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Viele Autofahrer bedienen ihr Mobiltelefon während der Fahrt oder telefonieren am Steuer, obwohl es verboten ist. Foto: A./be
Viele Autofahrer bedienen ihr Mobiltelefon während der Fahrt oder telefonieren am Steuer, obwohl es verboten ist. Foto: A./be

Telefonieren am Steuer: Die riskante Angewohnheit

us Lüneburg. 60 Euro und ein Punkt in Flensburg so viel kostet es, mit dem Handy oder Smartphone am Ohr beim Autofahren erwischt zu werden. Vielen aber ist offenbar nicht nur der Bußgeldbescheid egal, auch ein Unfall wird von den Fahrern dabei leichtfertig in Kauf genommen. Denn seit Jahren stagniert die Zahl der Bußgeldbescheide, rund 400000 Autofahrer werden jedes Jahr wegen dieses Delikts zur Kasse gebeten. Jetzt will der Kreisverband Lüneburg des Auto Club Europa (ACE) auf das gefährliche Telefonieren im Auto aufmerksam machen. In den nächsten Wochen werden Mitglieder an ausgewählten Stellen in Lüneburg und Adendorf die Verstöße zählen.

„Wenn wir sehen, dass Kinder auf die Straße laufen und dann auch noch von Autofahrern beschimpft werden, die selber mit dem Handy telefonieren, dann macht uns das ärgerlich“, sagt Günter Schwarz, Kreisvorsitzender des ACE. Um eine Übersicht zu bekommen, wie viele Autofahrer tatsächlich mit dem Handy am Ohr unterwegs sind, werden sich die ACE-Mitglieder an den Straßenrand stellen und die Telefonierer erfassen. Wo und wann genau, wollen sie nicht mitteilen, da es das Ergebnis verfälschen würde.

„Uns interessiert, ob es Männer oder Frauen sind, ältere oder jüngere Fahrer.“ Die Kennzeichen sollen nicht notiert werden, auch werde nach der Aktion nicht mitgeteilt, wann und wo gezählt wurde. „Uns geht es nicht darum, Fahrer anzuschwärzen.“ Vielmehr soll deutlich gemacht werden, dass mit dem Telefonieren am Steuer ein großes Gefahrenpotenzial verbunden ist. „Allein bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde fährt man über eine Strecke von 15 Metern nahezu blind, wenn man an einem Telefon oder einem anderen Gerät im Auto hantiert und nicht den Blick nach vorn richtet“, sagt Schwarz. Die Polizei sei über die Aktion informiert und begrüße das Vorhaben des ACE.