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Ende vorigen Jahres wurde das Wasser im Kurparkteich abgelassen. Wann er wieder gefüllt wird und das beliebte Ausflugsziel wieder ansehnlich erscheint, ist offen. Die für den Winter geplanten Arbeiten konnten nicht vollständig erledigt werden. Zu mild, heißt es seitens der Stadt. Foto: t&w
Ende vorigen Jahres wurde das Wasser im Kurparkteich abgelassen. Wann er wieder gefüllt wird und das beliebte Ausflugsziel wieder ansehnlich erscheint, ist offen. Die für den Winter geplanten Arbeiten konnten nicht vollständig erledigt werden. Zu mild, heißt es seitens der Stadt. Foto: t&w

Kurpark Lüneburg: Still ruht der Teich

us Lüneburg. Nur eine etwas größere Pfütze ist den Enten im Kurparkteich geblieben, mehr schlecht als recht tummeln sie sich dort und scheinen auf eine große Flut zu warten, die aus ihrem trockengelegten Reich wieder das liebgewonnene Wasserparadies macht. Doch das Paradies wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Von der Stadt heißt es, dass sich die Arbeiten am Teich länger als geplant hinziehen. Grund sei der milde Winter.

„Es war geplant, den Teich im Winter zu entschlammen und so den Frost zu nutzen. Das konnte auf Grund des lauen Winters nicht stattfinden, so dass die Entschlammung nun so passieren wird“, sagt Sarah Cramer von Clausbruch, Mitarbeiterin der Pressestelle der Stadt. Wie berichtet, hatte die Verwaltung Ende 2014 das Wasser abgelassen, um den Teich von Schlamm zu befreien, der sich durch Laubbäume, Futter für die Enten und deren Hinterlassenschaften auf dem Grund des Teichs angesammelt hat eine Aktion, die zuletzt 2010 stattgefunden hatte. Für diese Arbeiten hatte die Stadt auf Frost gehofft, da der Schlamm in gefrorenem Zustand besser handhabbar gewesen wäre. Der aber stellte sich nicht ein.

Einen Punkt ihrer Aufgabenliste konnte die Stadt inzwischen jedoch abarbeiten: Um festzustellen, wo der Schlamm gelagert oder ausgebracht werden kann, wurden Proben entnommen und auf mögliche Schadstoffe untersucht. Gefunden wurde dabei nichts, die Stadt prüft nun, ob der Schlamm als Dünger auf Ackerflächen ausgebracht werden kann. Dazu finde gegenwärtig eine Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer und der Bodenschutzbehörde statt.

Die größten Arbeiten aber hat die Stadt noch vor sich. Um der ständigen Verschlammung entgegenzuwirken, soll nach der Entschlammung ein biologisches Klärsystem in den Teich eingebaut werden. Dazu soll im südlichen Teil ein etwa 20 Quadratmeter großes Absetzbecken errichtet werden. Ein Pumpsystem soll das Teichwasser in Bewegung bringen und zuerst über das Absetzbecken, danach über einen rund 100 Quadratmeter großen Schilfgürtel führen, der ebenfalls noch angelegt werden muss. Damit sollen die Schwebeteilchen im Wasser gebunden und so die Verschlammung zumindest reduziert werden.

Wann der Kurparkteich in neuer Pracht erstrahlt, kann die Stadt noch nicht sagen. Sarah Cramer von Clausbruch: „Es ist uns daran gelegen, den Teich schnellstmöglich wiederherzustellen, denn auch uns ist natürlich klar, dass der Frühling ansteht und der Teich für Besucher und Einwohner ein Anziehungspunkt ist.“

Ob sich dann auch die vier Schildkröten wieder einfinden, die LZ-Leserin Winifred Gaube dort vor den Arbeiten gesehen haben will, ist indes zweifelhaft. Der Stadt jedenfalls sind diese Tiere beim Abfischen und Ablassen des Teichwassers nicht ins Netz gegangen.