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Grippale Infekte sind die häufigste Ursache dafür, warum Arbeitnehmer an ihrer Arbeitsstelle fehlen. Jede fünfte Krankschreibung geht darauf zurück. Foto: A/t&w
Grippale Infekte sind die häufigste Ursache dafür, warum Arbeitnehmer an ihrer Arbeitsstelle fehlen. Jede fünfte Krankschreibung geht darauf zurück. Foto: A/t&w

Wenn der Job krank macht

as Lüneburg. Die Lüneburger haben im vergangenen Jahr durchschnittlich etwa 21 Tage wegen Krankheit im Job gefehlt. Lehrer waren dabei weniger krankgeschrieben als zum Beispiel Pflegekräfte. Zugrunde liegen der Analyse, die die Krankenkasse AOK jetzt vorlegt, die Daten von immerhin 21400 berufstätigen Personen in Stadt und Landkreis.

Der Krankenstand der berufstätigen AOK-Mitglieder in Lüneburg betrug im vergangenen Jahr 5,7 Prozent. Er liegt damit um 0,5 Prozentpunkte höher als im Bundesgebiet. Ursache dafür sind unter anderem die unterschiedliche Branchenstruktur in einzelnen Bundesländern sowie die unterschiedliche Altersstruktur.

Mitarbeiter in den Bereichen Ver- und Entsorgung fielen im Bereich Lüneburg mit 49,8 Tagen am längsten aus, landesweit im Schnitt in dieser Branche 33,7 Tage. Die Fehlzeiten in der Haus- und Familienpflege lagen bei 39,1 Tagen (landesweit 29,6 Tage), geringe Fehlzeiten gab es dagegen zum Beispiel bei Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen (5,1 Tage) sowie in Lehre und Forschung (4,7 Tage). Das geht aus der aktuellen Fehlzeiten-Analyse der AOK für Niedersachsen hervor.

Der Analyse zufolge war die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall 12,4 Kalendertage, im Vergleich dazu waren es im Land und Bund jeweils 11,9 Tage. Statistisch gesehen waren die Arbeitnehmer 20,9 Tage krankgeschrieben, niedersachsenweit waren es im Durchschnitt 19,9 Tage. Ursache für die Arbeitsunfähigkeit waren an erster Stelle Erkrankungen der Atemwege wie zum Beispiel grippale Infekte (20,2 Prozent), Muskel-Skelett-Erkrankungen (17,7 Prozent) sowie Erkrankungen des Verdauungstraktes (9,1 Prozent) und Verletzungen (8,1 Prozent). Bei den Fehltagen wurden auch psychische Erkrankungen mit rund 11 Prozent verzeichnet.

Mit Blick auf die landesweite Analyse ist die AOK auch zu dem Ergebnis gekommen, dass die Gründe von Fehlzeiten vor allem berufsspezifisch sind. In Berufen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten wie der Ver- und Entsorgung oder Baustoffherstellung treten vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen auf, heißt es. In diesen Berufsgruppen entfallen 30,5 beziehungsweise 32,8 Prozent aller Krankheitstage auf diese Krankheitsarten. Zum Vergleich: Bei Berufen in der Hochschullehre und -forschung sind es nur 7,1 Prozent. In den dienstleistungsorientierten Berufen seien eher psychische Erkrankungen bestimmend für eine Krankschreibung. „In Niedersachsen sind hier unter anderem Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit 21,1 Prozent sowie Berufe in der Werbung mit 14,0 Prozent zu nennen, zwei Berufsgruppen, die ansonsten eher geringe Fehlzeiten aufweisen“, sagt AOK-Pessesprecher Carsten Sievers. Vergleichbare Daten heruntergebrochen für die Region Lüneburg liegen dafür nicht vor.

Die AOK verweist in ihrem Bericht auch darauf, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten zu erheblichen Kosten führen. Laut Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrugen die volkswirtschaftlichen Kosten dafür im Jahr 2013 rund 103 Milliarden Euro. Betriebliche Gesundheitsförderung und eigenverantwortliche Gesundheitsmaßnahmen seien deshalb wichtig.