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Zuletzt erfolgreich an einem Strang für den Breitband-Ausbau in Rehlingen und Oldendorf/Luhe zogen Projektleiter David Abendroth (v.l.) und Helmut Völker von der Samtgemeinde, die Gemeindebürgermeister Rainer Mühlhausen und Jürgen Rund sowie Norbert Hill von der LüneCom. Foto: A/t&w
Zuletzt erfolgreich an einem Strang für den Breitband-Ausbau in Rehlingen und Oldendorf/Luhe zogen Projektleiter David Abendroth (v.l.) und Helmut Völker von der Samtgemeinde, die Gemeindebürgermeister Rainer Mühlhausen und Jürgen Rund sowie Norbert Hill von der LüneCom. Foto: A/t&w

Internet-Turbo kommt ins Stottern

dth Amelinghausen/Betzendorf. Der Breitband-Ausbau für die Gemeinde Amelinghausen wird als Projekt der Samtgemeinde Amelinghausen nicht weiter verfolgt. Trotz Fristverlängerung, Infoabenden und Werbeflyern haben sich zu wenige Hausbesitzer in Vorverträgen für die schnelleren Internetzugänge beworben.

Jetzt soll sich die Gemeinde dem Breitband-Konzept des Landkreises Lüneburg anschließen. Doch auch dieses Projekt hatte zuletzt erheblich an Fahrt verloren. Im Rennen für das ambitionierte samtgemeindeeigene Ausbauvorhaben ist noch die Gemeinde Betzendorf. Zwar wurde auch dort die angepeilte Vorvertragsquote nicht erfüllt, aber die Lücke fällt im Verhältnis geringer aus. Allerdings wurde die Entscheidung über das weitere Vorgehen kürzlich gemeinsam mit der abschließenden Haushaltsdebatte im Samtgemeinderat verschoben.

Sollte das Projekt in Betzendorf noch gelingen, würde sich mit den bereits erfolgreich ausgebauten Gemeinden Soderstorf, Oldendorf/Luhe und Rehlingen der Ring eines kommunalen Breitbandnetzes schließen allerdings ohne das Grundzentrum Amelinghausen in der Mitte. In der Sache galt die Samtgemeinde Amelinghausen mit ihren Mitgliedsgemeinden im Landkreis bisher als Vorreiter. Zusammen mit der „LüneCom“ ertüchtigten sie die sogenannten Kabelverzweiger an den Straßenrändern, um so zunächst ein starkes kommunales Grundnetz aufzubauen, das auch im ländlichen Raum breitbandige Internetzugänge ermöglicht. Mehr als 500 Haushalte erhielten dadurch bisher Anschlüsse mit Internetgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit pro Sekunde im Download. Bisher wurden dafür insgesamt rund 1,5 Millionen Euro investiert.

Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker hatte im LZ-Interview im Februar die Bedeutung des Breitband-Ausbaus mit der des Aufbaus der zentralen Trinkwasserversorgung oder des Straßenbaus verglichen. Dabei hatte er auch an die Solidarität der Einwohner in der Gemeinde Amelinghausen appelliert: „Wir brauchen die Solidarität derjenigen, die heute vielleicht schon eine für sie annehmbare Internetanbindung haben und trotzdem mitmachen, damit andere nicht mehr im Dunkeln sitzen müssen“. Der Appell hat nicht, wie erhofft, gewirkt. 500 Vorverträge waren für Amelinghausen angepeilt. Mitte März waren es 28 Definitiv zu wenig, um die Wirtschaftlichkeit für Ausbau und Betrieb des Netzes zu gewährleisten.

Besser nachgefragt ist das Projekt in Betzendorf. Von 100 Vorverträgen bekamen die Betzendorfer immerhin mehr als 60 zusammen. Ob das aber ausreiche, einen Investitionskostenzuschuss von zirka 300000 Euro zu rechtfertigen, sei noch zu klären, heißt es bei der Samtgemeinde. Eine abschließende Entscheidung soll am 14. April im nichtöffentlichen Samtgemeindeausschuss gefällt werden. An dem Abend soll auch der Samtgemeinderat über den neuen Doppelhaushalt 2015/16 befinden.

Bereits vom Wirtschaftsausschuss des Landkreises Lüneburg waren im Februar 40000 Euro aus dem Strukturentwicklungsfonds des Landkreises freigegeben worden, um den Breitband-Ausbau in den Gemeinden Amelinghausen und Betzendorf vorzubereiten sowie die technische Vernetzung zwischen den einzelnen, bisher noch nicht verbundenen Ausbaugebieten herzustellen: von Soderstorf mit Dehnsen und Etzen sowie Oldendorf/Luhe und Rehlingen mit Amelinghausen. So der Plan. Für 2015 war zudem ein Anschluss aus der Gemeinde Oldendorf/Luhe in Richtung der Gemeinde Betzendorf angedacht. Ziel der Vernetzung wäre ein „logischer Ringschluss zur Erhöhung der Ausfallsicherheit“.

Auch wenn die Gemeinde Amelinghausen jetzt aus dem Spiel sei, ist bislang nicht die Rede davon, den Kreiszuschuss zurückzuzahlen. Auf LZ-Nachfrage sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Der Zuschuss ist für die Planung der Samtgemeinde Amelinghausen vorgesehen. Und da das Projekt in Betzendorf noch läuft, können sie mit dem Geld weiter planen.“

Zum aktuellen Stand der Breitband-Initiative des Landkreises sagt Holzmann: „Zu dem Thema werden der Wirtschaftsausschuss des Kreistags und die Lenkungsgruppe Breitband am 21. April in Luhmühlen öffentlich tagen.“ Bei dem Termin werde auch das alternative Angebot der Telekom vorgestellt. Dann muss die Politik entscheiden, wie sie damit umgeht.