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Im Streit um das Aufnahmeverfahren am Gymnasium Oedeme werden nun alternative Lösungswege eingeschlagen: Ab dem kommenden Schuljahr soll ein Schichtdienst eingeführt werden. Foto: A./ t&w
Im Streit um das Aufnahmeverfahren am Gymnasium Oedeme werden nun alternative Lösungswege eingeschlagen: Ab dem kommenden Schuljahr soll ein Schichtdienst eingeführt werden. Foto: A./ t&w

Durchbruch im Streit um Aufnahmeverfahren: Gymnasium Oedeme führt Schichtdienst ein

am Lüneburg. Die Frage, wer künftig am Gymnasium Oedeme lernen darf oder soll, beschäftigte die Politik und die Verwaltungen von Stadt und Landkreis Lüneburg seit Wochen. (LZ berichtete) Nun hat man sich für einen alternativen Lösungsweg entschieden: Ab Sommer wird an der Schule ein Schichtdienst eingeführt.

Wie berichtet hatte der Schulträger beschlossen, dass das Gymnasium Oedeme auch in Zukunft siebenzügig wird. Da für Landrat Manfred Nahrstedt aber auch feststeht, dass in Oedeme nicht gebaut wird, hat er das Gymnasium angewiesen, ab dem kommenden Schuljahr in zwei Schichten zu arbeiten. „So können alle Kinder aufgenommen werden, die nach Oedeme wollen“, betont Nahrstedt. Für den Sekundarbereich I heißt das: der Unterricht beginnt für die erste Schicht bereits um 7.30 Uhr und geht bis 12.45 Uhr, dann übernimmt die zweite Schicht, die von 13 Uhr bis 18.15 Uhr dauert.

Der Oberstufenunterricht dauert in der ersten Schicht bis 14.45 Uhr, die zweite Schicht geht von 15.00 bis 22.15 Uhr. So werde die Raumkapazität voll ausgeschöpft, zeigt sich Nahrstedt zufrieden. „Da können wie versprochen auch die Container weg!“ Er weiß: dem Gymnasium Oedeme fehlen zurzeit 16 Räume, ab 2020, wenn das G9 in der Oberstufe angekommen ist, sind es 24. „Woher sollen die kommen? Auf die bestehenden Container einen zweiten Stock setzen, das will die Schule ja nicht“, sagt er, „ich sehe keine andere Lösung als die Schichtarbeit.“ Er hat bereits Vorsorge getroffen und mit der Reinigungsfirma einen neuen Vertrag gemacht: „Die Reinigung findet in der Nacht statt, morgens ist alles wieder tiptop.“

Auch mit dem HVV sei alles geklärt: Lüneburg bekomme so endlich den ersehnten Nachtbus

Auch mit dem HVV sei alles geklärt: Lüneburg bekomme so endlich den ersehnten Nachtbus. Nahrstedt: „Die Kinder kommen nach Hause – das ist alles nur ein logistisches Problem, und das haben wir im Griff.“ Handwerkliche und Wartungsarbeiten müssten eben am Wochenende geleistet werden. „Und alle fünf Jahre werden die Klassenräume neu gestrichen.“

Zu klären ist noch, wie die Lehrer eingesetzt werden. Die Vorsitzende des Schulpersonalrats, Sybille Hotop, ist sich sicher: „Da müssen in der zweiten Schicht Nachtzuschläge gezahlt werden. Jede Unterrichtsstunde muss eineinhalbfach zählen.“ Das sieht die Landesschulbehörde nicht so. „45 Minuten sind 45 Minuten“, sagt der zuständige Dezernent Alfred Mangold. Allenfalls ein zweiter Stellvertreter könne dem Gymnasium Oedeme zugewiesen werden. „Für die Koordinatoren sollte eine zusätzliche Anrechnungsstunde reichen“, so Mangold. Schulleiter Dieter Stephan ist noch nicht ganz überzeugt: „So sehr es mich freut, dass alle an ihr Wunsch-Gymnasium kommen können, bin ich noch ein wenig skeptisch, ob das mit den zwei Schichten funktioniert.“ Eine andere Lösung sieht er aber auch nicht. „Der Schulträger hat uns die letzten 10 Jahre immer hingehalten, hat nie ein tragfähiges Raumkonzept vorlegen können. Wir lebten immer nur von der Hand in den Mund, mussten dankbar sein, wenn eine Nachbarschule mal wieder einen Raum für uns übrig hatte.“ Und die Container seien nun wirklich endgültig abgewohnt. „Da muss man vielleicht mal unorthodoxe Wege gehen.“ Stephan fordert aber noch weitere Unterstützung: „Eine so große Schule braucht einen Schularzt, Sozialarbeiter und technisches Personal. Ein so großes System arbeitet extrem ökonomisch, da muss mehr Support drin sein.“

Schulleiter Dieter Stephan sieht den dringenden Bedarf für eine zweite Dreifach- Sporthalle

Das Modell könnte Schule machen. „Es ist doch nicht einsehbar, dass Schulen ab 17 Uhr leerstehen und dann nur noch Musik- und Theaterproben stattfinden“, sagt Ulrich Mägde, Oberbürgermeister der Stadt Lüneburg und Präsident des Niedersächsischen Städtetags. „Die kann man auch am Wochenende machen. Mein Freund Manfred Nahrstedt ist auf dem richtigen Kurs“, lobt er. Ein Problem bleibt doch noch zu lösen: weil auch die Sporthalle bis 22.15 Uhr belegt ist, gibt es eine Kollision mit dem Vereinssport. Dieter Stephan sieht den dringenden Bedarf für eine zweite Dreifach- Sporthalle. „Das werden wir auch noch klären“, ist sich Nahrstedt sicher. „Dann muss der Sportunterricht eben mehr draußen stattfinden. Wir haben dem Sportplatz damals eine Flutlichtanlage spendiert, so kann die mal richtig genutzt werden.“

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2 Kommentare

  1. ich liebe aprilscherze. schichtdienst , es gibt nichts besseres.

  2. Auch wenn als Scherz gemeint…wer will bloß freiwillig an diese Horror Schule? Wenn die Eltern wüssten, was Sie ihren Kindern antun, indem man kein anderes Lüneburger Gymnasium wählt.