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Ein ungewöhnlicher Buchungsfehler ist erneut dem Netzbetreiber Avacon unterlaufen. Um mehrere Tausend Euro Einspeisevergütung für seine Photovoltaikanlage zu erhalten, musste der Westergellerser Jörg Brose dem Kundenservice wochenlang hinterherlaufen. Dann hat sich die LZ eingeschaltet. Foto: dth
Ein ungewöhnlicher Buchungsfehler ist erneut dem Netzbetreiber Avacon unterlaufen. Um mehrere Tausend Euro Einspeisevergütung für seine Photovoltaikanlage zu erhalten, musste der Westergellerser Jörg Brose dem Kundenservice wochenlang hinterherlaufen. Dann hat sich die LZ eingeschaltet. Foto: dth

Geld war nur woanders … – Avacon überweist mehr als 4000 Euro falsch

dth Westergellersen. Erneut landeten überraschend mehrere Tausend Euro auf dem Konto der unbekannten Frau. Der rechtmäßige Empfänger allerdings guckte schon wieder in die Röhre. „Das ist doch reiner Dilettantismus“, ärgerte sich Jörg Brose aus Westergellersen. Es geht um 4306,94 Euro brutto Einspeisevergütung für seine Photovoltaikanlage, die er seit 2010 auf dem Dach seines Hauses betreibt. Wochenlang hat Brose versucht, die Avacon dazu zu bewegen, den Buchungsfehler zu beheben – vergeblich.

Jetzt wandte sich Brose an die LZ. Schon wieder. Denn 2011 hatte er schon einmal genau den gleichen Ärger. Das Geld wurde an die richtige Kontonummer überwiesen, allerdings bei der falschen Bank. Anstatt auf Broses Konto bei einem Hamburger Kreditinstitut ging das Geld seinerzeit, warum auch immer, an die Filiale des Bankunternehmens in Hannover, die eine gleiche Kontonummer führte.

Die LZ hakte bei der damals noch zuständigen E.ON nach. Das Geld wurde nachträglich überwiesen, plus Verzugszinsen. Brose: „In den Jahren danach lief alles vorbildlich.“ Bis jetzt.

Brose: „Im Januar bekam ich meine Abrechnung über 4306,94 Euro mit einer mir unbekannten IBAN und BIC-Nummer.“ Wobei das stimmt nicht ganz. Das war die gleiche falsche Bankverbindung wie schon 2011. Brose: „Bei meinem umgehenden Anruf bei Avacon wurde mir mitgeteilt, dass sich schon eine Empfängerin gemeldet habe, der das Geld nicht gehören würde. Auf Nachfrage, wann ich mein Geld bekommen würde, bekam ich die Auskunft: Wenn das Geld zurück ist und ich dann meine richtige Kontonummer angegeben hätte.“

Tage später erhielt er ein Schreiben der Avacon: „Sie haben uns für unsere Zahlungen an Sie eine neue Bankverbindung mitgeteilt.“ Brose: „Nein, das war meine alte, hat sich nicht geändert.“ Und weiter hieß es in dem Schreiben: „Ist alles richtig?“ Und: „Haben Sie Fragen, dann rufen Sie uns einfach an …“ Brose: „Die richtige Telefonnummer habe ich mir im Internet raussuchen müssen.“ Das Geld aber kam nicht wie angekündigt an, sein Fall sei in der Bearbeitung, die zuständige Mitarbeierin in der Buchhaltung telefonisch nicht für ihn zu sprechen. Bis Mitte März.

Die wiederholte Fehlbuchung ist Avacon- Sprecher Ralph Montag auf LZ- Nachfrage merklich unangenehm. „Für die fehlerhafte Aussage aus unserem Kundenservice, nach der Herr Brose mit der Auszahlung seiner Einspeisevergütung hätte warten müssen, bis wir uns die Fehlbuchung vom falschen Konto zurückgeholt hätten, bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung. Die Aussage war inhaltlich absolut falsch. Beide Sachverhalte haben nichts miteinander zu tun.“ Und: „Da Herr Brose längere Zeit auf sein ihm zustehendes Geld warten musste, rechnen wir für den Zeitraum ab der fehlgeleiteten Auszahlung bis Ende März Verzugszinsen in Höhe von 73,27 Euro für ihn hinzu. Diesen Betrag haben wir zu 100 Euro aufgerundet, um damit zumindest ein wenig den ihm entstandenen Aufwand und die mit der Fehlbuchung verbundenen Unannehmlichkeiten auszugleichen.“

Der wiederholte Buchungsfehler sei vermutlich bei der Avacon auf eine fehlerhafte Übertragung der Bankverbindungsdatensätze auf das neue IBAN- System zurückzuführen. Jetzt ist das Geld nicht nur bei der richtigen Kontonummer angekommen, sondern auch bei der richtigen Bank.