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Die Ostertafel ist schon gedeckt, Alina Hase hat Platz genommen. Zum Kaffee gibt es viele Schokohasen. Foto: be
Die Ostertafel ist schon gedeckt, Alina Hase hat Platz genommen. Zum Kaffee gibt es viele Schokohasen. Foto: be

Fräulein Hase feiert Ostern

mm Lüneburg. Gleich wird er geköpft von seiner Erschafferin. Dabei pflegt Alina eigentlich eine friedliche Beziehung zu ihren „Artgenossen“. Schließlich ist sie ja selbst eine geborene Hase. Mit Meister Lampe im edlen Schokogewand, er hockt zwischen Kaffeetassen und Kuchentellern, hat sie aber kein Mitgefühl: Kopf ab. Einen echten Hasen zur Strecke bringen, das würde die 18-Jährige aber bestimmt nicht. Kurz vor Ostern möchte die LZ von Alina wissen: Wie feiern Hasen eigentlich das Fest? Dazu lädt die junge Frau ein in ihren Hasenbau.

Alina Hase und ihre Familie, eine von sieben mit Nachnamen Hase in Lüneburg, wohnen wie hätte es anders sein sollen in der Nähe des Hasenburger Bergs. Ihre Höhle, ein schickes Einfamilienhaus, haben die Eltern vor 20 Jahren bezogen. Da war Alina noch nicht geboren. Sie erblickte vor 18 Jahren das Licht der Welt, mittlerweile ist sie das einzige Hasenkind im elterlichen Bau. „Meine älteren Geschwister sind schon entsprungen“, sagt sie. Der Bruder studiert in Holland, die Schwester lebt mit ihrem Hasen in der Lüneburger Heide.

Zu Ostern kommt die Hasenfamilie in Lüneburg zusammen. Das Haus ist mit allerlei bunten Eiern geschmückt, lauter Schokohasen hocken auf Tischen und Schränken, ein mannsgroßes Bild von einem Hasenschmaus hängt im Wintergarten, wo auch getafelt wird.

Selbst einen Hasenbraten verputzt habe sie aber noch nicht, sagt Alina Hase, falschen Hasen wohl schon. Aber auch Hackbraten gibt es nicht zu Ostern. Sondern meistens Spargel. Und Schokohasen. Einen hat Alina extra vor dem Fest schon gebacken, zum Verspeisen für den LZ-Reporter. „Ostersonntag gibts natürlich noch einen“, sagt Alina. Und viele Eier. Die von Hühnern produzierten Eier werden, wie es sich für Osterhasen geziemt, natürlich selbst bemalt. Aber auch Schokoeier dürfen nicht fehlen. Doch wer kriegt dieses Jahr am meisten?

Das entscheidet sich bei der großen Ostereiersuche im eigenen Garten. Fleißig werden dann die Kiepen gefüllt, „immer wieder entbrennt ein richtiger Wettstreit“, sagt Alina Hase. Aber nicht nur bei der Ostereiersuche hält die Familie an Traditionen fest. Immer besucht sie auch den frühen Gottesdienst am Ostersonntag, stiefelt danach mit der Kirchengemeinde auf den Kalkberg. „Wir sind eine gläubige Familie.“

Der Glaube spielt auch in Alina Hases Studium eine Rolle. Sie studiert Deutsch und Religion, ist an der Leuphana Universität eingeschrieben und hat nun das erste Semester hinter sich. Alina möchte Grundschullehrerin werden.

Sie erinnert sich an ihre eigene Schulzeit. Und die vielen Spitznamen. Etwa „Hasi“ oder „Häschen“ wurde sie gerufen, sogar schon von einem ihrer Lehrer. „Das mag für Außenstehende doch recht komisch gewirkt haben.“

Etwas komisch sind auch Postkarten, die die Lüneburgerin früher immer von ihrer Tante bekommen hat. Statt ihres Namens ist ein Hase aufgestempelt. Vor Hasen kann sich Alina manchmal gar nicht mehr retten. Denn auch zum vergangenen Weihnachtsfest gab es einen, in Form eines Kopfkissens. Doch einen echten Hasen habe sie bis jetzt noch nicht besessen.
Dafür verirrte sich aber mal ein Kaninchen von den Nachbarn im Garten von Familie Hase. Wann das war? Na klar, an Ostern.