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Der Energiebericht ist da: Die Sparmaßnahmen greifen, Ausgaben für Strom, Wärme und Wasser steigen dennoch. Foto: nt
Der Energiebericht ist da: Die Sparmaßnahmen greifen, Ausgaben für Strom, Wärme und Wasser steigen dennoch. Foto: nt

Energiebericht: Kreis spart und zahlt drauf

ml Lüneburg. Die Kosten für die Versorgung der kreiseigenen Gebäude mit Strom hat sich innerhalb von knapp zehn Jahren mehr als verdoppelt. Zahlte der Landkreis Lüneburg 2004 noch rund 445000 Euro waren es 2013 bereits 917000 Euro ein Anstieg um 106 Prozent. Das geht aus dem erstmals vorgelegten Energiebericht hervor, der in der Sitzung des Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen des Kreistags am Dienstag, 14. April, vorgestellt wird. Beginn ist um 15 Uhr in den Berufsbildenden Schulen (BBS) I.

Die Daten für den Bericht stammen aus dem EDV-gestützten Energiemanagement, das die Kreisverwaltung zur Bewirtschaftung ihrer Liegenschaften eingerichtet hat. Ziel ist es, den energetischen Zustand der kreis­eigenen Gebäude zu bewerten und daraus Sanierungs- und Einsparmaßnahmen ableiten und planen zu können. Als Basisjahr ausgewählt worden ist 2004, weil damals zum ersten Mal zusätzliche Mittel für die Sanierung der Schulen des Kreises bereitgestellt worden sind. In der ersten Fassung reicht der Bericht bis 2013. Abrechnungen für 2014 liegen noch nicht vor.

Ursache für die stark gestiegenen Stromkosten sind dem Bericht zufolge erhebliche Preiserhöhungen am Markt. Die Verbräuche in den Liegenschaften sind dagegen bis 2013 im Vergleich zu 2004 nur um rund zehn Prozent gestiegen. Da gleichzeitig die Gesamtfläche der Kreisgebäude um rund zwölf Prozent von 181500 auf 202000 Quadratmeter gestiegen ist, ergibt sich bei dieser Betrachtung ein im Vergleich zum Basisjahr um 1,3 Prozent gesunkener Verbrauch pro Quadratmeter.

Daraus zieht der Fachbereich Gebäudewirtschaft den Schluss: Maßnahmen wie der Einsatz von energiesparenden Leuchten und Bewegungsmeldern sowie die Umstellung auf stromsparende IT-Ausstattung scheinen zu greifen, Stromnebenkosten wie Netzentgelte, Steuern, Abgaben und EEG-Umlage sind dagegen zuletzt gravierend gestiegen. Das spiegelt auch die im Bericht aufgeführte Preisentwicklung wider: Demnach sind die Kosten für die Kilowattstunde (kWh) Strom von 12 Cent 2004 auf 23 Cent 2013 gestiegen. Im gleichen Zeitraum verteuerte sich der Kubikmeter (m3) Gas hingegen nur von 4 auf 6 Cent.

Im Vergleich zu 2012 sind die Heizkosten des Kreises 2013 sogar um fast 11 Prozent gesunken. Damals lag der Gaspreis noch bei 7 Cent/m3. Über den gesamten Zeitraum ist jedoch auch die Versorgung der Kreisgebäude mit Wärme deutlich teurer geworden zu verzeichnen ist ein Anstieg von 775000 auf rund eine Million Euro, ein Plus von fast 35 Prozent. Gleichzeitig ist der Verbrauch je Quadratmeter Fläche um 22 Prozent gesunken. Nach Ansicht des Fachdienstes Gebäudewirtschaft schlagen sich hier die Investitionen in Gebäudehüllen und Heizungsanlagen nieder. Allein 50 Millionen Euro umfasst das Schulsanierungsprogramm, das 2007 startete und bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll.

Insgesamt hat der Landkreis Lüneburg 2013 fast zwei Millionen Euro für die Bereitstellung von Energie und Wasser in seinen Liegenschaften gezahlt. 2004 waren es noch rund 1,3 Millionen Euro. Ein Plus von 58 Prozent.

Doch der Bericht liefert nicht nur eine Gesamtübersicht, sondern auch einen Überblick über einzelne Gebäudekomplexe wie Kreisverwaltung und Schulzentren. In der Sitzung am 14. April will die Verwaltung zunächst den Bericht vorstellen. In einem zweiten Schritt sollen dann im Juli energetische Gebäudeanalysen präsentiert und diskutiert werden. Grundlage ist das vom Bundesumweltministerium geförderte Klimaschutz-Teilkonzept „Klimaschutz in den Liegenschaften des Landkreises Lüneburg“.