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Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (r.) vor Ort in Radegast mit (v. l.) Bleckedes Bürgermeister Jens Böther, Amtsleiterin Jutta Schiecke, Deichhauptmann Hartmut Burmester und der Landtagsabgeordneten Miriam Staudte. Foto: nh/roemer
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (r.) vor Ort in Radegast mit (v. l.) Bleckedes Bürgermeister Jens Böther, Amtsleiterin Jutta Schiecke, Deichhauptmann Hartmut Burmester und der Landtagsabgeordneten Miriam Staudte. Foto: nh/roemer

Elbehochwasser: Gute Wege für besseren Schutz

pet Bleckede. Bei den Anwohnern und den vielen Tausend Helfern ist es noch in lebhafter Erinnerung das Elbehochwasser im Juni 2013. Nur um Haaresbreite entging die Region damals einer Katastrophe. Die Bemühungen, kritische Lagen wie vor zwei Jahren zu verhindern oder, wenn sie denn schon eintreten, besser zu beherrschen, laufen weiter. Eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Wassermassen spielen die Wirtschaftswege entlang der Deiche. Wenn etwa Deiche mit Sandsäcken erhöht werden sollen, müssen die Zuwegungen zuverlässig befahrbar sein. Vier Wege in den Bereichen der Stadt Bleckede und der Gemeinde Hittbergen, die im Sommer 2013 extrem belastet waren, werden jetzt für knapp 726000 Euro saniert. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) übergab gestern im Dörfergemeinschaftshaus Elbmarsch in Garlstorf die Förderbescheide.

„Die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Behebung der vom Hochwasser 2013 verursachten Schäden an der ländlichen Infrastruktur im Außenbereich der Gemeinden“ ist die Grundlage für den Geldsegen, der nach Bleckede und Hittbergen fließt, erklärte Jutta Schiecke, Leiterin des zuständigen Amts für regionale Landesentwicklung (ArL). Bisher seien aus diesem Topf, der von Bund und Land zu gleichen Teilen gespeist wird, knapp acht Millionen Euro abgerufen worden, sagte Minister Meyer. „Und bis zum 30. Juni ist es noch möglich, Anträge zu stellen.“

Der Löwenanteil der Aufbauhilfe, genau 600055,52 Euro, gehen an die Stadt Bleckede, die damit drei Projekte auf den Weg bringt: 2,5 Kilometer lang ist der Wirtschaftsweg zwischen der Kreisstraße 27 und der Straße Hinter den Höfen, der mit einer Spurbahn aus Beton und einer Breite von drei Metern ausgebaut werden soll. 270 und 550 Meter lang sind zwei Abzweige davon, die ebenfalls in Angriff genommen werden. 125379 Euro gehen an die Gemeinde Hittbergen, die damit in Barförde den Weg Poggenort, zwischen Kreisstraße 3 und Deichverteidigungsweg (440 Meter), auf Vordermann bringt. Im Zuge der Aufbauhilfe werden die Kosten jeweils komplett übernommen.

Für die Hochwasserprävention sei das Umweltministerium zuständig, betonte der Landwirtschaftsminister, sein Ministerium sei Ansprechpartner für die Beseitigung von Schäden etwa an Wirtschaftswegen. Die örtlichen Vertreter ließen es sich aber dennoch nicht nehmen, Meyer ihre Sicht der Dinge nach Hannover mitzugeben, etwa Hittbergens Bürgermeister Alfred Ritters. Er verwies da­rauf, dass es Durchflussmengen von 4100 Kubikmeter/Sekunde im Bereich Lüneburg, wie 2013, schon vorher gegeben habe.

„Damals ist das Wasser aber glatt durchgelaufen“, so Ritters. Seitdem habe sich der Querschnitt der Elbe durch die Ablagerung von Sedimenten erheblich verringert, stellenweise seien die Ablagerungen einen Meter stark. Es sei wichtig, das Deichvorland sauber zu halten, so Ritters weiter. Einheitliche Deichhöhen im Zuge der Elbe und verbesserte Möglichkeiten der Flutung von Poldern am Oberlauf mahnte die Landtagsabeordnete Miriam Staudte (Grüne) an, die ebenso wie Bundestagskollege Eckhard Pols (CDU) nach Garlstorf gekommen war.

Gestern waren aber erst einmal Ritters und Kollege Jens Böther aus Bleckede mit der ihnen zukommenden Aufbauhilfe zufrieden. „Mit dem Geld und den Sanierungen können wir uns auf kommende Hochwasserer­eignisse besser vorbereiten“, so Böther. Aus verschiedenen Töpfen würde die Beseitigung zahlreicher weiterer Schäden an der Infrastruktur in der Region ebenfalls gefördert, erklärte Böther.