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Das von Unbekannten aufgebrochene Tor zum Sandabbaugelände in Häcklingen ist wieder geschlossen, der Eigentümer hat auch ein Schloss angebracht. Wird es weitere Arbeiten auf dem Gelände verhindern? Foto: t&w
Das von Unbekannten aufgebrochene Tor zum Sandabbaugelände in Häcklingen ist wieder geschlossen, der Eigentümer hat auch ein Schloss angebracht. Wird es weitere Arbeiten auf dem Gelände verhindern? Foto: t&w

Eigentümer bestreitet Fahrt mit Baufahrzeugen auf Sandabbaugelände in Häcklingen

us Lüneburg. Wer auch immer auf dem Gelände des früheren Kalksandsteinwerks in Häcklingen mit schwerem Gerät unterwegs war, der neue Eigentümer will es nicht gewesen sein. „Wir haben mit dem Unternehmen gesprochen. Uns wurde versichert, dass von der Sandabbau Häcklingen GmbH keine Arbeiten auf dem Gelände durchgeführt wurden“, erklärt Volker Schulz, Bereichsleiter Umwelt bei der Stadt Lüneburg.

Eine entsprechende schriftliche Erklärung liege ihm dazu vor. Darin heißt es auch, Kontrollen des Unternehmens hätten ergeben, dass in das Werksgelände eingebrochen worden sei. Das aufgebrochene Tor sei inzwischen wieder geschlossen worden, außerdem habe man bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Wie berichtet, hatte die Bürgerinitiative „Blauer Himmel über Ilmenau“ Anfang März auf dem Gelände einen Radlader vorgefunden sowie tiefe Fahrspuren von schwerem Gerät und Öllachen festgestellt. Bereits im Dezember waren ihr dort Aktivitäten aufgefallen, es soll Sandaushub gegeben haben. Über beides wurde die Stadt in Kenntnis gesetzt, auch Fotos wurden vorgelegt. Die Stadt ging daraufhin der Sache nach, bestätigte auch, Fahr- und Ölspuren auf dem Gelände festgestellt zu haben, nicht aber das Fahrzeug. Außerdem habe man dort keine größeren Schäden erkennen können, wie Volker Schulz damals erklärte. Gleichwohl habe er den Vorfall zum Anlass nehmen wollen, von dem Unternehmen eine Erklärung einzuholen.

Pikant an dem Vorgang: Seit Februar dieses Jahres wird auf dem südlichen Areal auf Anordnung der Unteren Naturschutzbehörde eine sogenannte Artenschutz-Kartierung durchgeführt. Damit soll festgestellt werden, ob sich auf dem seit Jahren ungenutzten Gelände geschützte Tierarten angesiedelt haben. Das aber könnte das Vorhaben der Sandabbau Häcklingen GmbH – sie will dort drei Millionen Kubikmeter Sand abbauen – gefährden. Vertreter der Bürgerinitiative befürchten daher, dass mit den Arbeiten auf dem Gelände Fakten geschaffen werden sollen.

Diesen Vermutungen will Volker Schulz sich nicht anschließen: „Für uns gilt die Unschuldsvermutung.“ Die stütze sich auch darauf, dass das auf dem Gelände fotografierte Fahrzeug für die Stadt nicht zuordbar sei, da das Kennzeichen fehle. Außerdem könne er nicht grundsätzlich Arbeiten auf dem Gelände unterbinden, lediglich Arbeiten, „die in Zusammenhang mit gewerblichem Sandabbau stehen“, wie Schulz auf eine Anfrage des Nabu Lüneburg erklärte.

Der hatte beklagt, dass die Untere Naturschutzbehörde noch vor erfolgter Kartierung ihre Zustimmung „zu derart einschneidenden Arbeiten“ gegeben habe. Dies sei nicht nur mit den Bestimmungen des Artenschutzrechts unvereinbar, sie würde auch der Schutzfunktion der Kartierung zuwiderlaufen.
Ähnlich wie die Stadt äußerte sich auch die Untere Naturschutzbehörde: „Sollte es zu einer erheblichen Intensivierung der Aktivitäten kommen, würde sich eventuell Handlungsbedarf ergeben. Im Moment wird hierzu kein Anlass gesehen“, teilte Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt in der Kreisverwaltung mit.

Zwar könne er die Befürchtungen von Bürgern und Naturschützern, dort würden Fakten geschaffen, verstehen – „das Risiko ist immer da“ – aber hier sei die Behörde in der Beweispflicht. Zudem habe ein Schaden dort nicht festgestellt werden können, „und nicht jede Bewegung stört die Tiere“, wie Bartscht erläuterte.

Das aber sehen die Naturschützer anders. „Die Antwort ist nicht zufriedenstellend“, sagte Nabu-Mitglied Dr. Christian Bock. „Wir halten alle Eingriffe zum gegenwärtigen Zeitpunkt für unzulässig.“