „etwa für Studenten und Alleinstehende“, nennt Barbara Espirito Santo, Geschäftsführerin der M&M Immobilien GmbH, Beispiele. Auch die Ansiedlung kleinerer Läden kann sich die Geschäftsführerin gut vorstellen. „Aber alles konform zum Bebauungsplan und in optischer Anlehnung an den Edeka-Markt“, betont Barbara Espirito Santo: „Wir stehen da bei den Planungen noch ganz am Anfang.“ Im Übrigen sei Eile auch nicht geboten, denn die Eigentümerfamilie habe noch Wohnrecht bis Ende 2016.

Doch nicht alle im Melbecker Rat sehen die Entwicklung durchweg positiv: „Wir sind ein Dorf, keine Stadt“, mahnt Kurt-Wilhelm Drewes, der fürchtet, dass durch die baulichen Veränderungen das Ortsbild allzu sehr leiden könnte. Der Melbecker CDU-Politiker fordert daher eine Veränderungssperre, „damit wir in Ruhe und auf Augenhöhe mit der M&M-Immobilien GmbH verhandeln können.“ Einen entsprechenden Antrag wolle er in der nächsten Bauauschusssitzung des Melbecker Gemeinderates einbringen.