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Ein Praktikum bietet jungen Leuten wie Niklas Wolter erste Einblicke in den Pastorenberuf. Dazu gehörte für ihn beispielsweise auch, gemeinsam mit Pastorin Renate Weseloh-Klages eine Bustour für die Konfirmandenfreizeit  vorzubereiten. Foto: thu
Ein Praktikum bietet jungen Leuten wie Niklas Wolter erste Einblicke in den Pastorenberuf. Dazu gehörte für ihn beispielsweise auch, gemeinsam mit Pastorin Renate Weseloh-Klages eine Bustour für die Konfirmandenfreizeit vorzubereiten. Foto: thu

Landeskirche sucht Nachwuchs

thu Lüneburg. „Der Kontakt mit Menschen und denjenigen zu helfen, denen es nicht so gut geht.“ Das gefällt Niklas Wolter besonders am Pastorenberuf. Der Schüler vom Bernhard-Riemann-Gymnasium hatte sich für sein Betriebspraktikum die Emmauskirchengemeinde in Adendorf ausgesucht und begleitete Pastorin Renate Weseloh-Klages zwei Wochen bei ihren täglichen Aufgaben. Der 15-Jährige gestaltete unter anderem den Sonntagsgottesdienst mit, war bei einem Trauergespräch dabei und hat die Konfirmanden mit unterrichtet. „Viele Jugendliche denken beim Pastorenberuf nur an das Auf-der-Kanzel-Stehen“, sagt Niklas Wolter. Dass noch sehr viel mehr interessante Aufgaben dazugehören, weiß der Schüler schon länger denn als Teamer arbeitet er bereits ehrenamtlich in der Kirchengemeinde mit Kindern und Jugendlichen.

„Auf diesem Weg entdecken tatsächlich die meisten jungen Leute ihr Interesse an kirchlichen Berufen“, sagt Pastor Mathis Burfien, Beauftragter für den theologischen Nachwuchs beim Landeskirchenamt Hannover. Er sprach vor kurzem bei einer Konferenz aller Pastoren und Diakone des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Lüneburg über das Thema „Nachwuchsgewinnung“. Rund 1800 Pastorinnen und Pastoren befänden sich zurzeit im Dienst der Landeskirche. „Das hört sich zunächst viel an, aber zwischen 2019 und 2030 werden jährlich 100 von ihnen in den Ruhestand gehen. Und nur etwa 25 Studierende pro Jahr kommen nach. Daher müssen wir uns schon rechtzeitig Gedanken machen, wie wir die Stellen weiter besetzen können“, sagt Pastor Burfien. Zwar werde die Volkskirche den Prognosen nach weniger Mitglieder haben, trotzdem entstünden Leerstellen. „Wir wollen neu einladen und bieten Seminare für junge Menschen an, die sich für ein Theologiestudium interessieren oder einfach über sich, ihren Glauben und ihren Lebensweg nachdenken möchten.“

Burfien hört oft Fragen wie „Bin ich fromm genug für den Pastorenberuf?“. Oder: „Schaffe ich es, die erforderlichen Sprachen zu lernen?“ Da gelte es, über Wege und Perspektiven zu informieren. „Geistliche Berufe sind attraktiv und das wollen wir auch zeigen“, sagt er. Für Superintendentin Christine Schmid ist die Nachwuchsgewinnung für kirchliche Berufe eine Aufgabe, die persönliche Ansprache und Fingerspitzengefühl erfordert. „Der Pfarrberuf ist kein bloßer Job, sondern eine Lebensform. Er braucht innere Gewissheit, dass man genau in dieser Aufgabe am richtigen Platz ist.“ Erfreulich sei, dass aus den Teamergruppen des Kirchenkreises Lüneburg zurzeit bereits drei junge Leute Theologie studieren.

Informationen
Interessierte können sich über Informationstage, Praktika, Förderungen und vieles mehr informieren unter www.theologie-studieren.de.

One comment

  1. Wenn die Volkskirchen so weiter machen und die letzenChristen&Kirchsteuerzahl verprellen müssen Sie sich wirklich auch keine Sorgen mehr über Ihern Nachwuchs machen. Der letzet macht dann einfach dasLicht aus.Die heutige Pastoren Generation kommt mir immer mehr als Verwaltungsbeamte vor , die frohe Botschaft ist nicht mehr der Kern Ihrer aufagbe.
    Eine Terminanfrage für eine Taufe wird schon zu einem Drama bei unserer Volkskirche , ähh ja in 6 Monaten..am Sonntag um 10:00… nee weitere Termine gibt es nicht…. haben Sie etwa terminliche Wünsche…