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Der Einsatz unter Atemschutz ist kräftezehrend, bei fast jedem Einsatz aber fast Standard. In Neuhaus appelliert die Feuerwehrführung an ihre Mitglieder, sich vermehrt als Atemschutzgeräteträger ausbilden zu lassen. Foto: A/t&w
Der Einsatz unter Atemschutz ist kräftezehrend, bei fast jedem Einsatz aber fast Standard. In Neuhaus appelliert die Feuerwehrführung an ihre Mitglieder, sich vermehrt als Atemschutzgeräteträger ausbilden zu lassen. Foto: A/t&w

Neuhaus: Feuerwehr in Atemnot – Brandschützer brauchen mehr Schutzgeräteträger in ihren Reihen

lz Amt Neuhaus. 329 aktive Feuerwehrmänner und -frauen sorgen für die Sicherheit der Menschen in der Gemeinde Amt Neuhaus. Und doch haben die Brandschützer auf der anderen Seite der Elbe ein Problem: Ihnen fehlen Atemschutzgeräteträger. Das wurde während der jüngsten Hauptversammlung des Gemeindefeuerwehrverbandes deutlich. „Die Situation wird sich in Zukunft noch verschärfen“, befürchtet Gemeindeatemschutzwart Mario Schult: Er appellierte daher an alle Einsatzkräfte, die körperlich dazu in der Lage sind, eine Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger zu absolvieren. Denn ohne diese Kräfte sei ein Großteil der Einsätze nicht mehr zu bewältigen.

Zum Glück für die zehn Neuhäuser Ortswehren war das Jahr 2014 vergleichsweise ruhig, abgesehen von einem größeren Brand in Tripkau. Gemeindebrandmeister Dirk Baumann berichtete von 63 Einsätzen (aufgeteilt in 36 Brände und 27 technische Hilfeleistungen), gegenüber dem 94-maligen Ausrücken plus den Hochwasser-Einsätzen 2013.

Nach dem aufreibenden Hochwasser-Jahr 2013 wurde in den vergangenen zwölf Monaten zielstrebig und akribisch an einem Konzept für den knapp 50 Kilometer langen Deich in der Gemeinde gearbeitet. Eine ortsfeste Einsatzleitung für alle Großschadenslagen, die mit einem Umbau des Kaarßener Feuerwehrhauses einhergeht, nimmt nun konkrete Formen an.

Die Erfolge und Aktivitäten der vier Kinderfeuerwehren und zehn Jugendfeuerwehren in der Gemeinde sorgten für Staunen bei den Zuhörern. Zeltlager, Wettbewerbe, Übernachtungen im Gerätehaus und Ausflüge sind nur einige Dienste, die die vielen Betreuer mit den Heranwachsenden unternahmen.

Im Zeichen des Digitalfunks stand das vergangene Jahr mit dem zeitaufwändigen Projekt der Kommunikationsgruppe. Mehrere Schulungen fanden in Neuhaus für die funkenden Feuerwehrleute der Gemeinde statt, um den Umgang mit den neuen Geräten zu üben und die komplexere Technik zu veranschaulichen. Mathias Bruhns, Gruppenführer der Kommunikationsgruppe, hat in diese Aufgabe viel Zeit investiert. Für dieses Engagement wurde er mit der bronzenen Ehrennadel des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Weiterhin wurden Günter Elbing und Klaus Niederhoff für 40-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet.

Als Sprecher der Altersabteilung lag Henry Kruse noch ein weiteres Thema auf der Seele: das seit diesem Jahr bestehende Verbot der Tannenbaumfeuer. Mit diesem Verbot würde den Bürgern und Feuerwehrleuten noch ein weiteres Stück des kulturellen Dorflebens entrissen, so Kruses deutliche Kritik. In vielen Orten kämen die Einnahmen dieser Veranstaltungen der Jugendfeuerwehr zugute. Das falle nun weg.