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Im Zuge der Erweiterung des Hotels Einzigartig wurde auch das Haus Nr. 2 an der Lünertorstraße entsprechend der historischen Vorlagen saniert. Foto: t&w
Im Zuge der Erweiterung des Hotels Einzigartig wurde auch das Haus Nr. 2 an der Lünertorstraße entsprechend der historischen Vorlagen saniert. Foto: t&w

Fassade an Lünertorstraße ein Hingucker

as Lüneburg. Bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts gehen die Ursprünge der Häuser Lünertorstraße 3 und 2 zurück. Bereits vor fünf Jahren wurde das Haus Nummer 3 mit Blick auf den Denkmalschutz aufwendig saniert, seither zieht das Hotel Einzigartig dort Gäste an. In einem weiteren Schritt haben die Eigentümer des Hotels nun auch Haus Nummer 2 saniert und damit ihr Hotel erweitert. Damit kommt nun wieder zusammen, was einst schon zusammengehörte.

Hinweise auf die ursprüngliche Fassadenstruktur der beiden Häuser bieten Abbildungen von 1860. Beide Häuser, die damals dem Lüneburger Kaufmann M.L. Petersen gehörten, hatten ähnliche Giebel und Utluchten zu beiden Seiten der Eingänge. „Das Haus Nummer 2, das jetzt saniert wurde, wurde 1982 von dem damaligen Besitzer komplett entkernt. Die rechte Utlucht wurde bereits vor mehr als 100 Jahren entfernt und durch ein Schaufenster ersetzt“, erläutert Architekt Robert Läer. Ein weiterer wesentlicher Eingriff in die historische Bausubstanz war das Versetzen der Treppe direkt hinter das Fenster. Lediglich der hintere Flügel blieb komplett erhalten. Über Jahre war die Fassade zur Lünertorstraße kein wirklich schöner Anblick. „Mit der Sanierung wollten wir den ursprünglichen Zustand gemäß der Vorlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder herstellen“, sagt Eigentümer Jörg Laser.

Das Haus zieren nun wieder zwei Utluchten, dazwischen eine Tür, die nach historischem Vorbild gefertigt wurde. Die Ansicht von 1860 zeigt zwar eine Backsteinfassade, doch diese wurde laut einer Abbildung von 1874 übertüncht. Die Farbe abzulösen, hätte dem Backstein weiter zugesetzt, sagt der Architekt. Deshalb habe man sich entschlossen, die Fassade gemäß der Farbbefunde, die der Lüneburger Restaurator Markus Tillwick für das gesamte Gebäude dokumentiert hat, hellsandig zu streichen. Das entspreche auch dem denkmalpflegerischen Ansatz, Entwicklungen des Hauses zu zeigen. Wieder an den ursprünglichen Platz, nämlich in die Mitte des Gebäudes, wurde die Treppe versetzt. Aufwendig restauriert wurde auch der hintere historische Flügel, der aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die Originalfenster wurden aufgearbeitet und entsprechend der Farbbefunde gestrichen.

Ein besonderes Augenmerk gilt den historischen Elementen. Bei dem Haus Nr. 3 traten bei der Sanierung prächtige Wandbespannungen und Malereien aus der Zeit um 1700 und 1800 zu Tage, die sorgsam restauriert wurden und in Kombination mit dem modernen Design für Gäste ein besonderer Blickfang sind. Das Haus Nr. 2 verfügt über ein originales Kellergewölbe aus dem 16. Jahrhundert. Backsteine aus dem ehemaligen Kellerfußboden wurden ausgebaut, gereinigt und in Nischen im ersten Stockwerk eingebaut sowie für einen Tresen im Erdgeschoss verwandt.

Insgesamt sieben Zimmer sind entstanden, sodass das Hotel Einzigartig nun insgesamt über 16 Gastzimmer in unterschiedlicher Größe, zum Teil auf zwei Ebenen, verfügt. Dabei gilt das Motto Historie trifft Moderne nun für den gesamten Komplex, der am 22. April offiziell im Beisein von Stadtbaurätin Heike Gundermann eröffnet werden soll. Gundermann sagte im Vorfeld zur LZ: „Wir freuen uns, dass die Gebrüder Laser auch das Haus Nr. 2 erworben und qualitätsvoll saniert haben. Wir haben das mit Städtebaufördermitteln unterstützt.“ In den kommenden Monaten möchte der Inhaber noch ein Konzept für Gastronomie im Erdgeschoss entwickeln, die im Oktober an den Start gehen und besonders lokales Publikum ansprechen soll.

One comment

  1. Man muss wirklich sagen, das Lüneburg mit Abstand die schönste Stadt Norddeutschlands ist. Die Fassaden sind mehr als sehenswert und wirklich liebevoll restauriert.Man kann Stolz auf seine schöne Stadt sein, die immer wieder zum Spazieren und Flanieren und auf einen Cafe`nach der Arbeit einlädt.