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Thomas Cordes ärgert sich: Die Müllabfuhr hat sechs teure, verpackte Stühle vor seinem Laden abgeräumt. Die Arbeiter hielten die Kartons für Altpapier. Die eleganten Sitzmöbel (l.) bleiben verschwunden. Foto: ca
Thomas Cordes ärgert sich: Die Müllabfuhr hat sechs teure, verpackte Stühle vor seinem Laden abgeräumt. Die Arbeiter hielten die Kartons für Altpapier. Die eleganten Sitzmöbel (l.) bleiben verschwunden. Foto: ca

Nicht von Pappe: Sechs edle Stühle versehentlich in Altpapier verwandelt

ca Lüneburg. Fünf bunte Stühle stehen ständig als Muster vor dem Geschäft von Thomas Cordes Auf dem Kauf. Bei der Sperrmüllabfuhr kam nie ein Arbeiter auf die Idee, die Möbel mitzunehmen. Doch als Cordes jetzt sechs verpackte Nussbaum-Stühle neben der Eingangstür abgestellt hatte, waren sie verschwunden. Müllmänner haben die Kartons in ihren Laster geworfen. Wiederzufinden sind die je 950 Euro teuren Stücke angeblich nicht. Cordes ist traurig und ärgert sich über den Verlust. Doch der Geschäftsführer der Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GfA), Hubert Ringe, weist jede Verantwortung von sich und sieht für einen möglichen Schadensersatz keinen Grund.

Cordes schildert die Sache so: Am Dienstagmorgen habe die GfA an seiner Straße ­Pappe und Papier gesammelt. Der Müllwagen sei schon durch gewesen, als er eine Lieferung bekam. Ein Sofa und ein Sideboard habe man ins Geschäft getragen, die sechs in fest verschlossenen Kartons verpackten Stühle neben der Eingangstür gestapelt wie schon öfter.

Kurz darauf habe er bemerkt, dass die Kartons verschwunden seien und sofort die GfA angerufen. Erst sei er abgewimmelt worden, dann habe er einen zweiten Mitarbeiter erreicht: „Der hat mir bestätigt, dass die Kartons mitgenommen wurden. Er hat mich gefragt, ob da überhaupt Stühle drin waren.“ Die Bitte, nachzugucken, ob die Sitzmöbel in der Müllfuhre liegen, habe der Mann abgelehnt.

Dass er die Stühle nicht ins Geschäft getragen habe, sei einfach zu erklären. Zum einen sei er in der Vergangenheit mehrfach so verfahren, zum anderen sollten die Kartons noch am selben Tag ausgeliefert werden. Bei seinen enttäuschten Kunden in Deutsch Evern habe er sich inzwischen mit einem Strauß Blumen entschuldigt.

Bei der GfA in Bardowick schüttelt Geschäftsführer Ringe nur mit dem Kopf. „Es ist doch bekannt, dass Altpapier gesammelt wird. Wenn man da Kartons mit Möbeln vor die Tür stellt, ist das fahrlässig.“ Auf die Frage, ob seine Leute bei original verpackten Kartons nicht einmal hineingucken oder im Geschäft nachfragen, reagiert Ringe unwirsch: „Das kon­trollieren die Leute doch nicht. Wenn da leichte Holzstühle drin waren, fällt das nicht auf.“ Und: „Wie kann man so wertvolle Fracht auf der Straße stehen lassen? Von uns ist kein Schadensersatz zu erwarten.“

Cordes sagt, er sei erstaunt über die harsche und unfreundliche Reaktion der GfA-Mitarbeiter, es habe kein Wort des Bedauerns gegeben. Er will nun versuchen, mit Ringe direkt zu sprechen. Sollte das keinen Erfolg bringen, schließt Cordes nicht aus, einen Rechtsanwalt einzuschalten.

2 Kommentare

  1. Das ist eine sehr seltsame Begebenheit. Ich vermute mal, das die Meisten von uns einen leeren Karton von einem mit Inhalt am Gewicht unterscheiden könnten.Daher ist es zweifelhaft ,ob es sich um ein Versehen handelt.