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Friedrich Niehörster (l.) geht, Robert Kruse (r.) folgt ihm als Polizeipräsident. Innenminister Boris Pistorius kam gestern zur Feierstunde ins Lüneburger Rathaus. Die Polizeidirektion umfasst acht Landkreise zwischen Stade, Lüchow und Celle mit mehr als 2800 Mitarbeitern. Foto: be
Friedrich Niehörster (l.) geht, Robert Kruse (r.) folgt ihm als Polizeipräsident. Innenminister Boris Pistorius kam gestern zur Feierstunde ins Lüneburger Rathaus. Die Polizeidirektion umfasst acht Landkreise zwischen Stade, Lüchow und Celle mit mehr als 2800 Mitarbeitern. Foto: be

Wechsel an der Spitze der Polizei

ca Lüneburg. Allein die Namen der Gäste beweisen große Anerkennung: Generalbundesanwalt Harald Range, Innenminister Boris Pistorius, dazu seine Vorgänger Uwe Schünemann und Heiner Bartling, Ex-Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen, Verfassungsschutzchefin Maren Brandenburger, dazu Polizeichefs aus ganz Niedersachsen und benachbarten Bundesländern großer Bahnhof für den scheidenden Polizeipräsidenten Friedrich Niehörster und seinen Nachfolger Robert Kruse. Der Fürstensaal des Rathauses war bestens besetzt, mehr als 200 Gäste waren gekommen.

Zur Begrüßung spielte die Jazzcombo des Niedersächsischen Polizeiorchesters Michael Jacksons „Heal the world“, also mache die Welt heiler und besser. Das ist sicher ein Wunsch, den Schutzleute hegen. Niehörster war gut 44 Jahre Polizist, davon zwölf an der Spitze der Polizeidirektion in Lüneburg.

Innenminister Boris Pistorius lobte den „lieben Fritz“ als Mann, der seinen Job von der Pieke auf gelernt habe, der engagiert gearbeitet habe. Niehörster, in dessen Zeit sieben Atommülltransporte ins Wendland rollten und der mit seinen Mitarbeitern die größten Polizeieinsätze in der niedersächsischen Geschichte bewältigte, habe es geschafft, dass es dabei friedlicher zugegangen sei und mehr auf die Menschen im Wendland geachtet wurde.

Genauso gab es Lob von Landespolizeipräsident Uwe Binias, dem Chef der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Gerhard Berger, dem Vertreter der Landräte in den acht Landkreisen der Polizeidirektion, dem Stader Michael Roesberg, sowie Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Dass er ein „Mensch mit Ecken und Kanten“ ist, attestierte Niehörsters Stellvertreter Matthias Oltersdorf. Hans-Jürgen Felgentreu, er leitet die Inspektion für die Kreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg, nannte ihn einen streitbaren Chef mit einer deutlichen Sprache, der aber auch ein einfühlsamer Kümmerer sein könne. Personalratsvorsitzender Hans-Joachim Neitzke bilanzierte, es habe gedauert, bis man sich zusammengerauft habe, doch Niehörster sei großzügig und man könne jederzeit zu ihm kommen.

Der Adendorfer Robert Kruse folgt Niehörster. Er ist ein Mann mit einer steilen Karriere, die beim Bundeskriminalamt begann. später war er in Lüneburg Leiter des Mobilen Einsatzkommandos, er leitete die Abteilung, die gegen organisierte Kriminalität kämpft, wechselte ins Innenministerium und wurde Vizepräsident des Verfassungsschutzes, bevor er vor fünf Jahren Polizeipräsident in Göttingen wurde. Dahin pendelte er nahzu täglich aus Lüneburg. Nun ist sein Arbeitsweg kürzer, die Aufgaben aber werden nicht kleiner.

Pistorius, der das Versprechen seines Vorgängers einlöste, Kruse an die Ilmenau zu holen, schätzt den Beamten: „Sie sind genau der richtige Mann am richtigen Platz.“

Eine Anekdote am Rande betrifft den Generalbundesanwalt, der den Saal wegen eines dringenden Telefonats verlassen musste. In seiner Begrüßung degradierte Vizepräsident Oltersdorf ihn zum Generalstaatsanwalt. Oltersdorf: „Da hat es etwas Gutes, dass er nicht da ist.“ Minister Pistorius sprach von Runge statt Range. Der nahms gelassen. Offensichtlich war es ihm ein Anliegen, bei Niehörsters Abschied dabei zu sein.