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Rauchmelder können Leben retten, darauf weist die Feuerwehr seit Jahren hin. Doch manche Modelle schlagen auch dann Alarm, wenn gar keine Gefahr besteht. Das kann beispielsweise an nicht ausreichender Wartung liegen. Foto: djd/Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V
Rauchmelder können Leben retten, darauf weist die Feuerwehr seit Jahren hin. Doch manche Modelle schlagen auch dann Alarm, wenn gar keine Gefahr besteht. Das kann beispielsweise an nicht ausreichender Wartung liegen. Foto: djd/Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V

Falscher Alarm: Lüneburger Feuerwehr machen Brandmelder zu schaffen

ca Lüneburg. Die Feuerwehr hat seit Jahren dafür geworben, doch nun hat sie auch mit negativen Folgen von Brandmeldern in privaten Wohnungen zu kämpfen. 24 Mal wurden die Helfer allein in Lüneburg im vergangenen Jahr alarmiert, weil die Signalgeber losjaulten obwohl gar keine Gefahr vorlag. „Da stand dann Essen auf dem Herd oder die Dinger waren durch Staub verdreckt“, berichtet Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft. Seine Prognose: „Solche Fälle werden zunehmen.“

Denn bis Ende des Jahres müssten in privaten Räumen Melder installiert werden, sagt der Feuerwehrchef. Das sei gesetzlich so geregelt. Und bei einer zunehmenden Zahl der Alarmgeber dürfte auch die Zahl der Auslösungen steigen. Eben auch derer, die gar nicht nötig wären.

Der Feuerwehrchef rät, nicht nur die billigsten Modelle zu kaufen. Es gebe Apparate, die mit Zehn-Jahres-Batterien versehen und technisch besser ausgestattet sind. „Allerdings müssen die nach der Zeit weggeworfen werden.“ Deren Lebensdauer sei dann erreicht. Zwischen 30 und 40 Euro koste so ein Melder, der weniger störanfällig sein soll. Vor dem Kauf solle man sich beraten lassen.
Ein Fehlalarm kann teuer werden, auch wenn in der Regel noch keine Gebühren für die Feuerwehr fällig sind. „Wenn es geht, gucken wir erst einmal von außen, wenn wir keinen Qualm sehen“, sagt Diesterhöft. Doch im Zweifel brechen die Helfer natürlich Türen auf oder ziehen zumindest den Schließzylinder des Türschlosses und setzen einen neuen ein, wenn sie wieder gehen. Diese Kosten müsse dann der Mieter oder der Eigenheimbesitzer berappen.

Zudem sei es fraglich, ob die Kommunen nicht irgendwann auf eine neue Linie umschwenken, denn die Zahl der grundlosen und nicht billigen Feuerwehreinsätze werde zunehmen.
Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft plädiert, obwohl seine Leute mehr gefordert sind, dafür, Brandmelder an die Decke zu schrauben und zu warten: Sie können Leben retten.